Zunahme in Coronazeiten: Mehr Müll in Vorarlbergs Erholungsgebieten

Im Ländle nimmt der Müll zu.
Im Ländle nimmt der Müll zu. ©Symbolbild: Bauhof Wolfurt, VOL.AT
In Naherholungsgebieten hat der Müll in Coronazeiten zugenommen. Nicht nur in Bregenz, sondern auch in anderen Teilen Vorarlbergs.
Müll in Wolfurt
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In Coronazeiten zieht es die Menschen vermehrt in die Naherholungsgebiete. Dort verbringen sie Zeit, hinterlassen aber auch mehr Müll als sonst. Das macht sich nicht nur in Bregenz an der Pipeline, sondern auch sonst bemerkbar.

So etwa am Grünen Damm in Hard, wo es zu auffallenden Häufungen von Müll kam.

Aber auch in anderen Teilen Vorarlbergs ist die Situation ähnlich.

Dornbirn: Müll und Nägel an Ach

Erst kürzlich sorgten Bilder von der Dornbirner Ach für Aufregung: Unbekannte haben dort Paletten verbrannt und säckeweise Nägel zurückgelassen, die dann von einer Bürgerin gesammelt wurden. Die Bilder seien erschreckend, heißt es vonseiten der Stadt Dornbirn. Man bedanke sich bei der Bürgerin ausdrücklich für das spontane Aufräumen, so Ralf Hämmerle von der Kommunikation. "Wir bemerken natürlich, dass die Menschen während den Corona-Einschränkungen in die Naherholungsgebiete drängen; dafür sind sie ja auch da", meint er.

"Immer wieder schwarze Schafe"

"Die Mehrzahl der Besucherinnen und Besucher, beispielsweise entlang der Dornbirner Ache, sind achtsam und entsorgen ihren Müll in den Abfalleimern", verdeutlicht er. Die Stadt und die Jugendwerkstätten seien bei Badewetter nahezu täglich in den Achauen unterwegs, um die Abfalleimer zu leeren und aufzuräumen. "Leider gibt es immer wieder schwarze Schafe unter den Besucherinnen und Besuchern; glücklicherweise aber nur wenige, deren Handeln aber leider immer wieder große Auswirkungen zeigt; beispielsweise die Nägel oder Scherben, die zu argen Verletzungen führen können", erklärt Hämmerle. Regelmäßige Kontrollen und laufende Reinigung seien wichtig, könnten aber leider nicht alles verhindern. "Was wir alle tun können: mit dem Menschen sprechen und sie darauf hinweisen, dass Müll in der Natur nichts verloren hat."

Auch bei den Paspels-Seen fällt viel Müll an. Bilder: VOL.AT, Roland Paulitsch

Rankweil: Täglich rund 200 Kilo Müll

In Rankweil hat das Müll-Problem in den vergangenen Monaten ebenfalls zugenommen. "Auch wir Rankweil bemerken einen deutlichen Anstieg an Müll im öffentlichen Raum – derzeit fällt rund die Hälfte mehr an als üblich", erklärt Thomas Lins, stv. Leiter Bauhof Rankweil auf VOL.AT-Anfrage. "Alleine an den Paspels-Seen entsorgen wir bei Badewetter täglich rund 200 Kilogramm Müll." Ebenso am Frutzdamm: "Dort bleiben nach dem Wochenende bis zu einem Kubikmeter an Speise und Getränkeverpackungen liegen", meint er.

Zusätzliche Mülltrennsysteme

Insbesondere im Ortsteil Brederis gebe es eine Zunahme an aus dem Autofenster geworfenen Fast-Food-Verpackungen. "Dazu kommt, dass aufgrund der vielen Take-Away-Angebote die öffentlichen Müllkübel oft nicht mehr ausreichen", verdeutlicht Lins. Im Bauhof Rankweil seien zwei Personen ausschließlich mit der Abfallentsorgung beschäftigt. Im Zentrum würden öffentliche Müllkübel täglich geleert, in anderen Ortsteilen einmal pro Woche. An den Paspels-Seen und am Schafplatz gebe es zudem zusätzlich Mülltrennsysteme.

In Wolfurt hat der Müll zugenommen. Bilder: Bauhof Wolfurt

Wolfurt: Mehr Müll an der Ach

Viel zu tun gibt es auch für die Mitarbeiter des Bauhofs in Wolfurt. "Wir haben schon das Gefühl, dass sich der Müll gerade an beliebten Freizeitplätzen wie beispielsweise an der Ach dieses Jahr vermehrt hat", meint Gemeinderat Robert Hasler. "Das liegt vermutlich daran, dass die Lokale und Gastronomie geschlossen waren und daher mehr Personen im Freien waren." Der Müll werde zumindest zu den Abfalleimern gestellt und nicht überall verstreut. "Natürlich, wäre es - gerade bei Grill- oder anderen Essensresten - wegen der dadurch angelockten Tiere und des Gestanks besser, wenn der Abfall wieder mit nach Hause genommen wird", so Hasler. Viele würden ihren Müll aber wieder mitnehmen. "Ein Bewusstsein scheint daher doch vorhanden zu sein. Ein paar schwarze Schafe wird es leider immer geben", erklärt er.

Hinweisschilder bei den "Hotspots"

"Unser Eindruck ist es, dass der Abfall hauptsächlich von den Gruppen, die an der Ach sitzen und grillen, stammt - das ist aber bunt gemischt von jugendlichen Freundesgruppen bis hin zu Familien", meint der Gemeinderat. Durch die Achuferschutzverordnung seien viele Dinge bereits geregelt. "Darüber hinaus setzen wir eher auf Sensibilisierung und Bewusstmachung zu diesen Themen", verdeutlicht Hasler. "Daher sind die Menschen gefordert, die den Abfall verursachen - wer Abfall verursacht, sollte ihn auch selbst entsorgen." Die Kosten und der Zeitaufwand, die hier für die Gemeinde entstehen, seien in den letzten Jahren enorm gestiegen. Das Bauhof-Team sei dauerhaft im Einsatz, um den Abfall schnellstmöglich einzusammeln. Zusätzlich dazu werden mehrsprachig gestaltete große Schilder bei den "Hotspots" aufgestellt: "Damit möchten wir darauf hinweisen bzw. darum bitten, den Abfall wieder mit nach Hause zu nehmen. Vor allem, wenn die Abfalleimer voll sind."

(VOL.AT)

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