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Wolford setzt auf eigene Näherei in Slowenien

Bregenz - Die Finanzkrise hinterlässt auch im Luxussegment deutliche Spuren. Beim börsenotierten Vorarlberger Textilhersteller Wolford ist der Gewinn im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2008/09 massiv eingebrochen, der flächenbereinigte Umsatz war leicht rückläufig.

Im Gesamtjahr werden Umsatz und Ergebnis laut Vorstandschef Holger Dahmen “unter dem Vorjahr” liegen. Das Unternehmen setzt auf Kostensenkung und gleichzeitig hohe Investitionen – so fließen beispielsweise rund 4,5 Mio. Euro in eine eigene Näherei in Slowenien. Ein Stellenabbau in Bregenz sei “nicht auszuschließen”.

In den ersten sechs Monaten 2008/09 sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) gegenüber der Vorjahresperiode von 5,1 auf 3,7 Mio. Euro, die EBIT-Marge schmolz von 6,7 auf 4,8 Prozent. Der Periodenüberschuss brach den Unternehmensangaben von heute, Freitag, zufolge von 3,6 Mio. auf 716.000 Euro ein. Der Gewinn je Aktie schrumpfte in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres von 0,74 auf 0,15 Euro. Rückläufig entwickelte sich auch der Cash-Flow aus dem Ergebnis – von 7,3 auf 4,5 Mio. Euro. Der Verschuldungsgrad (Gearing) wiederum erhöhte sich von 38,2 auf 51,4 Prozent.

Den deutlichen Gewinnrückgang zum Halbjahr begründete das Management mit der weltweiten Entwicklung auf den Finanzmärkten und der folglich spürbar gebremsten Konsumnachfrage, den Investitionen und Startkosten an den neuen Standorten sowie Belastungen infolge von Fremdwährungsrelationen. Auch die Bankenfinanzierungen hätten sich verteuert.

Die Effizienz soll nun steigen, die Kosten sinken. Gleichzeitig fährt Wolford einen beherzten Investitionskurs. Im ersten Halbjahr 2008/09 investierte das Unternehmen 9,3 Mio. Euro – ein Großteil davon (62 Prozent) floss in die Erweiterung der Monobrand-Distribution, also in eigene und von Partnern geführte Wolford-Boutiquen. Allein im ersten Halbjahr wurden 16 neue Geschäfte eröffnet.

Die eigene Näherei in Slowenien lässt sich der Konzern 4,5 bis 4,6 Mio. Euro kosten, um in weiterer Folge von den niedrigeren Lohnkosten zu profitieren. Die Inbetriebnahme des Werkes auf einer bebauten Fläche von 3.500 bis 4.000 Quadratmetern ist für den Beginn des Geschäftsjahres 2010/11 geplant. Dahmen will dort voraussichtlich 150 bis 170 Mitarbeiter beschäftigten. Zum Vergleich: In der österreichischen Näherei sind derzeit rund 250 Arbeitnehmer aktiv.

“Im Moment bauen wir Nähkapazität für zukünftiges Wachstum auf – alle anderen Kernkompetenzen wie etwa die technologische Entwicklung, Strickerei und Färberei bleiben in Bregenz”, sagte Dahmen heute, Freitag, bei einer Pressekonferenz. Wolford beschäftigt den Angaben zufolge schon seit einigen Jahren Lohnkonfektionäre in Slowenien, die nun sukzessive zurückgefahren werden sollen. Vorerst wurden dort allerdings nur Bodys genäht.

“Wenn wir mit den Strumpfhosen nach Slowenien gehen, könnte das einen Know-how-Verlust bedeuten”, begründete Dahmen den Entschluss zu einer eigenen slowenischen Näherei. Die restliche Produktion bleibe nach wie vor in Österreich. Wolford beschäftigte zum Stichtag (Ende Oktober) weltweit 1.689 (Vorjahr: 1.685) Mitarbeiter – 1.250 davon in Bregenz. Die Produktivität ist zuletzt leicht gesunken – der Anteil der Personalkosten am Nettoumsatz erhöhte sich im ersten Halbjahr leicht von 47,3 auf 48,4 Prozent.

Ware, die in den Boutiquen keine Käufer findet, wird über mittlerweile 20 Factory-Outlets vertrieben. “Wir haben das in den vergangenen zwei Jahren systematisch betrieben”, sagte der stellvertretende Vorstandschef Peter Simma. In den kommenden Monaten sollen sechs weitere Outlets dazukommen – zwei davon in den USA, die restlichen in Belgien, Italien, Spanien und Deutschland.

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