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Wenn Alt und Jung voneinander profitieren

Das Wiener Generationencafé stellte sich im W*ORT in Lustenau vor.
Das Wiener Generationencafé stellte sich im W*ORT in Lustenau vor. ©bvs
Das Wiener Generationencafé „Vollpension“ war zu Gast im W*ORT und stellte sich vor. Im Anschluss debattierten Experten, ob dieses Modell auch in Vorarlberg umzusetzen ist.
Wenn Alt und Jung voneinander profitieren

Lustenau „Ich bin in einem ländlichen Raum aufgewachsen, hatte meine Oma neben mir und durfte von ihr die leckersten Kuchen genießen. Dann ging ich nach Wien studieren und war auf einmal allein. In Wien stellte sich mir die Frage, ob man nicht in der Stadt einen Raum schaffen kann, an dem Generationen zusammenkommen und voneinander profitieren können“, begann Julia Krenmayr, Geschäftsführerin der Wiener Vollpension den vielen Gästen im W*ORT zu erzählen. Rund 50 Interessierte sind am Donnerstagabend ins W*ORT nach Lustenau gekommen, um das Generationencafé kennenzulernen und der anschließenden Podiumsdiskussion beizuwohnen.

Pensionisten in Gesellschaft einbinden

Marianne Hofmann ist als „Oma vom Dienst“ der Vollpension von Wien nach Lustenau gereist, um von ihren Erfahrungen zu berichten. „Ich habe mich damals auf ein Jobinserat gemeldet, da ich in der Pension etwas machen wollte und finanziell dazuverdienen muss“, erinnert sich die rüstige Wienerin zurück. 2012 war der Startschuss für das Sozialunternehmen, das es sich zum Ziel gesetzt hat, junge und alte Menschen zusammenzubringen. „Die jungen Gäste profitieren von den besten hausgemachten Kuchen in Wien, die Seniorinnen und Senioren verdienen etwas zur Pension und werden in den Mittelpunkt der Gesellschaft gerückt“, so Krenmayr. Es ist ein schönes Miteinander, das täglich gelebt wird. Das Generationencafé zählt mehr als 80 Mitarbeitende, über die Hälfte von ihnen ist über 60 Jahre alt, lebt allein und/oder ist von Altersarmut betroffen.

Brücken bauen

„Es gibt sowohl für Junge als auch für ältere Menschen ein großes Angebot“, sagt Hofmann. Doch generationenübergreifende Aktionen gäbe es kaum, weiß sie. Das Generationencafé ist für sie deshalb ein Paradebeispiel, welches zeigt, dass ein Miteinander funktioniere. „Für uns ist das Generationencafé ein Erfolgsmodell eines gemeinwesensorientierten Unternehmens. Es bietet Lösungen gegen Altersarmut, Isolation und eine wachsende Kluft der Generationen“, lobt Robert Moosbrugger von der Fachhochschule Vorarlberg das Wiener Unternehmen. Er ist Projektleiter des Erasmus+ Forschungsprojekts ComEnt und organisierte die Veranstaltung im W*ORT.

Hochkarätige Diskussionsrunde

Im Anschluss diskutierten Julia Krenmayr vom Generationencafé, Marianne Hofmann als „Oma vom Dienst“, FH-Hochschullehrerin Erika Geser-Engleitner, Gernot Jochum-Müller (Zeitpolster und SENA-Vorstand) sowie Gabriele Hampson (W*ORT) über unternehmerische Ansätze zur Lösung sozialer Herausforderungen, wie es ist im ländlichen und städtischen Raum älter zu werden und ob auch in Vorarlberg dieses Erfolgsmodell installiert werden kann. „Der Wiener Schmäh ist sicher eine wichtige Zutat für unseren Erfolg. Doch die Vollpension kann auch in anderen Bundesländern umgesetzt werden“, betont „Oma“ Marianne Hofmann. Denn den Pensionisten geht es in ganz Österreich gleich. Ein Miteinander ist bereichernd und für beide Seiten anzustreben. Bvs

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