66. Bregenzer Festspiele sind eröffnet

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66. Bregenzer Festspiele sind eröffnet
Bregenz -  Bundespräsident Heinz Fischer hat am Mittwoch die 66. Bregenzer Festspiele für eröffnet erklärt. In seiner Rede widmete sich Fischer vor allem dem Thema Schöpfung, dem heurigen Motto des Musikfestivals. “Ein enorm spannendes Thema”, befand der Bundespräsident.

Standing Ovations für Rhomberg

Bundespräsident Heinz Fischer hat am Mittwoch die 66. Bregenzer Festspiele für eröffnet erklärt. Im Mittelpunkt stand die Abschiedsrede von Festspielpräsident Günter Rhomberg, der dem Musikfestival seit 1981 vorsteht. Er unternahm in seiner Ansprache einen Rückblick auf 65 Jahre Festspiele und erhielt für seine Worte Standing Ovations von den rund 2.000 Festgästen sowie Lob von Eröffnungsredner Fischer (“Danke für die lange Periode großer Leistungen”) und Kulturministerin Claudia Schmied, die dem 2012 abtretenden Präsidenten ihre “große Wertschätzung” aussprach.

Weiterentwicklung des Musikfestivals notwendig

Der 73-jährige Rhomberg betonte in seiner “31. und definitiv letzten Eröffnungsansprache” vor allem die Notwendigkeit der Weiterentwicklung des Musikfestivals. Zuvor warf er einen Blick zurück auf die erste Pionierphase, die Gründungszeit des Festivals ab 1946, als die Festspiele von ehrenamtlich tätigen Bürgern aufgebaut wurden. Zu Beginn der “zweiten Pionierphase” Anfang der 1980er Jahre sei klar erkennbar gewesen, dass “nur ein mutiger Schritt nach vorne diese Festspiele vor einer drohenden Provinzialisierung retten konnte”. Damals sei unter der Führung von Intendant Alfred Wopmann, dem kaufmännischen Direktor Franz Salzmann und ihm selbst der “Durchbruch zu wirklich internationalem Renommee” gelungen.

Für die Jahre bis 2020 “habe ich die Vision eines notwendigen dritten Pionierschrittes”, erklärte Rhomberg. Die weitere Entwicklung, die eine “genaue Analyse der heutigen Kunst- und Festspielszene” voraussetze und die Bedürfnisse der neu heranwachsenden Generation ernst nehmen solle, müsse “von der Kraft einer neuen Führungsmannschaft” getragen sein. Diese solle wiederum über solide Kenntnisse des Funktionierens großer Kulturbetriebe verfügen, aber “von Optimismus und hohem Kunstsinn sowie einem leidenschaftlichen Einsatz für diese Festspiele” angetrieben sein, so Rhomberg. “Die Erfolgsfaktoren der Vergangenheit werden nicht ausreichen, um auch in fünf, zehn Jahren noch erfolgreich zu sein”, mahnte der Präsident.

Fischer: Thema “Schöpfung” sehr spannend

Bundespräsident Fischer bezeichnete das heurige Motto der Festspiele “Schöpfung” als “enorm spannendes Thema”. Das Motto biete Anlass, über die Errungenschaften der menschlichen Erkenntnis nachzudenken, aber auch über die sich verändernden Theorien zum Ursprung des Lebens und des Universums. Kulturministerin Claudia Schmied (S) nahm sich in ihrer Ansprache des Themas Revolution an. Wie Andre Chenier mutig gegen das alte Regime auftrete, müsse man heute gegen die Finanzkrise ankämpfen, die in ihrer Substanz “eine Krise der Kultur und der Werte” sei. Bei allen marktwirtschaftlichen Prinzipien sei es Zeit, sich “auf die Grundwerte unserer Kultur, auf Solidarität und Teilhabe” zu besinnen.

Solisten für Andre Chenier

Bei der von Intendant David Pountney unterhaltsam gestalteten Eröffnungsfeier dominierten Auszüge aus dem Programm des Festivals. So waren etwa zu den Wiener Symphonikern Solisten aus “Andre Chenier” zu hören, ebenso “Hassans Arie” aus der Hausoper “Achterbahn”. Passend zum heurigen Motto präsentierten Solisten und der Prager Philharmonische Chor Teile aus Haydns Oratorium “Die Schöpfung”.

Die zeitgenössische Schiene der Festspiele “Kunst aus der Zeit” war mit einem Auszug aus dem Auftragswerk “Der Beschwerdechor Bregenz” von Jorge Sanchez-Chiong vertreten. Zu Berlioz’ “Hymne des Marseillais” forderte der musikalische Leiter der Eröffnung, Paul Daniel, das Publikum auf, den Chor zu unterstützen. Dadurch erhielten die folgsamen Festgäste Gelegenheit, mit “Aux armes, citoyens” (Zu den Waffen, Bürger) ihr gesangliches und revolutionäres Potenzial zu testen.

Bregenzer Festspiele 2011

Im Zentrum der Festspielsaison 2011 steht Umberto Giordanos Oper “Andre Chenier” rund um den gleichnamigen Dichter und seine Liebe zu der Adeligen Maddalena während der Wirren der französischen Revolution, die schließlich für beide blutig endet. Das 1896 uraufgeführte Stück feiert in Bregenz am Mittwochabend Premiere auf der Seebühne. Die Hausoper “Achterbahn” der britischen Komponistin Judith Weir wird am 21. Juli uraufgeführt. Ihr Werk eröffnet den bis 2013 dauernden Reigen von Uraufführungen als Hausoper. Insgesamt werden rund 100 Veranstaltungen geboten, die Festspiele erwarten bis 21. August bis zu 200.000 Besucher. APA

Programmhighlights der Festspiele 2011


Festspiele Eröffnungsfestakt


Eröffnungsansprachen der 66. Festspiele


Livemitschnitt der feierlichen Eröffnung

Polit-Prominenz im Interview

Gute Stimmung trotz schlechtem Wetter


Prominenz vor dem Festspielhaus


Bundespräsident Fischer begrüßte die Gäste

 

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