AA

Wie sich Ihre Psyche schützt

©Symbolfoto via Dall-E (KI)
Menschen haben psychische Abwehrmechanismen entwickelt, um mit den Herausforderungen des Alltags umzugehen. Sich dieser Mechanismen bewusst zu werden und sie zu reflektieren, kann zu größerer Zufriedenheit und einem besseren Umgang mit Gefühlen führen.

Menschen begegnen im täglichen Leben zahlreichen Herausforderungen, die ihre psychische Belastbarkeit auf die Probe stellen. Wie ein Autofahrer, der automatisch den Scheibenwischer einschaltet, wenn es zu regnen beginnt, hat auch unsere Psyche Mechanismen entwickelt, um mit emotionalen Herausforderungen umzugehen. Diese Mechanismen wirken reflexartig, um uns durch die 'Regenschauer' des Alltags zu führen, lösen aber keine tiefer liegenden Probleme.

Psychische Abwehrmechanismen

Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse, entwickelte das Konzept der psychischen Abwehrmechanismen, die auf seinem Instanzenmodell basieren. Diese Mechanismen helfen Menschen, Konflikte zwischen ihren moralischen Werten (dem "Über-Ich") und ihren instinktiven Wünschen (dem "Es") zu bewältigen. Sie bieten kurzfristige Lösungen und Stressbewältigung, indem sie schmerzhafte Gefühle und Frustrationen regulieren.

Gefühle, Beziehungen, Selbstbild

Im Laufe der Zeit hat sich das Verständnis dieser Mechanismen erweitert. Heute konzentriert sich die Forschung auf die Abwehrstruktur der Persönlichkeit, die aufzeigt, wie Menschen grundsätzlich auf Gefühle, Beziehungen und ihr Selbstbild reagieren.

Beispiele für Abwehrmechanismen:

  1. Verdrängung: Dies ist einer der häufigsten Abwehrmechanismen. Hierbei werden schmerzhafte oder bedrohliche Erinnerungen aus dem bewussten Erleben verbannt. Beispielsweise kann jemand nach einem traumatischen Erlebnis wichtige Details oder sogar das gesamte Ereignis "vergessen". Verdrängung hilft kurzfristig, mit dem Schmerz umzugehen, kann aber langfristig zu psychischen Problemen führen.
  2. Verleugnung: Bei der Verleugnung weigert sich eine Person, eine unangenehme Realität anzuerkennen, selbst wenn es dafür klare Beweise gibt. Ein klassisches Beispiel ist das Ignorieren gesundheitlicher Symptome aus Angst vor einer ernsthaften Diagnose. Diese Abwehr hilft, Angst und Sorgen kurzfristig zu vermeiden, kann jedoch langfristig negative Auswirkungen haben.
  3. Projektion: Hierbei werden eigene unerwünschte Gedanken, Gefühle oder Motive auf eine andere Person projiziert. Wenn jemand zum Beispiel wütend auf seinen Chef ist, könnte er stattdessen wahrnehmen, dass der Chef immer wütend auf ihn ist. Durch Projektion wird der innere Konflikt nach außen verlagert, was kurzfristig entlastend wirken kann.
  4. Rationalisierung: Diese Abwehrform tritt auf, wenn Individuen ihre Handlungen oder Gefühle mit logisch klingenden, aber oft nicht zutreffenden Erklärungen rechtfertigen. Zum Beispiel könnte jemand, der bei einer Beförderung übergangen wurde, behaupten, dass die Beförderung zu viel zusätzliche Verantwortung bedeutet hätte, obwohl er tatsächlich enttäuscht ist.
  5. Spaltung: Bei der Spaltung wird die Welt in "gut" und "böse" aufgeteilt, ohne Zwischentöne zu berücksichtigen. Dies kann zu einer idealisierten Sicht auf bestimmte Menschen führen, während andere als völlig negativ angesehen werden. Diese Schwarz-Weiß-Denkweise vereinfacht komplexe Beziehungen, führt aber oft zu unrealistischen Einschätzungen und Beziehungskonflikten.
  6. Sublimierung: Dieser Mechanismus beinhaltet das Umwandeln von unerwünschten Impulsen in gesellschaftlich akzeptierte oder sogar produktive Aktivitäten. Zum Beispiel könnte jemand, der Aggressionen verspürt, diese Energie in intensiven Sport oder künstlerisches Schaffen umleiten. Sublimierung ist oft eine konstruktive Art, mit schwierigen Emotionen umzugehen.
©Ki-Bild via Dall-E

Selbstreflexion

Es ist wichtig, sich der eigenen Abwehrmechanismen bewusst zu werden. Dies kann langfristig zu größerer Zufriedenheit und einem besseren Umgang mit Gefühlen führen. Experten auf diesem Gebiet empfehlen, das eigene Verhalten regelmäßig zu reflektieren und gegebenenfalls professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Durch Selbstreflexion kann man lernen, ob und wie man auf seine inneren Automatismen festgelegt ist und wie diese gegebenenfalls durchbrochen werden können.

(VOL.AT)

Selbsthilfe-Banner
home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Gesundheit
  • Wie sich Ihre Psyche schützt