Wie Schule vor 80 Jahren war

Die Drittklässler der VS Leopold waren fasziniert von den alten Schulgeschichten von Opa Konrad.
Die Drittklässler der VS Leopold waren fasziniert von den alten Schulgeschichten von Opa Konrad. ©cth
Konrad Flatschacher erzählte den Kindern der VS Leopold aus seiner Schulzeit.
Wie Schule vor 80 Jahren war

Dornbirn. Den ersten Schultag im September 1941 wird Konrad Flatschacher nie vergessen: „Er war nicht besonders schön. Wir hatten keine Schultasche, gingen barfuß in die Schule, der Schulweg dauerte über eine Stunde und alles war sehr bescheiden.“ Gebannt lauschen die Drittklässler der VS Leopold den Erzählungen des 86-jährigen. „Opa Konrad“ ist zu Gast in der Hatler Schule, um den Kindern von seiner Schulzeit in den 1940er Jahren zu berichten und Frage und Antwort zu stehen. Gefragt wird an diesem Vormittag viel, denn die Schüler sind fasziniert von den Erzählungen des gebürtigen Steirers. Er hat eine kleine Schiefertafel mitgebracht, um zu veranschaulichen, wie er vor 80 Jahren schreiben gelernt hat. Auch ein altes Klassenfoto und ein Zeugnis hat der agile Pensionist mit im Gepäck. Ausführlich werden die alten Dokumente von den neugierigen Kindern betrachtet. „Du warst ja ein richtig guter Schüler!“, stellt Emilian fest, als er die vielen „Sehr Gut“ auf dem Abschlusszeugnis sieht. „Ganz passabel“, entgegnet ihm Konrad trocken.

Andere Zeiten

„Ein ganz besonderer Moment war, als wir das erste eigene Buch zum Lesen bekamen, denn bis dahin hat sich die ganze Klasse ein Buch geteilt“, schildert dieser weiter. Die Kinder können kaum fassen, wie bescheiden der Schulalltag und das Leben früher waren. Dass es normal war, sich auf einen langen und beschwerlichen Schulweg – zu jeder Jahreszeit in kurzen Hosen – zu begeben, die wenigen Schulsachen mit einem einfachen Stoffsack zu transportieren und lediglich ein Stück trockenes Brot als Jause zu haben. „Waaaaas!“, tönt es laut durch das Klassenzimmer, als Opa Konrad dann auch noch erzählt, dass er erst mit zehn Jahren zum ersten Mal eine Schokolade essen konnte. Unvorstellbar für die Leopold-Kinder.

Und so nehmen sie sich die Ratschläge und weisen Worte des alten Mannes an diesem Tag besonders zu Herzen: „Ihr könnt euch sehr glücklich schätzen, wie schön eure Schule ist, dass ihr so tolles Material zum Arbeiten habt und überhaupt jeden Tag lernen dürft.“ Es wird kurz still im Klassenzimmer. „Für mich ist es aber eine Freude zu sehen, wie frei und aufgeweckt die Kinder heute sein dürfen“, erklärt Konrad Flatschacher bevor er geht. Auch für ihn war der Besuch eine Bereicherung. (cth)

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