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„Wir können nicht nur unsere Landschaft servieren“

Bürgermeister Martin Bereuter setzt in vielen Bereichen auf regionale Zusammenarbeit.
Bürgermeister Martin Bereuter setzt in vielen Bereichen auf regionale Zusammenarbeit. ©Laurence Feider
Bürgermeister Martin Bereuter im Heimat-Interview über vorrangige Themen in der Gemeinde und zukünftige Herausforderungen.
Bürgermeister Martin Bereuter

Wie geht es Ihnen nach drei Jahren im Amt?

Bereuter: Auch nach drei Jahren bringt noch jeder Tag eine neue Herausforderung, weil das Aufgabengebiet gerade als Bürgermeister einer Kleingemeinde sehr breit gefächert ist. Man kann es nicht jedem recht machen, sollte es aber jedem gleich machen.

 

In welche Richtung sollte sich Sibratsgfäll entwickeln?

Bereuter: Unser Ort sollte sich nachhaltig entwickeln. Wir setzen auf regionale Zusammenarbeit, wo es Sinn macht. Ich denke, wir müssen in vielen Bereichen eng zusammenarbeiten, damit wir eigenständig bleiben können. Ein Beispiel ist die Baurechtsverwaltung Bregenzerwald, der bereits 16 Bregenzerwälder Gemeinden angehören. Auch im schulischen Bereich besteht durch den Schulerhalterverband eine enge Zusammenarbeit mit Hittisau und Riefensberg, ebenso wie im Bereich der Kleinkindbetreuung.

 

Welche Themen beschäftigen Sie derzeit am meisten?

Bereuter: Derzeit sind wir mit der Erstellung eines Kanalkatasters beschäftigt sowie mit der Erschließung von gewidmeten Bauplätzen – mit 25 Objekten in drei Jahren erlebt Sibratsgfäll einen regelrechten Bauboom. Mit dem gemeinsamen Sanierungs- und Bauprojekt der Sprengel-Mittelschule Hittisau erwartet uns ein Riesenprojekt, das uns auch vor große finanzielle Herausforderungen stellt. Dennoch bin ich überzeugt, dass wir das gemeinsam schaffen werden.

 

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Bereuter: Wichtig wäre eine engere Partnerschaft zwischen Gastronomie und Landwirtschaft. Letztere ist der Garant, dass das Dorf gehegt und gepflegt wird und damit die Grundlage für funktionierenden Tourismus. In den Betrieben muss vermehrt auf Regionalität gesetzt werden – wir sollten dem Gast nicht nur unsere schöne Landschaft, sondern auch unsere Produkte servieren. Hier ist die gesamte Bevölkerung gefordert, die Strukturen der Nahversorgung stärker zu nutzen, damit sie uns auch erhalten bleiben. Auch bei den sanierungsbedürftigen Skiliften Krähenberg wird einiges zu tun sein, damit der Skibetrieb aufrechterhalten bleiben kann.

 

Was macht die besondere Lebensqualität in Sibratsgfäll aus?

Bereuter: Da fällt mir viel ein: Unsere Natur in all ihren Facetten, die Infrastruktur mit eigenem Kindergarten und eigener Volksschule, der Nahversorger, die flächendeckende Land- und Alpwirtschaft, eine eigene Milchverarbeitung im Dorf, lebendige Vereine mit engagierten Mitgliedern und vieles mehr. Ich denke, in der Stille der unberührten Natur liegt eine große Heilkraft verborgen.

 

Haben Sie einen Lieblingsort in Ihrer Heimatgemeinde?

Bereuter: Wenn es die Zeit zulässt, gibt es nichts Schöneres als auf dem Bänkle auf der Neualpe den Sonnenuntergang zu bewundern.

 

 

Steckbrief:

Zur Person

Name: Martin Bereuter

Geburtsjahr: 1970

Familienstand: Lebenspartnerin

Erlernter Beruf: Landwirt

Wohnort: Sibratsgfäll

Hobbys: Pferdezucht, wandern, biken

Lebensmotto: Denke an das, was du hast und nicht immer an das, was dir fehlt!

 

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