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"Wikinger" ist in die Jahre gekommen

Doch im ÖFB-Stiegl-Cup gegen Austria Lustenau setzen die Rieder heute auf ihren Routinier Herwig Drechsel.

Er ist mit Sicherheit nicht mehr der Jüngste und der Schnellste war er noch nie, doch mit all seiner Routine ist Herwig Drechsel für den SV Ried Gold wert. Mit seinen nunmehr 36 Jahren tickt die biologische Fußballer-Uhr. In der Meisterschaft verspürte dies der Kapitän der “Wikinger”, indem er von Trainer Paul Gludovats nicht zur ersten Garde zählt. Im Pokal aber soll es der Mittelfeldspieler, der im August 1996 sein BL-Debüt im Dress der Rieder gefeiert hat und dessen Vertrag bei den Innviertlern im Sommer ausläuft, noch einmal richten. Quasi eine Abschiedsgala für den verdienten Kapitän. An Drechsel hat auch Austria-Trainer Edi Stöhr gute Erinnerungen, verfolgt er den Spieler doch schon seit vielen Jahren. Ein “junger Bursch” sei er gewesen, als Stöhr ein erstes Mal in Lustenau das Traineramt bekleidete. “Für uns war er damals unbezahlbar.” Aber auch Oliver Glasner (fehlt verletzungsbedingt) sowie Ewald Brenner kennt der Austria-Coach noch aus “alten Duellen”. “Brenner hat mich wirklich einmal brennend interessiert. Wir haben uns ernsthafte Gedanken gemacht, ich habe mit dem Burschen auch telefoniert”, erzählt Stöhr. Letztendlich habe es dann nicht geklappt.

“Eine großartige Sache”

Sowohl für den Trainer als auch die Mannschaft ist das heutige Cup-Viertelfinalspiel (19 Uhr) keine lästige Aufgabe, die Partie besitzt vielmehr einen hohen Stellenwert. “Ein Viertelfinale ist eine großartige Sache”, freut sich Stöhr auch persönlich auf den Pokal-Abend. “Das Spiel ist wichtig für unseren Verein, aber auch für unsere Spieler. Ein gute Möglichkeit zu sehen, wie weit unsere Spieler sind”, so Stöhr. Mittels eines kurzen Videostudiums will er die Mannschaft am Spieltag auf den Gegner einstimmen.

Mit Bjalava und Kridéne

Personell ist Stöhr gegenüber dem Dornbirn-Match zu Umstellungen gezwungen. Kapitän Harald Dürr fehlt aufgrund einer Sperre. Somit ist klar, dass Jürgen Kampel ins Mittelfeld rückt und Christoph Stückler mit Daniel Ernemann die Innenverteidigung bilden wird. Den frei werdenden rechten Verteidigerplatz wird Benedikt Zech einnehmen. Die fehlende Ausländerbeschränkung im Cup macht es möglich, dass mit Mirzad Bjalava und Ali Kridéne zwei zusätzliche Legionäre in den Kader rücken. Dass die drei Frühjahrsniederlagen gegen Dornbirn, die Juniors und Hartberg ihre Spuren hinterlassen haben, will und kann Stöhr nicht von der Hand weisen. “Wir hatten richtig daran zu knabbern.” Jetzt aber gehe er wieder mit guten Gedanken an die Spiele heran – auch wenn es sich wie mit dem SV Ried um ein heimstarkes BL-Team handelt. “Ich will, dass meine Mannschaft frei, locker und mit viel Leidenschaft zu Werke geht. Am Ende werden wir dann sehen, ob es gereicht hat.”

Erst ein Klub im Halbfinale

Für die Grün-Weißen aus Lustenau ist es das dritte Mal in der Klubgeschichte, dass man im Cup-Viertelfinale steht. 2005 scheiterte die Mannschaft zu Hause gegen den GAK (1:3), 1999 war – ebenfalls in einem Heimspiel – gegen den LASK (0:1) Endstation. Den Sprung ins Viertelfinale schafften bislang auch SW Bregenz (zwei Mal), der FC Hard, FC Lustenau und SCR Altach. In der Saison 1975 gelang Vorwerk Vorarlberg (Bregenz/Bludenz) sogar der Einzug ins Halbfinale. Dort scheiterten Brunnenmaier und Co. in zwei Spielen an Sturm Graz (1:3 bzw. 2:4.)

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