Zukunftsranking: Die Detailerklärungen zum Absturz der Ländle-Bezirke

Dornbirn ist stark zurückgefallen
Dornbirn ist stark zurückgefallen ©VOL.AT/Steurer
Woran es liegt, dass alle vier Ländle-Bezirke schlechter als letztes Jahr abschnitten.
Zukunftsranking: Alle 4 Ländle-Bezirke fallen zurück

Wie gestern auf VOL.AT berichtet, stürzten im neuesten “Zukunftsranking der österreichischen Bezirke“ alle vier Ländle-Bezirke  ab. Nach den Erstinformationen gestern, folgen nun die Details zum Abfall der Ländle-Bezirke.

Das Zukunfts-Ranking aus Vorarlberg-Sicht

  • Bludenz: 12. Platz  (Vorjahr: 2)
  • Feldkirch: 26. Platz (Vorjahr: 21)
  • Dornbirn: 35. Platz (Vorjahr: 16)
  • Bregenz: 51. Platz (Vorjahr: 41)
©zukunftsranking.at

Quelle: Das Linzer Beratungsunternehmens „Pöchhacker Innovation Consulting“

BEZIRK BLUDENZ – die Nr. 1 im Ländle

Positiv

  • + Lebensqualität
  • + Deutliche Steigerung der Geburtenrate
  • + Sehr gute Entwicklung des Wanderungssaldos junger Erwachsener

Negativ

  • – Wenig Beschäftigte in den wissensintensiven Dienstleistungen
  • – Wenig Unternehmensgründungen
Bludenz
Bludenz ©VOL.AT/Steurer

Bludenz ist der mit Abstand am besten platzierte Bezirk Vorarlbergs. Kleiner Wermutstropfen: Auch die Alpenstadt fiel wie Bregenz, Dornbirn und Feldkirch im Zukunftsranking zurück. Das Gesamtranking 2018 wies Bludenz bei der Zukunftsfähigkeit noch als zweitbesten Bezirk Österreichs aus. 2019 rutschte der Bezirk deutlich ab – um 10 Plätze auf Rang 12. Damit ist Bludenz aber immer noch unter den Top 20 Österreichs vertreten (bei 94 Bezirken): Ausgezeichnete Ergebnisse werden Bludenz bei der Demografie attestiert. Die deutliche Steigerung der Geburtenrate und die sehr gute Entwicklung des Wanderungssaldos junger Erwachsener im österreichweiten Vergleich werden positiv hervorgehoben. Auch die Ergebniswerte bei den Indikatoren zur Lebensqualität (sehr gute Ausstattung mit Kindertagesstätten und zweithöchste Steigerung) sind exzellent.

Die Gründe für den Rückfall um 10 Plätze liegen laut der Studie primär im nicht ausgeschöpftem Potenzial im Bereich Wirtschaft & Innovation. Etwa bei den Gründungen sowie den Beschäftigten in den wissensintensiven Dienstleistungen.

BEZIRK FELDKIRCH – Vorderes Drittel

Positiv:

  • + Top 10 Platzierung im Bereich Lebensqualität
  • + Hohe Anzahl an Kindertagesstätten
  • + Viele Ärzte

Negativ:

  • – Geringe Unternehmensdichte und geringe Gründungsintensität
Feldkirch
Feldkirch ©VOL.AT/Hartinger

Der Bezirk Feldkirch übernahm vom abgerutschten Dornbirn den zweiten Platz im Vorarlberg-internen Ranking. Trotz eines Verlusts von 5 Plätzen liegt die Montfortstadt weiterhin im vorderen Drittel Österreichs – Platz 26 nach 21 im Vorjahr. Die besondere Stärke der Region zeigt sich in der Niveau-Betrachtung im Bereich der Lebensqualität (Rang 9). Der Top-10-Wert ergibt sich aus der fünfthöchsten Anzahl an Kindertagesstätten sowie der hohen Ärztedichte. Bei den Indikatoren zur Demografie liegt der Bezirk Feldkirch ebenfalls im besten Drittel, etwa durch einen vergleichsweise hohen Anteil junger Erwachsener an der Bevölkerung.

Bei den Arbeitsmarktdaten befindet sich Feldkirch dagegen nur im vorderen Mittelfeld (die Arbeitsplatzdichte konnte aber überdurchschnittlich gesteigert werden). Die Kennzahlen zu Wirtschaft & Innovation punkten mit einer Vielzahl an High-TechBeschäftigten und Erwerbstätigen im Bereich der wissensintensiven Dienstleistungen. Potenziale werden in der Unternehmensdichte und der Gründungsintensität ausgemacht.

BEZIRK DORNBIRN – der größte Verlierer

Positiv:

  • + Top 10 im Bereich Demographie, vor allem aufgrund der Entwicklung des Wanderungssaldos junger Erwachsener

Negativ:

  • – Durchwachsene Arbeitsmarktdaten
Dornbirn
Dornbirn ©VOL.AT/Steurer

Feldkirch verlor 5 Plätze, Bregenz und Bludenz rutschten gar 10 Plätze ab. Der größte Verlierer aus Ländlesicht ist aber Dornbirn. Mit minus 19 Plätzen im Zukunftsranking. Dornbirn hat seine gute Top 20-Platzierung aus dem Vorjahr verloren, rankt nur mehr als 35. (nach Platz 16 im Vorjahr). Eine Top-Platzierung konnte sich Dornbirn im Kernbereich Demographie sichern – etwa aufgrund des hohen Anteils und des überdurchschnittlich positiven Wanderungssaldos junger Erwachsener.

Bei den Wirtschaftsindikatoren liegt Dornbirn im guten Mittelfeld. Obwohl der Bezirk die sechsthöchste Steigerung der Arbeitsplatzdichte verzeichnet, weist er bei den Arbeitsmarktdaten noch Potenziale auf. Angesprochen werden hier von den Studienautoren die Erhöhung der Frauenerwerbstätigkeit oder die Aufqualifizierung der Beschäftigten mit Pflichtschulabschluss.

BEZIRK BREGENZ – Erneut Vorarlberger Schlusslicht

Positiv:

  • + Demographie: Entwicklung des Wanderungssaldos junger Erwachsener

Negativ:

  • – Aufholbedarf  im Beriech Wirtschaft & Innovation
  • – Steigerungspotenziel bei der Lebensqualität
Bregenz
Bregenz ©VOL.AT/Hartinger

Erneut eine Enttäuschung im Zukunftsfähigkeitsranking ist die Landeshauptstadt Bregenz. Diese belegt im Österreichvergleich nur den 51. Platz, ein Absturz um 10 Plätze im Vergleich zum ohnehin schon bescheidenenen Vorjahresrang (41). Zum Positiven: Eine Top-10-Platzierung erzielte der Bezirk bei den demografischen Indikatoren. Das Ergebnis ist zurückzuführen auf die viertbeste Entwicklung des Wanderungssaldos junger Erwachsener und auf gute Ergebnisse in sämtlichen Niveau-Kennzahlen in diesem Bereich.

Die anderen Bereiche weisen weniger schmeichelhafte Ergebnisse auf: Sowohl im Bereich Wirtschaft & Innovation (zB bei den Gründungen oder der Anzahl der Erwerbstätigen im High-Tech-Sektor) als auch bei den Indikatoren zur Lebensqualität (insbesondere bei der Dynamik) werden dem Bezirk Bregenz Aufholpotenziale bescheinigt. Auch bei den Kennzahlen zum Arbeitsmarkt liegt Bregenz nur im Mittelfeld (weist aber eine hohe Arbeitsplatzdichte auf). Aufgrund der Niveau-Platzierungen und der weniger dynamischen Entwicklung zahlreicher Indikatoren (insb. Wirtschaft & Innovation und Lebensqualität) rückte Bregenz summa summarum im Vergleich zum Vorjahresranking um insgesamt zehn Ränge nach hinten.

Conclusio

In Summe verloren alle vier Vorarlberger Bezirke zusammen 44 Plätze im Zukunftsranking. Auffällig ist, dass trotz des kollektiven Abrutschens die Ländebezirke im Bereich Demographie punkten (z.B. Geburtenrate, Anteil der jungen Erwachsenen, Zuzug junger Erwachsener).

(Red)

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