Wenn Begeisterung Kreise zieht . . .

Gemeindeleiterin Martina Lanser begleitet und organisiert das Projekt der handgeschriebenen Psalmen.
Gemeindeleiterin Martina Lanser begleitet und organisiert das Projekt der handgeschriebenen Psalmen. ©Edith Hämmerle
In Dornbirn entsteht unter großer Beteiligung ein handgeschriebenes „Buch der Psalmen“.
Buch der Psalmen

Dornbirn. Dass Projekte ansteckend wirken können, war für Martina Lanser, (Gemeindeleiterin Pfarre Hatlerdorf), spätestens dann bewusst, als sie das Riesenwerk einer handgeschriebenen Bibel vor Augen hatte. Die St.-Galler-Corona-Bibel wurde heuer von März bis Pfingsten von über 950 Personen von Hand geschrieben. Sie war von diesem Werk so sehr beeindruckt, wie sie sagt, dass bei ihr die Idee entstand: „So etwas könnten doch auch wir in Dornbirn auf die Reihe bringen, zumindest in kleiner Ausgabe.“ Aus dieser Erkenntnis wurde das „Buch der Psalmen“ geboren. „Es war schön zu sehen, wie der Glaube Kreise zieht“, erzählt die Gemeindeleiterin begeistert über die vielen Menschen aus der Pfarrgemeinde, die sich einen der 150 Psalmen ausgesucht haben, um ihn handschriftlich auf Papier zu bringen. Dabei waren der Kreativität keine Grenzen gesetzt, es durfte auch gemalt werden. Frei nach dem Motto: Kommentieren und Illustrieren. So entstand eine bunte Vielfalt. Es war jedes Mal spannend, wenn wieder jemand „seinen“ Psalm ins Pfarrbüro brachte.“ „Psalm 1“ wählte Doris Rhomberg, die Pfarrsekretärin, aus. Bei der kreativen Gestaltung bekam sie Hilfe von Sohn Thomas und dessen Freundin Selina. Der Einstieg war mit einem gelungenen Werk geschafft. „Der Psalm geht unter die Haut, er fließt vom Herzen über die Hand, man liest ihn ganz anders“, schwärmt die Pfarrsekretärin im Nachhinein.

Schreiben als Meditation

Nicht anders erging es Martina Lanser, die das Schreiben des Wort Gottes als Meditation empfand. In der Zwischenzeit sind alle 150 Psalmen vergeben. „Das Projekt wirkt ansteckend. Einmal eine Ansteckung, die glücklich macht“, lacht Martina Lanser, immerhin sei die Idee ja im ersten Lockdown entstanden, als wir mit einem ansteckenden Virus konfrontiert waren. Weiters erzählt sie von Frau Dragica Kostelac, einer begeisterten Schreiberin aus Dornbirn, die gerne bereit war, acht Psalmen zu übernehmen. Ein Herr schrieb „seinen“ Psalm in Mundart. Ein anderer Psalm entstand auf Kroatisch, wieder ein anderer in portugiesischer Sprache. „Etwas Besonderes war, als eine Dame „ihren“ Psalm in Brailleschrift, also auch für Blinde lesbar, vorbeibrachte. Das Projekt, das ursprünglich nur für Dornbirn angedacht war, weitete sich immer mehr aus. Es beteiligten sich Frauen aus Bezau, aus Bludesch und Bregenz. Durch freundschaftliche Bande gelangte es schließlich bis nach Deutschland.“ Selbst das Alter kannte keine Grenzen. Von zehnjährigen Schülerinnen und Schülern der VS Leopold bis hin zu einer 92-jährigen Dame, Frau Anny Drexel, stapelten sich die Kreationen.

Präsentation: 24. Jänner 2021

„Im Jänner wird es dann so weit sein, dass die Manuskripte in einer Buchbinderei zu einem Buch gebunden werden. Und am 24. Jänner 2021 soll das „Buch der Psalmen“ bei einer Wortgottesfeier in der Pfarrkirche Hatlerdorf präsentiert werden“, berichtet Martina Lanser, die das Projekt von Anfang an begleitet und organisiert. Dazu sind alle herzlich eingeladen, allen voran die Schreiberinnen und Schreiber der Psalmen. EH

 

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