Zum Schluss gabs noch ein Arbeitsblatt

Hard - Schränke räumen, Tische putzen: Mit mäßiger Begeisterung schleppen Hauptschüler Wasserkübel durch die Gänge der Hauptschule Hard-Markt. Aber der Countdown läuft. Das hellt die Mienen wieder auf.

Auch Martina Scheicher packt jetzt zusammen. Am letzten Schultag hat sie mit ihren Schülern noch die „Zeitschrift Jungösterreich“ und ein Arbeitsblatt zur Großschreibung durchgeackert. „Sonst schauen sie ja nur noch Videos an in der letzten Woche.“ Die Luft ist halt raus. Scheicher hat ihr zweites Unterrichtsjahr hinter sich. Sie schließt zufrieden ab. Zufriedener als im Vorjahr. Die ersten Stunden ohne Betreuungslehrer, ganz auf sich allein gestellt, „da wirst du schon ins kalte Wasser geworfen“. Rasch merkte sie, dass der Umgangston hier rauer ist als an der Feldkircher Übungshauptschule, an der sie wochenweise trainieren durfte. „Der Respekt fehlt. Du musst dir viel anhören.“ Sie nimmt es zwischenzeitlich mit Humor. Will sie so ein junger Rabauke bloßstellen, dreht sie den Spieß einfach um. Klappt das? „Nicht immer.“ Aber immer öfter.

Auch das mit den Noten kriegt sie mittlerweile schneller hin. Im ersten Jahr hat sie bis 23 Uhr gebrütet und war „eigentlich überfordert“. Inzwischen ist sie Klassenvorstand, hat eine erste, eine zweite und eine dritte Klasse in Deutsch und Biologie unterrichtet und das erste Jahr „neue Mittelschule“ erlebt. Die Annäherung zwischen Hauptschule und Gymnasium verlief vorsichtig. Ein Englisch-Theater haben BG Blumenstraße und Hauptschule Hard-Markt auf die Beine gestellt.

Im Herbst wird das Gymnasium Gallusstraße neuer Partner sein. Hat‘s viel gebracht? Die neue Mittelschule hat auf jeden Fall die Schülerauswahl verändert. „Zwischen den heurigen ersten Klassen und denen im Vorjahr liegen Welten.“ Das hatte auch auf die schwächeren Schüler in der dritten Leistungsgruppe Wirkung: „Die Stärkeren stecken die Schwächeren einfach an.“ Galt früher ein Fünfer mitunter als cool, gehen heute viele Schüler mit mehr Biss dahinter. So gesehen kann sich Martina Scheicher auf ihr drittes Schuljahr freuen. Jetzt aber sind erst mal Ferien. Und Martina Scheicher reist ins Land der Mitternachtssonne. Sie wird viel zu erzählen haben zu Schulbeginn am 7. September 2009.

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