„Wollte nie eine Wald- und Wiesenmalerin werden“

Die Bilder von Elfi Mayer-Kollmannsberger sind im Rahmen einer Vernissage am 1. Oktober im Kulturhaus zu sehen.
Die Bilder von Elfi Mayer-Kollmannsberger sind im Rahmen einer Vernissage am 1. Oktober im Kulturhaus zu sehen. ©Edith Hämmerle
Elfi Mayer-Kollmannsberger zeigt ihre Acrylbilder im Rahmen einer Ausstellung.
Acryl-Bilder von Elfi Mayer-Kollmannsberger

Dornbirn. Ausgerechnet bei einem Klassentreffen bekam Elfi Mayer-Kollmannsberger den Anstoß zur Malerei. Es war 1985, erinnert sie sich genau an die Begebenheit, als ihr die Lehrerin aus der letzten Klasse das Bild zeigte, das sie ihr als 14-Jährige zum Schulabschluss geschenkt hatte. „Die Zeichnung zeigt eine Winterlandschaft, einfach und doch klar im Ausdruck, ich war verblüfft und dachte: eigentlich hättest du Talent“, erzählt die heute 79-jährige Dame. Doch damals nahmen sie Familie und Beruf so sehr in Anspruch, dass sie sich selbst vergaß. Und genau das wollte sie bald ändern. Bei einer Vernissage lernte sie den Künstler Siegfried Kresser kennen. „Wir verstanden uns auf Anhieb und ich fragte ihn, ob er mich unterrichten würde. Im Herbst 1988 bekam ich leider keinen Platz mehr“, erzählt sie weiter, „doch ein halbes Jahr später war ich dabei. Mit Grundfarben, Pinseln und einem Aquarell-Block ausgestattet, startete ich in den ersten Malkurs.“ Kresser habe ihr Talent erkannt und gefördert, wie sie selbst sagt, und sie habe bei ihm viel gelernt. Leider sollte es nicht lange dauern, der Künstler verstarb zwei Jahre später.

„Der Weg ist das Ziel“

Doch die Leidenschaft zur Malerei verlieh ihr Mut und Kraft. Bald wurde die passionierte Malerin beim Kunstraum Dornbirn Mitglied und besuchte laufend Seminare. Sie hätte gerne Malerei studiert, doch die finanziellen Mittel ließen es nicht zu. Dennoch investierte sie alles Geld, das sie erübrigen konnte, um die Sommerakademie in Südtirol zu besuchen. „Das war Knochenarbeit“, gibt sie lachend preis. „Genauigkeit und den Blick für das Wesentliche zu erfassen, lernte ich dort.“ Fortan verwendete sie ihre Urlaube für Malreisen.

Erste Ausstellung 1990

Der Erfolg stellte sich mit ihrer ersten Ausstellung 1990 ein. Vom damaligen Direktor der Raiffeisenbank Kurt Spiegel bekam sie das Angebot für eine Ausstellung in der Bank. „Ich war die erste, die im Rahmen einer Vernissage diese Chance bekam, das war schon etwas Besonderes, und ich war auch ein bisschen stolz auf mich.“ Während sie darüber spricht, lacht sie herzlich und ergänzt: „Ich wollte nie eine Wald- und Wiesenmalerin werden.“ Zahlreiche weitere Ausstellungen folgten, auch über die Landesgrenze hinaus. Anerkennung gaben ihr auch die fünf Gemälde, die im Laufe der Jahre von der Stadt Dornbirn erworben wurden, die das Rathaus schmücken. Ihr künstlerisches Schaffen begann mit Aquarell. Später widmete sie sich auch Mischtechniken wie beispielsweise der Panta-Rhei. Nachdem sie sowieso ein Faible für ausdrucksstrake Farben hat, entschied sie sich dann ausschließlich für Acryl auf Leinwand.

Vernissage am 1. Oktober

Nach einer krankheitsbedingten längeren Pause meldet sich die Dornbirner Künstlerin voller Elan zurück. Ihr Atelier an der Hatlerstraße ist voll mit Bildern, bereit für die nächste Ausstellung am Donnerstag, 1. Oktober, die bis Sonntagabend, 4. Oktober, im Kulturhaus Dornbirn zu sehen sein wird. Ihr liebstes Ausstellungsstück ist das „Rote Haus“, das Wahrzeichen Dornbirns, außerdem der „Hatler Brunnen“, „Frau mit Hut“, oder auch ein Bild aus früheren Jahren, die „Adolf-Hemrich-Hütte“, das sie am Bödele malte. Mit der Serie „Wem gehört das Bödele?“ habe dieses Bild an Attraktivität gewonnen, meint Mayer-Kollmannsberger und blickt gespannt auf ihre kommende Ausstellung im Kulturhaus. EH

Ausstellung:
„Farbenfrohe Objekte“ von Elfi Mayer-Kollmannsberger
Donnerstag, 1. Oktober, bis Sonntagabend, 4. Oktober.
Im Foyer des Kulturhauses Dornbirn

Zur Person
Elfi Mayer-Kollmannsberger
geb.: 20. 10. 1940
Wohnort: Dornbirn
Beruf: selbstständige Friseurmeisterin (in Pension)
Familie: Mutter eines Sohnes (Michael) und einer Tochter (Nicole), 3 Enkel
Hobbys: Malen, Radfahren, Wandern, Malreisen
Lebensmotto: „Der Weg ist das Ziel“.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Dornbirn
  • „Wollte nie eine Wald- und Wiesenmalerin werden“
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen