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Wer wir waren - Kritik und Trailer zum Film

"Wenn wir unseren Planeten zerstören, dann ist es vorbei mit uns, dann endet die Geschichte der Menschheit." Der, der diese Worte spricht, der hat fast allen Menschen eins voraus: Er hat die Erde schon mal aus dem Weltall betrachtet. Alexander Gerst, deutscher Astronaut und Geophysiker, gehört zu den sechs Gesprächspartnern, die Regisseur Marc Bauder in seinem 115-Minüter mit einem Ziel auftreten lässt: Zusammen will man bedenken, wie wohl dereinst folgende Generationen über unser Vermächtnis, über unsere Zeit denken und urteilen werden.

Der Titel des deutschen Films "Wer wir waren" ist auch seine Aussage: Die Menschheit ist am Ende, irgendwann wird es uns nicht mehr geben, wenn wir nicht sofort etwas ändern. "Wir waren die, die verschwanden", heißt es am Anfang. Um die Dramatik unserer Lage zu verdeutlichen, hat Drehbuchautor und Regisseur Marc Bauder die Welt aus dem All und den Tiefen des Meeres filmen lassen. Ab Freitag im Kino.

Wer wir waren - Kurzinhalt zum Film

Astronaut Alexander Gerst hat fast ein ganzes Jahr im Weltraum verbracht. Seine Aussagen sind wohl die, die sich am tiefsten in diesem Dokumentarfilm einprägen: Wenn er aus den Fenstern der Weltraumstation auf die Erde vor sich blickt und mit kindlichem Erstaunen darüber spricht, wie klein der Regenwald ist, wie viel es davon aber nicht mehr gebe, man die Brandrodungen und verödeten Flächen aus dem Weltraum wahrnehmen könne. Man sehe genau, wo Kriege stattfänden, sehe Bomben einschlagen, könne aber die vom Menschen gezogenen Grenzen aus der Ferne nicht ausmachen.

Im unmittelbaren Gegensatz dazu die quirlige amerikanische Meeresbiologin Sylvia Earle, die seit 65 Jahren die Meere erforscht und schon 400 Meter unter die Wasseroberfläche getaucht ist. Begeistert erzählt sie von den Fischen und deren Schwarmintelligenz. Was beide an ihren exponierten Orten eint, ist die Demut von Wissenschaftern, die sich der Erde verpflichtet fühlen und deren Rätsel, aber auch Offenbarungen bewundern.

Andere kommen zu Wort, etwa der aus Österreich stammende deutsch-amerikanische Politikberater Dennis Snower, der "den giftigsten Gedanken" für unsere Welt dem Ökonomen Milton Friedman zuschreibt, Nutzenmaximierung und Rationalisierung seien die Aufgaben der Menschen. "Darauf sind zwei, drei Generationen von Ökonomen reingeflogen", sagt er. Auch er selbst habe erst spät erkannt, dass es für die Menschheit spät geworden sei. Er "bereue es enorm, es waren vergeudete Jahrzehnte".

Ein Franzose kommt zu Wort, der den Westen mit dem Buddhismus verbinden will und die Meditation untersucht, ein afrikanischer Philosoph, der die Verantwortung des Westens dafür herausstreicht, was Afrika an klimatischen Veränderungen ertragen muss. Für ihn dreht es sich heute um die Frage eines "Sie" oder eines gemeinsamen "Wir". Eine in Wien lehrende Technologiephilosophin besucht einen Forscher der künstlichen Intelligenz in Japan und nähert sich kritisch den menschenähnlichen Robotern. "Wenn die Menschen nicht überleben, die Roboter werden überleben", sagt der Professor.

Wer wir waren - Die Kritik

Mit der Zeit weist "Wer wir waren" Längen auf, besonders, wenn es um Dialoge von Wissenschaftern oder deren Vorträge geht. Das Drängende vermitteln am besten die an vorderster Front stehen, da wo keiner von uns steht, und die erkennen, wie fragil unser Lebensraum ist. Etwa, wenn Alexander Gerst bekennt, dass ihm unsere Ressourcenbeschränktheit selbst nicht bewusst gewesen sei, weil wir auf der Erde alles für unendlich hielten: "Aber von außen ist die Erde klein. Wenn wir unseren Planeten zerstören, dann ist es vorbei mit uns, dann endet die Geschichte der Menschheit."

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(APA/Red)

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