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Zusammenhalt ist das beste Rezept

Vor allem Gesundheit wünschen sich die Jubilare zu ihren goldenen Hochzeitsjubiläum.
Vor allem Gesundheit wünschen sich die Jubilare zu ihren goldenen Hochzeitsjubiläum. ©Karin Lässer
Jakob Bachmann hatte nach der Pflichtschule die Möglichkeit, entweder im Bergwerk zu arbeiten oder, wie zwei seiner fünf Geschwister, in Vorarlberg sein Glück zu versuchen. 
Goldene Hochzeit

Mit 14 Jahren kam er von Bad Bleiberg in Kärnten nach Dornbirn und fand schnell eine Anstellung bei F.M. Hämmerle in der Spinnerei. Nach der Einarbeitung im Werk Säge kam er ins Werk Gütle und fand dort seine große Liebe Marlies Mayr, die ebenfalls in der Spinnerei „gesponnen“ hat, wie sie lachend erklärt.

Familiengründung

Nach gut einem Jahr, in dem sie sich beim Tanzen, Kinobesuchen und Treffen auf dem Fußballplatz gut kennengelernt hatten, wagten Marlies und Jakob den entscheidenden Schritt in die gemeinsame Zukunft. Zuerst mussten die jungen Leute aber bei Marlies‘ Vater um Erlaubnis bitten, da sie noch nicht 18 Jahre alt war. Ihm war wichtig, dass sein Mädchen glücklich wird, und so durften sie sich am 21. August 1970 im Standesamt das Jawort geben und am 22. August 1970 fand in Bad Reuthe im Bregenzerwald die kirchliche Hochzeit statt. Nach einem feinen Mittagessen und nach Kaffee und Kuchen feierten sie mit ihren Hochzeitsgästen ein unvergessliches Hochzeitsfest im Gasthaus Schwanen in Dornbirn. „Wir hatten eine richtig große Hochzeit. Früher war es üblich, neben den Familien, Verwandten und Freunden auch die Nachbarn einzuladen. Dazu musste eine Fahrgelegenheit organisiert werden, denn nicht alle hatten ein Auto, wie das heute üblich ist“, erinnert sich das Paar. „Eine Hochzeitsreise haben wir nicht gemacht, wir mussten sparen.“

Einige Zeit wohnte das junge Ehepaar bei Marlies‘ Eltern und zog dann zu Jakobs Schwester. 1971, nach der Geburt ihrer Tochter Elke, bekamen Marlies und Jakob eine Firmenwohnung im Gütle, und sie hatten endlich ihr eigenes Zuhause, in dem sie 1975 glücklich Tochter Nicole begrüßten. Das Haus wurde später verkauft, die Familie zog ins Oberdorf und seit inzwischen 24 Jahren ist die Fischbachgasse ihr Lebensmittelpunkt.

Um die Arbeit, den Haushalt und die Kindererziehung unter einen Hut zu bringen, arbeitete das Paar viele Jahre in Gegenschicht. „Mein Mann hat die Kinder gewickelt und ihnen den Budel gegeben“, erzählt Marlies, „er hat auch im Haushalt immer mitgeholfen. Erholt haben wir uns als Familie oft am Fußballplatz, wo Jakob als Torwart beim FC der Firmenmannschaft viele Bälle gehalten hat.“ „Das hat Spaß gemacht“, wirft Jakob ein, „jetzt gehe ich Fußball schauen oder ich fahre mit meinem Motorrad in den Schrebergarten und schaue, dass das Gemüse und Obst gut wächst.“ Marlies ist eine gute Köchin und verarbeitet die Erzeugnisse aus dem Garten zu köstlichen Speisen für ihren Jakob und die ganze Familie, die sich immer auf ein gutes Essen freut. Der Zusammenhalt in der Familie ist den Jubilaren besonders wichtig, dass sich alle gut verstehen und sie es immer sehr lustig haben.

An viele Urlaub bei Jakobs Familie in Kärnten erinnern sich die Jubilare gerne, auch an Reisen nach Ägypten mit den Fußballern, nach Spanien, Griechenland, Holland mit Kollegen und besonders gefallen hat es ihnen in Italien. Gemeinsam erzogen sie ihre beiden Mädchen zu verantwortungsvollen Erwachsenen, die verheiratet sind und sie zu glücklichen Oma und Opa von sechs Enkel gemacht haben. Urenkel Elija ist ihr ganzer Stolz. Bis zur Pensionierung arbeitete Jakob 46 Jahre bei der Firma F.M. Hämmerle. Er kam vom Gütle ins Heizhaus und dann ins Warenlager und verabschiedete sich als Meistergehilfe im Werk Fischbach 2010 in den wohlverdienten Ruhestand. Marlies war F.M. Hämmerle 25 Jahre eine verantwortungsvolle Mitarbeiterin. Die fehlenden Jahre bis zur Pension arbeitete sie in verschiedenen Betrieben und war zuletzt in der Kantine der Krankenkasse beschäftigt.

Ruhige Jahre

Die Jubilare sind positiv denkende Menschen und blicken optimistisch in die Zukunft. Allerdings war es auch für sie nicht immer leicht, besonders nach Jakobs Herzinfarkt 2004 und einer Schrittmacher-Operation 2005, wovon er sich gut erholt hat.

Marlies hadert seit sechs Jahren mit der Gesundheit, seit Februar musste eine Operation immer wieder verschoben werden, doch hofft sie, nach ihrer vor Wochen erfolgten Hüftoperation und der Nachsorge bald nach Hause gehen zu dürfen, auch wenn es mit Krücken sein muss.

Zu ihrem Jubelfest wünschen sie sich daher vor allem Gesundheit, denn alles andere kann man richten. Sie sind dankbar für die Hilfe ihrer Töchter, die ihnen dadurch das Leben erleichtern und freuen sich darauf, ihr goldenes Hochzeitsjubiläum sobald wie möglich gemeinsam feiern zu können.

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