Zugunglück in Braz: Technischer Defekt ließ Zug entgleisen

Braz - Ein technischer Defekt hat die folgenschwere Entgleisung eines Pkw-Transportzugs im Juni 2010 ausgelöst.
Lokführer: "Es war ein Gefühl der Verzweiflung"
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Laut dem Untersuchungsbericht der Bundesanstalt für Verkehr in Wien war ein Sicherungsseil zwischen zwei Waggonteilen nicht ordnungsgemäß befestigt, bestätigte Peter Urbanek, Leiter der Unfalluntersuchungsstelle für Schienenverkehr, einen Bericht von “ORF Radio Vorarlberg“.

Brazer Zugunglück: Ursache geklärt

Eine Klemme an der Waggonunterseite, mit der das Sicherungsseil der Bremsleitung befestigt war, habe laut dem Sachverständigen der TU Wien keine Spuren einer mechanischen Befestigung aufgewiesen, so Urbanek. Möglicherweise wurde die Klemme ohne Werkzeug montiert, jedenfalls war sie nicht ausreichend befestigt. Durch die Erschütterungen bei der Zugfahrt löste sich das Sicherungsseil, und die Bremsluftleitung sank so tief ab, dass sie auf korrekt im Gleis gelagerten Altschienen aufschlug. Während im ersten, etwa 100 Tonnen schweren Zugteil eine Sofortbremsung eingeleitet wurde, knickte das zweite Schlauchende um, was eine Bremsung verhinderte. Der mehrere hundert Tonnen schwere Rest des Zuges schob den vorderen Teil weiter an, bis er entgleiste.

Es sei nicht mehr nachvollziehbar, wie es zu der mangelhaften Befestigung kam, erklärte Urbanek. In den Sicherheitsempfehlungen habe man verstärkte Kontrollen und die Verwendung von zwei statt einer Seilklemme vorgeschlagen.

“Wunder von Braz”: Millionenschaden, aber keine Verletzten

Auf der Arlbergbahnstrecke bei Braz war in der Nacht auf den 16. Juni 2010 ein 777 Tonnen schwerer Autozug entgleist. Die Zuggarnitur war während sechs Kilometern außer Kontrolle und erreichte im sogenannten “Brazer Bogen” eine Geschwindigkeit von 125 statt der üblichen 60 km/h. Zehn der 16 Waggons wurden aus den Schienen gehoben, viele der geladenen Autos aus der Verankerung gerissen. Der Lokführer erlitt einen schweren Schock, weitere Verletzte gab es nicht. An den Anlagen der ÖBB entstand ein Schaden von mehreren Millionen Euro. (APA)

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