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Zahlreiche Besucher im San Toni

Das Organisationsteam
Das Organisationsteam ©Pezold
In der langen Nacht der Kirche pilgerten zahlreiche Gäste in die Kapelle St. Anton – San Toni für Eingeweihte.
Zahlreiche Besucher im San Toni

Hohenems. Ein umfangreiches Programm erwartete die Besucher der Kapelle am Freitagabend, die lange Nacht der Kirche wurde mit einer Maiandacht gewürdigt, jedoch gab es auch Musik von der Rütner Chorgemeinschaft, dem Emser Kirchenchor, dem Ensemble der Bürgermusik, dem Mundharmonikaclub Hohenems (Glissandos) und Pianist Bohuslav Bereta, der just an diesem Tag seinen Geburtstag feierte. Arnulf Häfele kennt sich in der Geschichte von San Toni aus und machte sich mit den Besuchern auf eine historische Reise. Organisiert wurde der Event vom Team „Erlebnis Kirchenraum Hohenems“, die mit vielen freiwilligen Helfern auch die Agape, die im Anschluss an das offizielle Programm stattfand, zu einem Erlebnis für die Gäste machten. Die Frauen hatten 800 Brötchen gebacken und auch dem Weine wurde genussvoll zugesprochen.

Das Mauleselwunder und andere Geschichten

Auf humorvolle Weise erzählte Johannes Reis (Vorsitzender Pfarrgemeinderat) über Leben und Wirken des Hl. Antonius von Padua. Selbst Wilhelm Busch beschäftigte sich ausgiebig in seinen Satiren mit dem Prediger aus Padua und führte aus, wie Asket Antonius um ein Zeichen bat und zu einem Schwein kam: „Und siehe da! – Aus Waldes Mitten – Ein Wildschwein kommt daher geschritten.“ Mit diesem Schwein zieht er denn auch in den Himmel ein, wo gemäß Busch Maria die beiden mit folgenden Worten begrüßt: „Willkommen! Gehet ein in Frieden! Hier wird kein Freund vom Freund geschieden
Es kommt so manches Schaf herein, warum nicht auch ein braves Schwein?“

San Toni – die Pestkirche

Historiker Arnulf Häfele kennt die Geschichte von San Toni genau und lud in der Nacht der Kirchen die Besucher auf eine historische Reise ein. Graf Kaspar ließ 1607 den Pestfriedhof Rochus in der Reute und Sankt Sebastian in der Ebene errichten, weil in dem kleinen Flecken Ems innerhalb von vier Monaten an die 100 Personen der Pest zum Opfer gefallen waren. Dazu ließ er eine kleine Kapelle errichten. Graf Kaspar hielt „die sterbenden Läuf“, wie man die Pest nannte, für eine Strafe Gottes. Er war der Überzeugung, dass die Bevölkerung von Hohenems zu wenig gebetet habe. Es stehe schon in alten Jahrzeitbüchern, dass man das Fest des hl. Antonius feiern müsse, um vor der Pest gefeit zu sein. Weiters stehe darin, dass man in Hohenems am Tag des hl. Fabian und des hl. Sebastian fasten müsse, um vor der Pest verschont zu werden. Man hatte nach der Pest im Jahre 1589 auch beschlossen, zur Abwehr der Pest jedes Jahr eine Prozession nach Schwarzenberg durchzuführen, an der von jedem Haushalt unter Strafe mindestens eine Person teilnehmen müsse. Auch der Pfarrer war bei dieser Wallfahrt zechfrei zu halten. Graf Kaspars Ziel, mit den Prozessionen die furchtbare Pest zurückdrängen, wurde freilich nicht erreicht. Genau das Gegenteil war der Fall: Durch die steigende Zahl der verfügten Zwangs-Prozessionen kamen immer mehr Leute zusammen und nach jedem Kreuzgang breitete sich die Pest noch schneller aus. Im Jahre 1643 ließ dann der Hofmeister des Grafen Jakob Hannibal Berna von Steinach, ein Edelmann aus Mailand, die heutige Kapelle im San Toni errichten. Im Jahre 1650 kam er in Bedrängnis, weil er mit der 50-jährigen Margareta Wayblerin Ehebruch begangen habe. Er verteidigte sich mit der Ausrede: „Dann hat eben der Teufel in meiner Gestalt mit der Wayblerin geschlafen. Ihm wurde geglaubt, die Wayblerin aus dem Ortsteil Emsbauern wurde als Hexe verleumdet, am 20. Oktober 1650 geköpft. 

Fröhlicher Ausklang mit einer Agape

800 Brötchen, von den Frauen des Veranstaltungsteams selbst gebacken, dufteten in den Körben. Der Wein war gekühlt, das Ensemble der Bürgermusik und die Glissandos musizierten am Platz und unterhielten die Kirchenbesucher. Nachdem das offizielle Programm beendet war, widmete man sich der Geselligkeit und ließ bei einem Gläschen den Abend Revue passieren.

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