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Zusammenfassung: Unwetter in Europa

Der ungewohnte Dauerregen im Sommer hat grosse Teile Südosteuropas in eine Seenlandschaft verwandelt und mindestens fünf Menschen das Leben gekostet.

Heftige Unwetter haben im Südosten Europas zu einer dramatischen Hochwasserlage geführt. Dauerregen verwandelte weite Gebiete in Seenlandschaften, mindestens fünf Menschen kamen bis Donnerstagabend ums Leben. Am schwersten betroffen waren Österreich, Tschechien und Rumänien sowie Russland, wo mehr als 100 Menschen vermisst wurden. Während sich die Situation in Bayern entspannte, kam es zu Behinderungen in Niedersachsen und in Berlin, wo stellenweise der Ausnahmezustand herrschte.

Nach anhaltenden Regenfällen standen weite Teile der russischen Schwarzmeerküste unter Wasser. Eine Gruppe Touristen wurde bei Noworossiisk ins Meer gespült und konnte nur mit Mühe gerettet werden. Mindestens zwei Menschen ertranken in der nahe gelegenen Ortschaft Abrau-Djurso in den Fluten eines Sees. Mehr als 440 Menschen in der Region wurden in Sicherheit gebracht, die Zahl der Vermissten stieg auf mindestens 100.

Zwei Menschen kamen im Südwesten Rumäniens ums Leben: Ein achtjähriger Junge und ein 62 Jahre alter Mann konnten den Wassermassen nichts entgegensetzen. Im Bezirk Gorj wurden Tausende Hektar Land überflutet, mehr als 2.000 Stück Vieh ertranken. In Tschechien wurde eine 21-jährige Studentin getötet, als ein Baum auf ihr Haus in Pisek 90 Kilometer südlich von Prag stürzte. In Südböhmen wurden 2.000 Menschen vor den Fluten in Sicherheit gebracht.

Nach neuen Regenfälle in der Nacht zum Donnerstag waren in Niederösterreich ganze Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten. Im Waldviertel brach nach Angaben der Bezirksalarmzentrale Krems ein Damm des Flusses Kamp. Dieser erreichte daraufhin den höchsten Pegel seit Beginn der Messungen 1896. Für zahllose Menschen war die Lage katastrophal: Eingeschlossene mussten geborgen werden, Straßen waren gesperrt, Telefonleitungen, Strom- und Wasserversorgung unterbrochen. Die Behörden schätzten die Sachschäden an Gebäuden und Fahrzeugen auf mehrere hundert Millionen Euro.

Im oberösterreichischen Mühlviertel, wo ebenfalls Katastrophenalarm bestand, entspannte sich die Situation etwas, wie die Wiener Nachrichtenagentur APA meldete. Die Donau in Linz zeigte fallende Tendenz, nachdem zuvor auch der Wasserstand des Inns zurückgegangen war. Aus dem Land Salzburg wurden ebenso fallende Pegel von Salzach und Saalach gemeldet.

In Norditalien zerstörten Regen und Hagel große Weinanbaugebiete sowie Olivenhaine und Tabakplantagen. Der italienische Landwirtschaftsverband schätzte den Schaden auf rund 200 Millionen Euro. Auch Großbritannien war von Unwettern betroffen. In London wurden weite Teile des Bahn- und U-Bahn-Netzes überflutet, was zu erheblichen Beförderungsproblemen führte.

Tief „Ilse“ bringt noch mehr Regen

In Niedersachsen gab es nach heftigen Regenfällen Behinderungen im Straßenverkehr. In einigen Teilen Berlins rief die Feuerwehr den Ausnahmezustand aus. Betroffen waren vor allem Stadtteile im Südwesten. Insgesamt musste die Feuerwehr zu rund 250 Einsätzen ausrücken. Außerdem wurde in der Hauptstadt eine S-Bahn-Linie unterspült.

In Bayern fiel dagegen der Pegelstand des Inns bei Passau, auch im oberbayerischen Prien am Chiemsee entspannte sich die Lage. In den nächsten Tage soll aber das Tief „Ilse“ in Deutschland weiter regnerisches Wetter bringen.

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