Michael Schumacher hat Klinik in Lausanne verlassen – Reha zu Hause

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Rehabilitation von Schumacher wird zu Hause fortgesetzt Rehabilitation von Schumacher wird zu Hause fortgesetzt - © EPA
Michael Schumacher ist aus der Klinik in Lausanne nach Hause verlegt worden und wird dort seine Rehabilitation fortsetzen.

Das teilte das Management des bei einem Ski-Unfall Ende 2013 schwer verletzten Formel-1-Rekordweltmeisters am Dienstag mit.

“Langer und harter Weg” vor Schumi

Der 45-Jährige habe “in den vergangenen Wochen und Monaten der Schwere seiner Verletzung entsprechend Fortschritte gemacht, aber es liegt weiterhin ein langer und harter Weg vor ihm”, hieß es in der Mitteilung seiner Managerin Sabine Kehm. “Beim gesamten Team des CHUV Lausanne möchten wir uns für die intensive und kompetente Arbeit herzlich bedanken.”

Kehm bat in der Mitteilung zwei Tage nach dem Grand Prix von Italien in Monza “auch weiterhin darum, die Privatsphäre der Familie Schumacher zu respektieren und auch von Spekulationen über Michaels Gesundheitszustand abzusehen.”

Schumacher im Juni aus Koma erwacht

Damit hat die Rehabilitation von Schumacher die nächste Stufe erreicht. Mitte Juni hatte Kehm mitgeteilt, dass der frühere Ferrari-Pilot fünfeinhalb Monate nach seinem folgenschweren Ski-Unfall nicht mehr im Koma lag und die Uni-Klinik in Grenoble verlassen konnte. Über den genauen Zustand Schumachers machte die Managerin damals keine Angaben.

Von Grenoble nach Lausanne

Auch an welchem Ort der zweifache Familienvater, der seit vielen Jahren am Genfer See lebt, die Reha absolvieren sollte, sagte die Beraterin damals nicht. Das Universitätskrankenhaus von Lausanne (CHUV) bestätigte dann wenig später, dass Schumacher in ihre Klinik verlegt worden sei.

Schumacher hatte sich am 29. Dezember 2013 beim Skifahren oberhalb von Meribel eine schwere Kopfverletzung zugezogen und musste ins Koma versetzt werden. Seitdem beschäftigt sein Schicksal die Welt.

Der Deutsche ist immer noch einer der bekanntesten Sportler. “Schumi” hat die Formel 1 vor allem in Deutschland zu einer enorm populären Sportart gemacht. Von seinen 306 Grand Prix gewann er 91, insgesamt 68 Mal stand Schumacher auf der Pole Position – beides sind Rekorde.

Schumacher beendete am Ende der Saison 2012 bei Mercedes seine aktive Karriere, doch für viele seiner Nachfolger ist er weiterhin Vorbild und Referenzgröße. Erst am 29. August hatte der frühere Formel-1-Star ein Jubiläum. Ein Jahrzehnt war es her, dass Schumacher auf seiner Lieblingsstrecke in Spa-Francorchamps in Belgien seinen siebenten und letzten WM-Titel perfekt gemacht hatte.

Chronologie der Ereignisse

Eine Chronologie der Ereignisse rund um den schweren Ski-Unfall von Michael Schumacher:

29.12.2013: Schumacher fährt um die Mittagszeit oberhalb von Meribel 4,5 Meter neben einer markierten Piste über einen Felsen, verliert die Kontrolle und prallt mit dem Kopf auf einen weiteren, 10,4 Meter von dem ersten entfernten Felsen. Bergretter versorgen Schumacher. Er ist ansprechbar, aber verwirrt. Sein Helm ist bei dem Aufschlag zerbrochen. Der Rettungshubschrauber bringt Schumacher ins Krankenhaus nach Moutiers, danach wird er ins Universitätskrankenhaus von Grenoble gebracht. Schumacher wird sofort notoperiert. Er hat ein Kopftrauma mit Koma. Am Abend berichten französische Medien, dass der Deutsche in Lebensgefahr schwebe.

30.12.2013: Schumachers Zustand ist “außerordentlich ernst”. Schwere Verletzungen im Gehirn. “Wir sind beunruhigt über seinen Zustand”, betont ein Mediziner. Keine Prognose zu Überlebenschancen. Die Ärzte operieren Schumacher ein zweites Mal, um den Druck weiter zu verringern.

7.1.2014: Schumachers Frau Corinna fordert die Medien auf, Ärzte und Familie in Ruhe zu lassen und das Krankenhaus zu verlassen.

8.1.2014: Die Ermittler erklären bei einer Pressekonferenz in Albertville, dass Schumacher nicht mit erhöhter Geschwindigkeit gefahren ist. Die Untersuchungen sind aber noch nicht abgeschlossen. Auch die Aufnahmen von Schumachers Helmkamera werden weiter ausgewertet.

17.1.2014: Schumachers Zustand wird als stabil angesehen. Jegliche Information über seinen Gesundheitszustand, die nicht von seinem behandelnden Ärzteteam oder seinem Management stammt, müsse als reine Spekulation betrachtet werden, betont Kehm.

30.1.2014: Managerin Kehm bestätigt, dass die Aufwachphase eingeleitet wurde.

17.2.204: Die Staatsanwaltschaft teilt nach Abschluss der Ermittlungen mit, dass es keine Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt und kein strafbares Verhalten vorliegt.

3.4.2014: Kehm spricht von Anzeichen, die “uns Mut machen” und dementiert Berichte über ein Wachkoma.

16.6.2014: Schumachers Managerin gibt bekannt, dass Schumacher das Spital in Grenoble verlassen hat und nicht mehr im Koma liegt. Wenig später wird bekannt, dass er nach Lausanne verlegt wurde.

9.9.2014: Die Rehabilitation von Schumacher werde ab sofort zu Hause fortgesetzt, vermeldete Kehm. Schumacher habe “in den vergangenen Wochen und Monaten der Schwere seiner Verletzung entsprechend Fortschritte gemacht, aber es liegt weiterhin ein langer und harter Weg vor ihm”. (APA)

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