Mord an Schwangerer in Frastanz: Liechtenstein liefert Verdächtigen aus

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In diesem Haus wurde der Leichnam der schwangeren Frau gefunden. In diesem Haus wurde der Leichnam der schwangeren Frau gefunden. - © VOL.AT/Brüstle
Feldkirch/Vaduz. Liechtenstein hat jenen Mann, der im Mordfall um eine Schwangere in Frastanz dringend tatverdächtig ist, nach Österreich ausgeliefert. Der Verdächtige wurde in die Justizanstalt Feldkirch überstellt, er verweigert nach wie vor jede Aussage.

Wie die Staatsanwaltschaft in Vaduz mitteilte, wurde der 26-Jährige am gestrigen Montag um 15 Uhr am Grenzübergang Schaanwald-Tisis den österreichischen Behörden übergeben, von wo er in die Justizanstalt Feldkirch überstellt wurde. Übergeben worden seien auch die Beweismittel, bestätigte eine Polizeisprecherin. Worum es sich dabei handelt, wurde nicht erläutert.

Über den arbeitslosen dominikanischen Staatsbürger, der seit neun Jahren im Fürstentum lebt, wurde am Dienstag “zunächst einmal für 14 Tage” Untersuchungshaft wegen Mordverdachts verhängt, sagte Gerichtssprecher Norbert Stütler auf Nachfrage.

Rechtsmittel: Auslieferung verzögerte sich

Der 26-jährige Dominikaner gilt als dringend tatverdächtig im Mordfall von Frastanz, bei dem am 5. November die Leiche einer schwangeren Frau in einem brennenden Haus aufgefunden worden war. Seine Auslieferung hatte sich zunächst immer wieder verzögert, da der Mann in Liechtenstein alle Rechtsmittel ausschöpfte, um seine Überstellung nach Vorarlberg zu verhindern.

Zuletzt hatte das Fürstliche Obergericht in Liechtenstein Mitte Dezember 2015 die Auslieferung bewilligt und die Haftbeschwerde des Mannes abgelehnt. Gegen diesen Spruch hatte der Mann ebenfalls Beschwerde eingelegt, auch dieser wurde schließlich nicht stattgegeben.

Angeblich Ex-Freundin erwürgt und angezündet

Der Mann saß seit November im Landesgefängnis von Vaduz ein. Er soll Anfang November seine schwangere Ex-Lebensgefährtin in deren Haus in Frastanz aufgesucht, erwürgt und angezündet haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei dem Mann um den Vater des Kindes handelt. Möglicher Hintergrund könnte ein Streit um künftige Alimente gewesen sein. Polizeilich aufgefallen war der

Verdächtiger schweigt

Der Liechtensteiner Anwalt des 26-Jährigen betonte stets, dass sein Mandant die Tat bestreitet. Gegenüber den Ermittlern hat er sein Schweigen bislang nicht gebrochen, es gilt die Unschuldsvermutung. Seitens der Staatsanwaltschaft Feldkirch heißt es gegenüber VOL.AT, bislang sei nicht absehbar, wann bzw. ob der Mann überhaupt vor Gericht gestellt wird. Es gelte nun, den Fortgang der Ermittlungen abzuwarten. (red)

Mordalarm in Frastanz: Pressekonferenz der Polizei

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