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Wo Vergangenheit und Gegenwart sich treffen

Susanne Scholl (rechts) las aus ihrem neuen Roman. Die Organisatorin ihrer Lesungen, Samya Lind, stellte ihr Fragen dazu.
Susanne Scholl (rechts) las aus ihrem neuen Roman. Die Organisatorin ihrer Lesungen, Samya Lind, stellte ihr Fragen dazu. ©Verena Kogelnig
Lesung der engagierten Autorin und Journalistin Susanne Scholl im TaS.
Lesung von Susanne Scholl

Feldkirch Am Sonntagvormittag las die Autorin Susanne Scholl im Theater am Saumarkt in Feldkirch aus ihrem jüngsten Buch „Wachtraum“. In dem Roman setzt sie sich mit den Parallelen auseinander, die sie zwischen der Verfolgung einer jüdisch-österreichischen Familie während des Holocaust und der gegenwärtigen Situation hierzulande wahrnimmt. In für das TaS unüblicher Weise stellte sich die Autorin nicht den Fragen der Literaturgruppe des Saumarkt-Vereins, vielmehr präsentierte sie ihr Buch in einem Gespräch mit der Organisatorin ihrer Lesungen.

Ähnlichkeiten zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Als Auslandskorrespondentin verbrachte Scholl etwa 20 Jahre außerhalb Österreichs. Mit der hieraus gewonnenen Distanz und einem kritischen Blick betrachtete sie bereits in früheren Büchern, was es bedeutet, als Asylwerber in Österreich zu leben oder zu warten. Hierbei ließ sie bisweilen ihre eigene Familiengeschichte durchschimmern, etwa die Ermordung ihrer Großeltern durch Nationalsozialisten oder die Flucht ihrer Eltern nach England. Trotz der Ähnlichkeiten mit der Familiengeschichte ihrer Romanfigur sei das Buch jedoch nicht biografisch, betonte Scholl. Dennoch sensibilisierte die Erfahrung ihrer Familie sie für dieses Thema. So entdecke sie im heutigen Umgang mit Geflüchteten wie in der Sprache von Politikern Ähnlichkeiten zu dem, was ihre Familie zu Zeiten des Holocaust erlebte: „Nicht weil es dieselbe Vernichtungsmaschinerie gibt, denen meine Großeltern zum Opfer fielen“, führte sie aus, „sondern weil es die gleiche menschenverachtende Einstellung gibt.“

Auszeichnungen für Engagement als Journalistin

Wiewohl die im Roman geschilderten Schicksale äußerst erschreckend sind, wird durch den nüchternen Erzählstil ein Abstand zum Leser gewahrt. Die unmittelbare Anteilnahme mag sich bei manchem nicht einstellen. Klar spricht sich Scholl jedoch für soziales Engagement aus, so auch im Gespräch, das an die Lesung anschloss. Sie selbst bewies ihren Einsatz etwa durch offene Briefe an Ministerien. Zuletzt ging sie aus Protest gegen die neue Regierung auf die Straße. Als Verfechterin eines menschenwürdigen Umgangs und der Pressefreiheit wurde sie unter anderem mit dem Concordia-Preis ausgezeichnet, sieht sich jedoch andererseits fortlaufend mit Anfeindungen konfrontiert. VKO

 

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