Debatte über Beschneidung für Stöger "aufgesetzt"

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Gesundheitsminister Alois Stöger hält die Debatte über religiöse Beschneidungen in Österreich für eine "aufgesetzte Diskussion". Dabei sei ein Thema aus Deutschland übernommen worden, "das nicht wichtig ist", meinte Stöger gegenüber der APA. Jedes Landeskrankenhaus hätte die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, ob es Beschneidungen durchführt oder nicht, stellte der Gesundheitsminister fest.

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In den Bundesländern ist die Situation verschieden, in Niederösterreich, Tirol, Salzburg, Oberösterreich und dem Burgenland werden Beschneidungen nur aus medizinischen Gründen durchgeführt. Ein Verbot wird ambivalent gesehen.

Kärntens Landeshauptmann Dörfler forderte gegenüber der APA ein Verbot der religiös motivierten Beschneidung durch die Bundesregierung. "Ich bin generell gegen jede Art von Genitalverstümmelung", so Dörfler. Zwischen der Beschneidung von Mädchen und Buben gibt es für ihn keinen Unterschied. Die mit Religion und Tradition begründete "Verstümmelung" habe in Europa nichts verloren.

Anders als ihr Kärntner Kollege sprach sich die Salzburger Landeshauptfrau Burgstaller ausdrücklich gegen ein Verbot aus. Sie sprach von einem Dilemma: Einerseits gehe es um die körperliche Integrität von Kindern, andererseits um einen "zwingenden Bestandteil" von Religion. "Ich sehe das selbst sehr kritisch", meinte sie.

Die Vertreter von Islam und Judentum in Österreich zeigten für die Debatte über ein Beschneidungsverbot überhaupt kein Verständnis. Er beobachte die Entwicklung "mit Sorge", sagte Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde zur APA, und versteht "eigentlich die ganze Debatte überhaupt nicht".

Grundsätzlich verweist Stöger auf die Kompetenzen des Justizministeriums in dieser Causa. Es gehe um die Einwilligungsfähigkeit der Patienten und das sei klar eine Frage, die das Justizressort betreffe.

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