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Spanische Fachkräfte hoffen auf Arbeit in Vorarlberg

Wirtschaftskammer Vorarlberg startet Rekrutierungsaktion in Madrid. Wirtschaftskammer Vorarlberg startet Rekrutierungsaktion in Madrid. - © AP
Schwarzach - Nervös sitzt Juan Luis Jaranillo auf einem Flur im Madrider Hotel Miguel Angel. Der 26 Jahre alte Spanier wartet auf seine große Chance, endlich einen Job zu bekommen. Seine Hoffnungen liegen in Österreich. Genauer gesagt in Vorarlberg und bei der Firma Alpla.

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Seit fast zwei Jahren sucht der Informatiker aus dem südspanischen Jaen verzweifelt eine Anstellung. "Vor der Krise hatte man in meiner Branche kein Problem, einen Job zu finden. Doch heute gibt es kaum noch Angebote", sagt Jaranillo.

Viele Bewerber, wenig Stellen

Auf Initiative der Wirtschaftskammer Vorarlberg haben an diesem Mittwoch elf Unternehmen aus Vorarlberg und zwei Salzburger Firmen insgesamt 110 Fachkräfte zu Bewerbungsgesprächen in das Madrider Hotel geladen. Der Grund: In Spanien fehlen die Jobs, in Österreich die Fachkräfte. Dass immer wieder zufrieden wirkende Bewerber aus den Räumen kommen, in denen die Unternehmen die Vorstellungsgespräche durchführen, verunsichert Juan Luis nicht weiter. In der letzten Woche hatte er ein Vorstellungsgespräch bei einem spanischen Technologieunternehmen, das in einer Woche rund 400 Bewerber für eine Stellenausschreibung eingeladen hatte.

Rekrutierungsaktion löst Ansturm aus

Die Situation auf dem spanischen Arbeitsmarkt sei gerade für junge Akademiker äußerst schlecht, versichert Juan Luis. Generell verzeichnet Spanien in der EU mit fast 26 Prozent die höchste Arbeitslosenquote überhaupt. Unter den Jugendlichen sieht die Lage noch schlimmer aus. Mittlerweile ist jeder zweite Spanier unter 30 Jahren ohne Anstellung. So löste die von der Wirtschaftskammer Vorarlberg initiierte Rekrutierungsaktion in Madrid auch einen Ansturm von Interessenten aus.

"Innerhalb von vier Wochen, in denen man sich auf der Internet-Plattform www.trabajo-en-austria.at für die Vorstellungsgespräche bewerben konnte, schrieben sich über 2100 Kandidaten ein", erklärt Christina Marent von der WKV-Außenwirtschaftsabteilung. Gesucht wurden vom Software-Entwickler bis hin zum Mechatronik-Ingenieur Fachkräfte der verschiedensten Richtungen. Bei den Betrieben gingen 50 bis 500 Bewerbungen ein.

Fachkräfte in Österreich fehlen

Unterdessen klagt in Österreich mittlerweile fast jedes fünfte Kleinunternehmen und jedes zweite Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern über einen massiven Mangel an qualifizierten Fachkräften. Alleine in Vorarlberg fehlen jedes Jahr über 600 Facharbeiter. Im vergangenen Jahr ergab eine Studie der WISTO, dass rund 56 Prozent aller Vorarlberger Unternehmen Bedarf an geeigneten Fachkräften haben, allerdings 94 Prozent Probleme haben, diese auch zu finden. Insgesamt sind es in Österreich sogar rund 30.000 Positionen, die wegen fehlender Bewerber nicht besetzt werden können.

Wachstumsbremse: Fachkräftemangel

"Bei uns in Vorarlberg führt der Fachkräftemangel bereits zur regelrechte Wachstumsbremse", versichert auch Franz Dünser, Technischer Leiter beim Technologieunternehmen Gantner Electronic aus Schruns. Das auf elektronische Zutritts- und Zeiterfassungssysteme spezialisierte Unternehmen sucht dringend neue Softwareentwickler. Auf dem heimischen Markt gebe es allerdings kaum Bewerber. "Während wir eineinhalb Jahre eine Prüftechnikerstelle wegen fehlender Bewerber nicht besetzen konnten, haben wir hier in Madrid an nur einem Tag zehn Bewerbungsgespräche geführt", drückt Dünser seine Begeisterung für das Rekrutierungs-Pilotprojekt der Wirtschaftskammer aus. Anfang des Jahres stellte er bereits nach einem ähnlichen WISTO-Pilotprojekt in Madrid zwei Spanier ein, mit denen er sehr zufrieden ist.

Motivierte Spanier

Auch Nadine Grasl vom Personalmanagement der Unternehmensgruppe Zumtobel aus Dornbirn ist begeistert von der Rekrutierungsaktion. Das auf Lichtkomponenten und Lichtsteuerungssystemen spezialisierte Unternehmen braucht Ingenieure in verschiedenen Bereichen. Die Suche stellte sich auf nationaler und lokaler Ebene allerdings nicht leicht dar. In Spanien gibt es jedoch viele gut qualifizierte Fachkräfte ohne Job.

"Die Bewerber sind sehr offen, hoch motiviert und zeigen große Bereitschaft, nach Vorarlberg zu kommen", erklärt Nadine Grasl. Am Mittwoch führte sie mit sieben Bewerbern Vorstellungsgespräche, von denen der eine oder andere jetzt zu weiteren Gesprächen nach Dornbirn eingeladen wird. Im vergangenen Jahr hat Zumtobel bereits fünf spanische Ingenieure eingestellt und ist sehr zufrieden mit deren Fachkompetenz und vor allem ihrer Integration in den Betrieb. "Aus diesem Grund wollten wir auch wieder in Madrid an der Rekrutierungsaktion teilnehmen", sagt Nadine Grasl.

Auslandserfahrungen fehlen noch

Neben der Krise auf dem Heimatmarkt sei es vor allem aber auch die Aussicht auf einen "sicheren, unbefristeten und besser bezahlten Job", der viele spanische Informatiker, Ingenieure und Architekten ins Ausland locke, versichert Michael Spalek, Wirtschaftsdelegierter in Madrid. Die spanischen Fachkräfte seien hervorragend ausgebildet, vielen fehle es aber noch an Auslandserfahrungen. Dabei animiere die Wirtschaftskrise immer mehr Fachkräfte, sich im Ausland konkurrenzfähiger zu machen. Das komme letztendlich auch Spanien zugute, das sich wirtschaftlich immer mehr auf den Export konzentriere, so Spalek. Unterdessen betrachtet Juan Luis Jaranillo auf dem Flur des Madrider Hotels das Plakat mit der Vorarlberger Landschaft und dem Link www.chancenland.at. Er hoffte, dass auch für ihn Vorarlberg zur Chance wird, endlich einen Job zu finden.

(APA)

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Webseite: http://www.alpla.com

Im Jahr 1955 gründeten Alwin und Helmuth Lehner in der Waschküche des Vaters in Hard/Vorarlberg eine Firma. Damit war der Grundstein für ein Familienunternehmen mit ungewöhnlichem Erfolg gelegt. Heute steht der Name ALPLA weltweit für Kunststoffverpackungen höchster Qualität. Rund 15.300 Mitarbeiter produzieren an 152 Standorten in 40 Ländern Qualitätsverpackungen für Marken der Nahrungs- und Getränkeindustrie, Kosmetik- und Reinigungsindustrie und Öl- und Schmiermittelindustrie. Das Produktsortiment von ALPLA beinhaltet Flaschen, Preforms (Vorformlinge für PET-Flaschen), Verschlüsse vom Design bis zur fertigen Verpackung. ALPLA bietet als Systemlieferant von Kunststoffflaschen mit Verschluss die Möglichkeit, komplette Verpackungslösungen aus einer Hand zu erhalten. 1955 Gründung der Alpenplastik Lehner Alwin GmbH (Hard, Österreich) . 1956 Übergang von der reinen Spritzguss- zur modernen Blasformtechnologie . 1964 Erste ALPLA Niederlassung außerhalb Österreichs (Markdorf, Deutschland) . 1968 Erstes ALPLA Werk in Lateinamerika (San Joaquín, Venezuela) . 1975 Insgesamt 6 ALPLA Niederlassungen in 3 Ländern mit rund 1.200 Beschäftigten . 1985 Erstes ALPLA Werk mit In-house-Produktion (Lomazzo, Italien) . 1988 Eröffnung ALPLA Global Technical Center (Hard, Österreich) . 1990 Expansion nach Osteuropa (Ungarn, Polen, Tschechische Republik, Russland) . 1995 29 Niederlassungen in 15 Ländern mit rund 3.000 Beschäftigten . 1995 ISO-Zertifizierung . 2001 Erstes ALPLA Werk in den USA (Atlanta, Georgia) . 2001 Erstes ALPLA Werk in Asien (Bangkok, Thailand) . 2007 Eröffnung 100. ALPLA Werk (Tianjin, China) . 2010 Übernahme des Mehrheitsanteils der österreichischen PET Recycling Team GmbH (PRT) . 2012 148 Niederlassungen in 39 Ländern mit rund 13.000 Beschäftigten weiterlesen »
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