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Zu neuen Ufern aufbrechen

Das Leben gleicht dem Fluss des Wassers: Einmal plätschert es dahin, das andere Mal müssen Hindernisse überwunden werden.
Das Leben gleicht dem Fluss des Wassers: Einmal plätschert es dahin, das andere Mal müssen Hindernisse überwunden werden.
Das einzig Beständige in unserem Leben ist der Wandel. Psychologin und Psychotherapeutin Mag. Sabine Fleisch zeigt, wie Platz für Neues geschaffen werden kann.

Das Leben ist von seinem Wesen her dynamisch und gleicht sinnbildlich einem Fluss. So plätschert es manchmal gemächlich dahin, ein anderes Mal gilt es an Stromschnellen vorbeizuschwimmen, und gelegentlich findet man sich in einem neuen Auffangbecken wieder. Ob ein Ereignis letztlich Segen oder Fluch ist, hängt maßgeblich damit zusammen, wie man die Situation bewertet, damit umgeht und was man daraus macht. Meist erkennt man erst in der zeitlichen Rückschau die tiefere Bedeutung und Chance von Krisen.

Plötzlich ist alles anders

Ausnahmslos jeder erfährt Brüche im Leben, seien es Krankheiten, Ende von Beziehungen, Jobwechsel oder der Auszug von Kindern. Plötzlich ist alles anders und die gewohnten Strukturen tragen nicht mehr. Manchmal verliert man vorübergehend sogar die Orientierung. Dass zu solchen Zeiten Zweifel und Ängste aufkommen, ist ganz normal. Nur sollte man sich von ihnen nicht dauerhaft lähmen lassen.

Platz für Neues

Damit Neubeginn möglich wird, gilt es zuerst einmal das Ereignis anzunehmen, wie es ist, und auch sich selbst, mit all den zugehörigen Gefühlen. Sich erlauben zu spüren, was man fühlt, und seine Bedürfnisse nach Rückzug oder Unterstützung ernst zu nehmen – ohne dabei in die Selbstmitleidsfalle zu gehen – ist wesentlich. Gespräche oder auch das Niederschreiben der eigenen Befindlichkeit können dabei helfen, die angestauten Emotionen an die Oberfläche zu bringen und zu verarbeiten. Denn erst wenn alter Ballast gewichen ist, entsteht Platz für Neues. In kleinen Schritten kann man dann neu vom Leben kosten, das was bislang durch die äußeren Umstände auf der Strecke geblieben ist, oder worauf man bewusst verzichtet hat, kann nun zum Vorschein kommen. Alles ist erlaubt, sofern es gut tut. Auch Erfahrungen im Alltag, dass man selbst Nägel in die Wand schlagen und Mutproben bestehen kann, lassen einen wieder Sicherheit und Vertrauen in die eigene Person zurückgewinnen.

Stärker, reifer und reicher

Und so wie nach jedem Winter wieder ein neuer Frühling Einzug hält, so besitzt auch der Mensch die Fähigkeit, sich von Vergangenem zu erholen, Kräfte zu bündeln und neu aufzublühen. Selbst wenn ein Kapitel geschlossen wurde, so verbleiben noch unzählige freie Seiten im Buch des Lebens, um es weiterzuschreiben. Ihm bewusst eine neue Ausrichtung zu geben, in seiner ganz persönlichen Art und Weise, vielleicht nicht in dem Stil, wie ursprünglich geplant, aber dafür stärker, reifer und reicher an Erfahrungen.

Text: Fit & Gesund / VN

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