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Zwischen harmlos und gefährlich

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Dornbirn - Primar Wolfgang Elsäßer, Leiter der HNO-Abteilung im LKH Feldkirch, in der Reihe MedKonkret zu Beschwerden im Hals-, Nasen-Ohrenbereich.

Von: Marlies Mohr

Primar Wolfgang Elsäßer hätte vermutlich noch eine Stunde reden können, hätte er das ganze Leistungsspektrum aufzählen müssen, das in die Kompetenz der HNO-Ärzte fällt. Doch Vortragszeiten sind endenwollend, deshalb beschränkte sich der Leiter der HNO-Abteilung im Landeskrankenhaus Feldkirch bei seinen Ausführungen auf das Wichtigste, und das war schon viel. Blieb am Ende die Frage, was seine Zunft eigentlich nicht behandelt. Darauf angesprochen hob Elsäßer die Zusammenarbeit von medizinischen Disziplinen hervor, die auch in seinem Fach des öfteren erforderlich ist. Ohne die gehe es heutzutage kaum noch, es sei denn, es handelt sich um vermeintlich banales Ungemach, das bei Hals, Nase und Ohren aber schnell ins Gegenteil umschlagen können. „Atemnot ist immer ein Notfall“, nannte Elsäßer ein Beispiel.

Rechtzeitig handeln

Gleiches gilt für Tumore. Den Erklärungen über Zungen-, Mundhöhlen, Mandel-, Unterkiefer- und Kehlkopfkrebs folgte der Appell, unklare Beschwerden frühzeitig abklären zu lassen. „Wir können sehr gut helfen, aber Sie müssen uns die Chance dazu geben“, sagte Wolfgang Elsäßer. In der Tumorbehandlung zählt seine Abteilung bekanntermaßen zu den besten in Österreich. Die Tätigkeiten beschränken sich aber nicht nur darauf. Sie sind exrem vielfältig. Ein breites Themenfeld sind altersbedingte Funktionsstörungen beim Hören, Riechen, Sprechen und Schlucken. „Das Altern beginnt schon mit 24“, erläuterte Elsäßer. Wie wir altern hängt zu rund 80 Prozent von Umwelteinflüssen ab, der Rest ist genetisch bedingt. Auf jeden Fall kommt es zu körperlichen Einschränkungen, die, wenn sie länger dauern, abgeklärt gehören. Der HNO-Facharzt verwies unter anderem auf die eklatante Unterversorgung bei Hörgeräten, obwohl 60 Prozent der 70- bis 80-Jähringen an Hörstörungen leiden. Ebenfalls häufig ist der Alters- und Lagerungsschwindel. Die Therapieempfehlung dazu lautet: Bewegung.

Zähne als Störfaktoren

Auch eine Unzahl von Entzündungen können das gesundheitliche Wohlbefinden beeinträchtigen und mit Ungemach verbunden sein. Diphterie etwa endet unbehandelt in der Hälfte der Fälle tödlich. „Deshalb unbedingt impfen lassen“, mahnte Wolfgang Elsäßer. Ein anderes interessantes Detail: Bei etwa 40 Prozent der Kieferhöhlenentzündungen wirken die Zähne als Störfaktoren. Auch Pilze verursachen zuweilen schmerzhafte Entzündungsbeschwerden. Kortisonsprays oder -tabletten schaffen meist erfolgreich Abhilfe. Bei Entzündungen der Nasennebenhöhlen, die Folgen eines harmlosen Schnupfens sein können, ist mitunter eine operative Sanierung erforderlich. Die erfolgt in diesem sensiblen Gesichtsbereich im Bedarfsfall navigationsunterstützt.

Eine besondere Gefahr stellen Abszesse dar, da sie schnell zu Atemnot führen. Sie bedürfen einer sofortigen Behandlung. Auch Fremdkörper, die in das Bronchialsystem geraten, was bei Kindern oft der Fall ist, müssen schnellstmöglich entfernt werden. Sogar Furunkel können zur Gefahr werden, nämlich dann, wenn darauf herumgedrückt wird. Häufigste Folge ist eine Thrombose.

Gefährlicher Lärm

Noch einmal zum Gehör, das nicht nur altersbedingt nachlässt. „Eine starke Lärmbelastung bedeutet ebenfalls ein enormes Risiko“, warnte Primar Elsäßer in Hinblick auf den Jahreswechsel besonders vor einem Knalltrauma. Nicht selten wird dadurch ein bleibender Hörschaden verursacht.

Fragen aus dem Publikum

Mein Sohn litt als Kind an Pseudokrupp, der aber ausheilte Jetzt ist er dreißig und hat Beschwerden im Hals. Kann das eine Spätfolge oder ein neuer Infekt sein?
Elsässer Pseudokrupp ist keine Erkrankung des Erwachsenenalters. Wenn er Probleme hat, sollte er die Ursache abklären lassen.

Ich leide schon seit Jahren an beidseitigem Tinnitus. Gibt es neue Behandlungesmethoden?
Elsässer Da hat sich leider nichts geändert. Bei einem akuten Tinnitus kann eine hochdosierte Kortisontherapie möglicherweise helfen, bei einer Chronifizierung heißt es, mit dem Tinnitus leben lernen. Es gibt noch experimentelle Methoden, aber die haben mit einer sicheren Behandlung absolut nichts zu tun.

Welche Ursachen stecken hinter einem gestörten Geruchssinn im Alter?
Elsässer Meistens ist eine Virusentzündung, bei der die Nervenfasern zerstört wurden, ursächlich. In solchen Fällen kann mittels Riechtraining geholfen werden. Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht.

Gibt es ein Rezept zum Druckausgleich auf Flugreisen?
Elsässer Die rechtzeitige Anwendung von abschwellenden Nasentropfen und Schmerztabletten kann das Zufallen der Ohren verhindern.

Können Sie mir etwas zu Flugkopfschmerzen sagen?
Elsässer Damit verhält es sich ähnlich wie bei den Ohren. Auch bei Flugkopfschmerzen, die heftig sein können, aber harmlos sind, helfen Schmerztabletten und abschwellende Nasentropfen.

Gibt es für den HNO-Bereich eine Vorsorgeuntersuchung?
Elsässer Einen allgemeinen HNO-Check gibt es nicht. Die Vorsorge ist hier beschwerde- oder risikoabhängig. Personen, die beispielsweise ein hohes Krebsrisiko haben, lassen sich regelmäßig kontrollieren.

Ist eine Pneumokkoken-Impfung im höheren Alter noch zu empfehlen?
Elsässer Wenn kein Risiko besteht, ist eine solche Impfung im Alter nicht zu empfehlen.

Mich plagt nach dem Essen ständig ein Reizhusten. Was kann ich da tun?
Elsässer Das sollten Sie abklären lassen. Es gibt nämlich auch einen stillen Reflux, den man nicht merkt. Sollte es sich um einen stillen Reflux handeln, kann mit einer vier Wochen dauerenden Säureblocker-Therapie gegengesteuert werden.

Ich leide stark unter Mundtrockenheit. Kann das mit den Tabletten zusammehängen, die ich einnehmen muss?
Elsässer Das ist möglich, aber Mundtrockenheit ist auch eine Folge der alternden Schleimhaut und sehr häufig. Für Befeuchtung sorgen.

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