Streit um die Seestadt Bregenz – Prisma-Chef Ölz kontert mit offenem Brief

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Die Seestadt in Bregenz wurde von mehreren Architekten harsch kritisiert.
Die Seestadt in Bregenz wurde von mehreren Architekten harsch kritisiert. - © Steurer
Bregenz – Der Streit zwischen der Initiative mehrerer Vorarlberger Architekten gegen die Seestadt Bregenz und Bernhard Ölz dem Bauherrn der Prisma Holding AG geht in die nächste Runde. In einem offenen Brief hatte die Initiative “SeeundStadtundBregenz” unter anderem die fehlende Transparenz der Baupläne während der langjährigen Planung kritisiert.

Ölz hält dagegen und schlägt in einem offenen Brief an die “Initiative gegen die Seestadt” zurück. Der Brief ist an die Architekten Georg Bechter, Andreas Cukrowicz, Martin Mackowitz, Markus Thurnher adressiert.

Seestadt passe nicht ins Stadtbild

“Die ‘Initiative gegen die Seestadt’ behauptet, die Seestadt zerstört Bregenz.”, führt Ölz den ersten Kritikpunkt an. 120 Architekten seien der Meinung, dass das geplante Bauvorhaben sowohl städtebaulich als auch architektonisch nicht zu der Landeshauptstadt passe.

“Die Seestadt ist wichtiger Impuls für die Belebung und Aufwertung der Bahnhofstraße. Die Seestadt ist auch, wie die „Initiative gegen die Seestadt“ immer wieder behauptet, keine Shopping Mall. Es werden über 100 Menschen in der Seestadt wohnen und hunderte Menschen, auch im Dienstleistungsbereich, arbeiten. Die nahe beieinanderliegenden Zugänge zur Seestadt für den Handelsbereich stellen sicher, dass die Bahnhofstraße im überwiegenden Teil eine Fußgängerzone ist und nur ein kurzer Abschnitt – sowohl innen als auch außen – mit transparenten Durchblicken begehbar ist. Zusätzliche Eingänge zu den Wohnungen sind in der Montfortstraße und Bahnhofstraße situiert. Der Gestaltungsbeirat der Stadt Bregenz hat in seiner letzten von 11 Sitzungen zur Seestadt am 24.10.2014 das Quartier zur Baueingabe freigegeben”, führt Bernhard Ölz die positiven Seiten der Seestadt aus.

Amt der Stadt Bregenz Amt der Stadt Bregenz ©

Fehlende Transparenz

Die „Initiative gegen die Seestadt“ kritisiere außerdem, dass ihr kein aussagekräftiges Material in Form von planlichen Darstellungen vorliege.

Ölz verneint diese Aussage, “Fakt ist, dass gerade den Wettbewerbsteilnehmern der Initiative sowohl sämtliche Grundlagen als auch die Möglichkeiten zur Einsichtnahme und Beteiligung im gesamten Prozess bekannt sind, unter anderem auch zum aktuellen Projekt. Dies wurde in einer Bürgerinformation im Festspielhaus am 03.11.2014 umfassend und breit inklusive der aktuellen Pläne vorgestellt. Die Einreichplanung erfolgte auf dieser Grundlage am 19.12.2014, bis heute ohne relevante Änderungen.”

Seestadt als “Auslaufmodell schon vor der Fertigstellung” kritisiert

“Offensichtlich ohne Kenntnis der aktuellen Pläne und ohne Interesse oder Kenntnis des Betriebsmodells wird hier eine ungeheure Aussage ohne fachliche Begründung oder Referenzen gemacht. Fakt ist, die Seestadt ist ein von unterschiedlichsten Experten und Architekten unter Einbindung der Bevölkerung entwickeltes Quartier. Das Quartier wird als zukunftsfähig und als ein wichtiger Beitrag für die gesamte Stadtentwicklung unserer Landeshauptstadt Bregenz angesehen”, meint der Bauherr.

Gesprächsangebot anscheinend abgelehnt

Anscheinend habe die Initiative der Architekten bisher jegliche Gesprächsangebote der Prisma abgelehnt. Verhandlungsbereit zeigt sich der Prisma-Chef dennoch: “Wir bieten auch noch einmal das Gespräch an, damit uns die Kritikpunkte im Detail erläutert und erklärt werden. Das würde uns die Möglichkeit geben, diese zu evaluieren und gegebenenfalls noch vor einem möglichen Baubeginn zu berücksichtigen.” (red.)

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