Wetterumschwung: Zur Not mit Regenmantel gegen Stimmungsschwankungen

©Bester Tipp: Trotz schlechtem Wetter an die frischen Luft
Ein abrupter Wetterumschwung kann zu lästigen Nebenerscheinungen wie Kopfschmerzen oder Stimmungsschwankungen führen. Dennoch spielt das Licht eine wichtigere Rolle als die Temperatur.
Bei warmen Sonnenstrahlen im kurzärmligen T-Shirt bis in den Oktober hinein – und plötzlich wacht man mit Regen und frostigen Temperaturen auf: Ein Wetterumschwung im Allgemeinen und vor allem ein abrupter stellt die Menschen vor eine “große Orientierungsleistung”, erklärte Theresia Gabriel vom Berufsverband österreichischer Psychologen (BÖP) im Gespräch mit der APA. “Gerade alles Abrupte irritiert uns und ist etwas, bei dem wir uns erst einmal orientieren müssen.”

Vor allem Stimmungsschwankungen, das Gefühl von Energie- und Antriebslosigkeit bis hin zu Schlafstörungen können drohen, wenn auf angenehmen Sonnenschein plötzlich Kälte, Regen und Schnee folgen. Stellt sich das Wetter langsam um, kann man sich eher daran gewöhnen, meinte Gabriel. “Wenn man sieht, es beginnen wieder die Kastanien von den Bäumen zu fallen oder die Sonne geht wieder schneller unter – dann tun wir uns leichter, als wenn es Knall auf Fall passiert.”

Dabei habe genau genommen nicht das Wetter selbst Auswirkungen auf den Menschen, sondern eher das Licht: “Zu wenig Licht ist nicht gut für die Psyche”, erklärte Siegfried Kasper, Leiter der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Wien. Bei kalten Temperaturen würde man sich tendenziell nicht so viel im Freien aufhalten und so auch weniger Licht abbekommen.

“Deshalb sollten sich die Menschen auch in der dunklen Jahreszeit draußen bewegen: Etwa eine Stunde pro Tag wäre gut”, sagte Kaspar. Wenn nötig, eben im Regenmantel: “Es gibt sozusagen kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung.” Auch sollten Menschen in sich hineinhören – ist man wettersensibel und fühlt sich im Herbst und Winter besonders energielos, sollte man auch “toleranter mit sich selbst sein” und schwierige Aufgaben nicht unbedingt auf diese Jahreszeit verlegen.

Hilfreich sei auch, wenn man sich trotz schlechten Wetters bewusst auf die schönen Dinge konzentriert: “Was bietet das Jetzt und Heute Schönes, das ich genießen kann? Ich kann sehen, dass der Himmel grau ist – oder aber ich sehe, dass die Blätter lustige Farben haben und kann mich daran erfreuen”, riet Gabriel. Auch mit Dingen, auf die man “bei warmen Temperaturen sowieso keine Lust hat”, wie z. B. ein Bad oder sich mit der Freundin und heißem Tee auf der Couch “einzuigeln”, könne man sich Gutes tun.

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