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Wenn die Seele kriselt: Die Vorarlberger Telefonseelsorge steht bereit!

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Ohne Kosten können Menschen, die mit emotionalen Belastungen, Einsamkeit oder anderen Krisen zu kämpfen haben, Tag und Nacht per Telefon oder übers Internet Kontakt mit der Telefonseelsorge aufnehmen. Sepp Gröfler, Leiter der Telefonseelsorge, erklärt, wie Mitarbeiter der Telefonseelsorge Menschen in Not unterstützen.

Die Telefonseelsorge ist eine bedeutende gemeinnützige Organisation, die seit vielen Jahren eine wichtige Rolle im Bereich der psychischen Gesundheit spielt. Sie bietet eine vertrauliche und nicht wertende Umgebung, in der Menschen ihre Sorgen und Ängste teilen können. Es werden keine persönlichen Daten wie Name oder Alter erfragt, und die Anrufer haben die Kontrolle darüber, was sie teilen und wann sie das Gespräch beenden möchten. Die Mitarbeiter, die der Schweigepflicht unterliegen, bieten Unterstützung an, hören zu und vermitteln fachliche Beratung. Die Mitarbeiter erhalten selbst regelmäßige Supervision.
Die Telefonseelsorge bietet nicht nur einmalige Gespräche an, sondern steht auch bereit, um Menschen über einen längeren Zeitraum in Krisensituationen zu begleiten, solange sie Unterstützung benötigen.

Ursprung in New York

Die Telefonseelsorge hat ihren Ursprung vor 120 Jahren in New York. Ein Baptistenpfarrer rief sie ins Leben, nachdem eine Frau, die Kummer hatte und dringend Hilfe brauchte, ihn nicht erreichen konnte und sich tragischerweise das Leben nahm. Die Idee schlief jedoch aufgrund mangelnder Telefone relativ schnell wieder ein. Sie wurde erst 60 Jahre später in New York wieder aufgegriffen und hat sich seitdem auf der ganzen Welt verbreitet. In Österreich existiert die Telefonseelsorge nun seit 55 Jahren und in Vorarlberg seit 42 Jahren.

So denken die Mitarbeiter

„Man weiß nie, welche Anliegen einen in den Telefonaten erwarten“, erzählt eine Mitarbeiterin. Meistens sei ein offenes Ohr wichtig und einfach für die Menschen da zu sein. Dank der wertvollen Aufgabe und dem familiären und herzlichen Umgang der Leitung seien einige Mitarbeiter schon Jahrzehnte dabei. „Ich wollte in meiner Pension etwas machen, was ich mit Herzblut mache. So hat sich die Telefonseelsorge ergeben. Ich bin seit zwölf Jahren dabei, und liebe es, einmal in der Woche für andere da zu sein und etwas zu tun, das Sinn macht“, so eine Mitarbeiterin.

Sepp Gröfler, Leiter der Telefonseelsorge
©Telefonseelsorge

3 Fragen an Sepp Gröfler, Leiter der Telefonseelsorge Vorarlberg

Welche ­Unterstützung ­bietet die Telefonseelsorge an?

Wir sind telefonisch erreichbar, aber haben auch eine Beratung per Mail oder per Chat. In erster Linie ist es, für die Menschen da zu sein, dass man zuhört und die Mails oder Chats liest. Dabei passiert schon viel Entlastung. Wir sind keine Profis, aber wir versuchen unsere Anrufer und Mailer durch gute Fragen zu motivieren, einen Schritt vorwärts zu machen. Ein großer Teil der Anrufe sind Themen des Alltags, es gibt sehr viele psychische Belastungen, die die Menschen momentan plagen. So gesehen ist uns keine Sorge zu gering.

Welche Rolle spielt die Telefonseelsorge in der Gesellschaft ihrer Meinung nach?

Da wir in Vorarlberg eine der wenigen sind, die rund um die Uhr erreichbar sind, sind wir ein bisschen wie die Pannenhilfe für die Seele. Wir können für Menschen eine Anlaufstelle sein damit sie wieder in die Sprache finden und mit der Sprache wieder aus dem Dilemma hinaus kommen.

Welche Botschaft möchten Sie an Menschen senden, die sich in einer Krise befinden und vielleicht anrufen wollen, aber noch zögern?

Reden und schreiben hilft. Und wer den Mut hat, den ersten Schritt zu machen, indem er diese Telefonnummer ruft oder unsere Onlineberatung in Anspruch nimmt, hat schon eine gute Chance, dass er weiterkommt, Belastungen loswird und wieder Trieb fassen kann.

(WANN & WO)

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