Weltkrebstag: Onkologe Holger Rumpold über Krebs in Vorarlberg

©VOL.AT/Mayer, Symbolbild Leukämie: Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsges.m.b.H
Am 4. Feburar ist Weltkrebstag. VOL.AT sprach mit Primar Holger Rumpold, Onkologe am LKH Feldkirch über Krebs, die Wichtigkeit von Vorsorge und verschiedene Therapien.
Krebskranke in Österreich
Weltkrebstag: Infomesse am LKH Feldkirch

“Vorsorge ist ein wesentlicher Punkt in der Prävention von Krebserkrankungen und sollte aus diesem Grund auch systematisch erfolgen”, erklärt Onkologe Primar Dr. Holger Rumpold im VOL.AT-Interview. Leiter. Die Systeme dazu würden allerdings immer wieder kritisch diskutiert. “Deshalb sollte man sich an verlässlicher Stelle über die Vorsorgeprogramme informieren, beispielsweise bei der Krebshilfe”, so der Leiter der Schwerpunktabteilung für Innere Medizin am LKH Feldkirch. Zu unterscheiden sie die Vorsorge allerdings von der Früherkennung: “Vorsorge würde bedeuten, dass wir in der Lage sind, Krebsvorstufen zu entfernen, zum Beispiel einen Darmpolypen. Das unterscheidet sich von der Früherkennung bei Brustkrebs, wo frühe Stadien einer bereits vorhandenen Krebserkrankung gefunden werden.” Besonders die Früherkennung würde die Heilungschancen deutlich erhöhen.

Spezifische Symptome äußerst selten

“Spezielle Symptome, die eindeutig auf eine Krebserkrankung hindeuten sind äußerst selten”, meint Rumpold auf die Frage nach typischen ersten Anzeichen einer Krebserkrankung. “Solche typischen Symptome oder Zeichen wären zum Beispiel eine Gelbverfärbung der Augen oder der Haut ohne das man Schmerzen hat, was ein Hinweis für eine Bauchspeicheldrüsenkrebserkrankung ist. Oder man tastet Knoten, die neue aufgetreten sind, die hart und nicht schmerzhaft sind wenn man draufdrückt.” Andere Zeichen seien hingegen eher unspezifisch, also nicht direkt mit Krebs in Zusammenhang zu bringen. “Zum Beispiel eine Leistungsminderung, Gewichtsabnahme, Nachtschweiß oder Müdigkeit, Antriebslosigkeit. Hier gilt es wachsam zu sein und körperliche Ursachen dafür auszuschließen”, betont der Arzt. “Dazu gehört auch eine Suche nach Krebserkrankungen. Nachdem diese Krebserkrankungen ab dem 55. bis 60. Lebenjahr häufiger auftreten, ist es ein Unterschied, ob beispielsweise ein 70-jähriger neuauftretend solche Zeichen hat oder ein 20-jähriger. Das muss man von klinischer Seite im Hinterkopf behalten.”

©Symbolbild Leukämie: Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsges.m.b.H.

Drei Säulen der Therapie

Auch bei der Behandlung und Therapie von Krebserkrankungen gibt es Unterscheidungen. “Bei der Behandlung von Krebserkrankungen sprechen wir von den drei Säulen der Therapie. In Klammer muss man eine vierte Säule hinzuzählen aus meiner Sicht, das ist die Paliativmedizin”, erläutert Rumpold. “Die traditionellen drei Säulen der Therapie sind einerseits die Chirurgie, also die Operation einer Krebserkrankung. Die zweite Möglichkeit ist die Strahlentherapie, die Bestrahlung einer Tumorerkrankung. Und die dritte die der medikamentösen Tumortherapie.” Früher habe man zur medikamentösen Therapie Chemotherapie gesagt, warum das heute nicht mehr so ist, erklärt der Onkologe:”Die Vielfalt dieser Möglichkeiten, die man medikamentös hat, würde nicht mehr repräsentiert sein, wenn man nur Chemotherapie dazu sagt.” Die drei Therapieformen würden zudem nicht nur einzeln zum Einsatz kommen, auch die Möglichkeit einer Kombination besteht: “Wenn man sie kombiniert, spricht man von der multimodalen Therapie.”

Neuerkrankungsrate sinkt

“Die Krebsneuerkrankungsrate liegt in Vorarlberg ungefähr bei 1700, das heißt jedes Jahr erkranken 1700 Menschen neu an einer Krebserkrankung”, schildert Rumpold. “Wenn man sich die Frage stellt, ob die Zahlen zunehmen oder ob sie abnehmen, dann muss man verschiedene Perspektiven einnehmen”, erklärt er weiter. Die Neuerkrankungsrate sinke überlicherweise durch sehr gute Vorsorgemechanismen. Dies sei aber weniger spürbar, da die Überlebensraten immer mehr würden. “Obwohl die Neuerkrankungrate immer zurückgeht, nimmt die Überlebenszeit bei Krebserkrankungen zu”, verdeutlicht der Arzt. “Die bevölkerungsreichen Jahrgänge kommen in das Risikoalter, somit werden absolut betrachtet mehr Menschen an Krebs krank sein oder sind auch schon mehr Menschen an Krebs erkrankt.”

“Big Five” der Krebserkrankungen

Die unterschiedlichen Krebserkrankungen treten auch mit verschiedenen Häufigkeiten auf. “Die häufigsten Krebserkrankungen – wir sprechen immer von den Big Five – machen ungefähr 75 bis 80 Prozent der Krebserkrankungen aus”, erklärt Rumpold. “Das sind an erster Stelle bei den Frauen die Brustkrebserkrankungen, bei den Männern die Prostatakrebserkrankungen.” Gleich darauf folge der Lungenkrebs, danach komme der Darmkrebs und danach hämatologische und urogenitale Krebserkrankungen. Als Beispiel nennt der Primar hier Blasenkrebs. Das Schlusslicht bilden die unterschiedlichen Blutkrebserkrankungen, wie etwa Leukämie und Myelome.

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