Xbox bleibt Verlustgeschäft

Der Softwarekonzern Microsoft hat am Donnerstag nach US-Börsenschluss seinen Bericht über das abgelaufene zweite Geschäftsquartal vorgelegt.

Umsatzbringer war erneut die Spielekonsole Xbox 360, die den Erlös des Geschäftsfeldes Entertainment and Devices um 76 Prozent auf 2,9 Mrd. Dollar anhob. Trotz des starken Umsatzwachstums lag der operative Verlust der Entertainment-Sparte bei 289 Mio. Dollar. “Der Stellenwert der Spielekonsole ist in den vergangenen Jahren sehr deutlich gestiegen. Man hat auch Marktwert gegenüber Sony gewinnen können”, so Raiffeisen-Research-Analyst Christian Hinterwallner gegenüber pressetext. Das Geschäft mit dem Betriebssystem bringe trotzdem noch den Hauptteil der Umsätze. “Andere Sektoren sollten mittelfristig aber ebenfalls eine größere Rolle spielen”, erläutert der Analyst.

Der Softwareriese sei oft nicht der Initiator von neuen Entwicklungen und gehe diese meist erst spät an. “Microsoft setzt sich oft erst sehr spät auf ein Wachstumsfeld und versucht dieses dann zu erobern”, so Hinterwallner. Derzeit sei das Unternehmen noch sehr softwarelastig, mit der positiven Entwicklung der anderen Geschäftsfelder sei aber zu rechnen. Microsoft gab bekannt, dass die abgesetzte Stückzahl der Xbox 360 bis Ende des Geschäftsjahres im Juni bei zwölf Mio. liegen werde. Bisher hatte der Konzern von 13 bis 15 Mio. Stück gesprochen. Man wolle die bislang hohen Investitionen in die Entwicklung der Spielekonsole reduzieren, heißt es aus dem Unternehmen. Mit jedem Stück verkaufter Hardware verliere Microsoft in diesem Sektor Geld, Gewinne sollen daher künftig vor allem mit Spielsoftware erreicht werden, schreibt das Wall Street Journal.

Die Konzentration auf das Kerngeschäft Software zeichnet sich auch in den Quartalszahlen ab. Das Nettoergebnis ging im abgelaufen zweiten Quartal um rund eine Mrd. Dollar auf 2,6 Mrd. Dollar zurück. Grund war der verschobene Start des neuen Betriebssystems Vista und Office 2007. Um einen Rückgang der PC-Absätze in der mit Ende Dezember 2006 abgeschlossenen Berichtsperiode zu verhindern, gab Microsoft an Käufer Gutscheine für kostenlose Vista-Upgrades aus. Hinterwallner bewertet dies als gute Lösung, um den PC-Absatz im vergangenen Weihnachtsgeschäft zu retten. Mit dem neuen Betriebssystem werde neben den Umsätzen auch dieser Sektor weiter anziehen, so der Analyst. Microsoft gab an, dass aufgrund des Gutscheinprogramms rund 1,6 Mrd. Dollar des Umsatzes vom zweiten in das dritte Quartal verschoben werde. Ohne diesen Effekt hätte Microsoft ein Umsatzwachstum von 20 Prozent erreicht, zitiert das Wall Street Journal das Unternehmen.

Insgesamt stieg der Umsatz im zweiten Quartal um sechs Prozent auf 12,5 Mrd. Dollar. Damit lag der Konzern über den Erwartungen von Analysten, die im Vorfeld mit einem Umsatz von rund zwölf Mrd. Dollar und einem Ergebnis je Aktie von 23 Cent statt den nun erreichten 26 Cent gerechnet hatten. Für das laufende dritte Quartal stellt Microsoft Umsätze von 13,7 bis 14 Mrd. Dollar in Aussicht, der Gewinn je Aktie soll zwischen 45 und 46 Cent liegen. Die Prognose für das Betriebsergebnis wurde zwischen 6,1 und 6,3 Mrd. Dollar angesetzt. Im abgeschlossenen zweiten Quartal lag dieses bei 3,4 Mrd. Dollar. Das gesamte Geschäftsjahr soll Ende Juni 2007 mit einem Umsatz von 50,2 bis 50,7 Mrd. Dollar sowie einem Betriebsergebnis von 19,3 bis 19,7 Mrd. Dollar abgeschlossen werden. Die Prognose für die kommenden Monate sei realistisch und zeuge von Zuversicht, erläutert Hinterwallner.

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