Wirbel um Impfung für Bürgermeister Matt

Feldkirchs Bürgermeister Wolfgang Matt wurde am Samstag im Haus Gisingen gegen das Coronavirus geimpft. Die zuständige Ärztin erhebt schwere Vorwürfe.
Feldkirchs Bürgermeister Wolfgang Matt wurde am Samstag im Haus Gisingen gegen das Coronavirus geimpft. Die zuständige Ärztin erhebt schwere Vorwürfe. ©VN/Stiplovsek
Umstrittene Corona-Impfung für ersten Politiker im Land: Der Feldkircher Bürgermeister Wolfgang Matt hat sich nicht an die Impfreihenfolge gehalten.

Wie die Vorarlberger Nachrichten in ihrer Dienstagsausgabe berichten, ließ sich Feldkirchs Stadtoberhaupt Wolfgang Matt am Wochenende in einem Seniorenheim gegen Covid-19 impfen, obwohl der 65-Jährige noch nicht an der Reihe war. Weil kurzfristig Impfstoff zur Verfügung stand, wurde im Seniorenheim Gisingen eine Impfstraße eingerichtet. Über 90 Prozent der Bewohner wollten sich impfen lassen, so Heimleiter Herbert Lins.

Ärztin verweigerte Impfung

Am Tag der Impfung sah die zuständige Heimärztin Susanne Furlan, dass sich sowohl der Feldkircher Bürgermeister als auch Sozialstadtrat Guntram Rederer in der Warteschlange befanden. Sie wies beide darauf hin, sich am Montag über die offizielle Anmeldemöglichkeit vormerken zu lassen. Und obwohl die Ärztin Matt die Impfung verweigerte, erhielt dieser am Schluss doch die letzte Dosis des Biontech-Pfizer-Impfstoffes. "Es sind noch so viele Leute draußen gestanden, die eine Impfung dringender benötigt hätten", empörte sich die Ärztin gegenüber den Vorarlberger Nachrichten.

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Ärztin Susanne Furlan (r.) klagt die Verabreichung des Impfstoffes an das Stadtoberhaupt als "Ungerechtigkeit" an.

Matt sieht keinen Fehler

Heimleiter Lins verteidigt das Vorgehen - der Bürgermeister habe engen Kontakt mit der Einrichtung und sei regelmäßig im Haus. Auch Feldkirchs Bürgermeister kann nichts Falsches an seinem Vorgehen sehen. Er stünde mit den Bewohnern des Pflegeheimes in engem Kontakt und die Impfstrategie der Heime sehe in diesen Fällen eine Priorisierungsreihung vor. Vonseiten der Landesregierung hieß es, dass sich auch die Politik an den Impfplan zu halten habe. Eine Priorisierung, weil man öfters zu Terminen ins Pflegeheim will, gebe es nicht.

Aufregung auch um Rotes Kreuz

Bereits in der vergangenen Woche hatte es in Vorarlberg Aufregung gegeben, weil Rot-Kreuz-Direktor Roland Gozzi von der Impf-Reihenfolge abgegangen war. Er hatte nicht nur Rot-Kreuz-Mitarbeiter, sondern auch deren Angehörige zur Impfung eingeladen. Gozzi hatte nach eigenen Angaben befürchtet, dass der Impfstoff verfallen könnte. Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) betonte, dass man die Impfung der Angehörigen sofort unterbunden habe.

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(Red., APA)

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