11. März 2012 18:28; Akt.: 11.03.2012 18:28

Tausende protestierten gegen Mühleberg

Tausende AKW-Gegner fordern Stilllegung von Mühleberg und Beznau. Tausende AKW-Gegner fordern Stilllegung von Mühleberg und Beznau. - © AP
Mehrere tausend AKW-Gegner, darunter auch zahlreiche Vorarlberger, demonstrierten zum Jahrestag von Fukushima vor dem Atomkraftwerk Mühleberg. Sie verlangten die sofortige Stilllegung der beiden ältesten Schweizer AKW in Mühleberg und Beznau.

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“Vorarlberg soll zeigen, dass es anders geht”, so Klubobmann Johannes Rauch und Grünen-Energiesprecher Bernd Bösch vorab. “Das heißt: Energie sparen, Wasserkraft ausbauen, Bürgerkraftwerke errichten.” 181 Organisationen hatten zur Demo vor Mühleberg aufgerufen. Die Veranstalter gehen von 5.000 bis 10.000 Teilnehmern aus.

Gerichtsurteil sorgt für Wirbel

Mühleberg geriet vergangene Woche in die Schlagzeilen, als ihm das Bundesverwaltungsgericht die unbefristete Betriebsbewilligung entzog. Das Gerichtsurteil, mit dem Mühleberg das Aus im Sommer 2013 droht, sorgt nun für rote Köpfe in der Schweiz. Neben der Betreiberfirma BKW steht nun auch das zuständige Ministerium unter Druck.

Das AKW Mühleberg gehört zu den ältesten Meilern Europas. Seit 1990 sind im Kernmantel Risse sichtbar. In Vorarlberg gilt Mühleberg als das Kraftwerk mit dem größten Gefährdungspotenzial für das “Ländle”. Es befindet sich 14 Kilometer westlich der Schweizer Bundeshauptstadt Bern und ist 250 Kilometer von der Vorarlberger Grenze entfernt. Bereits im vergangenen Jahr verlangte das Land deshalb von den Schweizer Behörden Akteneinsicht und drohte mit einem Verfahren.

Vorarlberg sieht sich in Urteil bestätigt

Landeshauptmann Markus Wallner und Umweltlandesrat Erich Schwärzler sehen die klare Haltung des Landes im Urteil bestätigt. Solange die Kernkraftwerksbetreiber nicht das Aus der Anlage bis Juni 2013 bestätigen, wird das Klagsverfahren des Landes weitergeführt, betont Landeshauptmann Wallner. Mit dem Urteil des Schweizer Bundesverwaltungsgerichts sei juristisch schwarz auf weiß klargestellt, was für ein enormes Gefährdungspotenzial vom Kraftwerk ausgehe. Deshalb wurde parteiübergreifend und gemeinsam mit Hildegard Breiner als Vertreterin der Umweltorganisationen eine Klage gegen das AKW Mühleberg in Auftrag gegeben.

Wallner und Schwärzler hoffen gemeinsam auf eine Stilllegung des Kernkraftwerks im Juni 2013. Voraussetzung dafür ist, dass der AKW-Betreiber das Urteil annimmt und sich gegen die massiven Investitionen, die für eine umfassende Instandhaltung nötig wären, entscheidet.

(VOL.AT)



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