Weltflüchtlingstag: Mehr Unterstützung für Flüchtlinge gefordert

Hilfsorganisationen fordern mehr Unterstützung für Flüchtlinge in Österreich und Weltweit anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni.
Hilfsorganisationen fordern mehr Unterstützung für Flüchtlinge in Österreich und Weltweit anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni. ©APA/ERWIN SCHERIAU (Symbolbild)
Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni fordern Hilfsorganisationen mehr Unterstützung für GEflüchtete in Österreich und weltweit.
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Die Kinderschutzorganisation SOS Kinderdorf mahnte angemessene Unterstützung für ukrainische Familien in Österreich ein. CARE Österreich erinnerte am Freitag daran, dass große Flüchtlingskrisen wie in Syrien zuletzt kaum Unterstützung der internationalen Gesellschaft erfahren hätten.

Mehr Unterstützung für Geflüchtete in Österreich wird gefordert

SOS Kinderdorf stellte die Forderung an die österreichische Regierung, ihre Versprechen zu halten und ukrainische Familien angemessen beizustehen. Die Unterversorgung schutzbedürftiger ukrainischer Kinder und ihrer Familien in Österreich sei "politisch gewollt und damit vollkommen unakzeptabel", teilte SOS-Kinderdorf Geschäftsführer Christian Moser am Freitag in einer Aussendung mit. Er zeigte Verständnis dafür, dass es eine gewisse Zeit dauere, bis Nothilfesysteme anliefen, "aktuell fehle es aber ganz offensichtlich am politischen Willen, die entsprechenden Gesetze anzupassen", so Moser.

Ukrainische Familien würden ohne private Unterstützer im Elend leben

Ukrainische Familien würden ohne private Unterstützer derzeit immer noch im Elend leben, so Moser weiter. Die beschlossene Anpassung der Grundversorgung reiche nicht aus, kritisierte er. Es brauche zusätzliche Familienleistungen, wie sie auch anderen anerkannten Flüchtlingen in Österreich zustehen würden.

SOS Kinderdorf ruft zur Solidaridät mit geflüchteten Kindern auf

SOS Kinderdorf rief zur Solidarität mit geflüchteten und vertriebenen Kindern auf. Unabhängig von den Umständen würden Kinderrechte für alle Kinder gelten. "Wir fordern anlässlich des Weltflüchtlingstags daher dringend eine ausreichende Versorgung aller geflüchteter Kinder und Familien in unserem Land", so Moser.

Internationale Aufmerksamkeit liegt derzeit auf der Ukraine

Derzeit liege die internationale Aufmerksamkeit auf der Ukraine. "Wir dürfen dabei aber nicht die vielen anderen Krisen vergessen", mahnte Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich in einer Aussendung. Bereits vor dem Ukraine-Krieg seien Mittel für humanitäre Krisen besorgniserregend niedrig gewesen, erinnerte die internationale Hilfsorganisation. Mehrere europäische Länder würden seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine planen, zugesagte Gelder für humanitäre Hilfe etwa in Syrien für die Unterstützung ukrainischer Flüchtlinge umzuleiten.

Finanzielle Unterstützung für Millionen Geflüchtete ausgeblieben

Die finanzielle Unterstützung für Millionen Geflüchtete weltweit sei seit Jahresbeginn fast komplett ausgeblieben, so CARE. Länder wie Syrien, Mali, Burundi, Haiti und Venezuela hätten nach Angaben der Vereinten Nationen weniger als 15 Prozent der notwendigen Finanzhilfen erhalten, um die Vertriebenen im Land und über die Landesgrenzen hinweg zu unterstützen.

Mittelkürzungen für die Flüchtlingshilfe in Syrien

Durch Mittelkürzungen für die Flüchtlingshilfe in Syrien etwa drohten nach Angaben der Organisation mehr als drei Millionen Menschen der Verlust lebenswichtiger Unterstützung. Für die regionale Flüchtlingshilfe in Syrien seien derzeit nur 10,8 Prozent der erforderlichen Mittel eingegangen. Im Tschad sei Anfang Juni der Nahrungsmittelnotstand ausgerufen worden. "Die humanitäre Situation ist dramatisch und verschlechtert sich von Tag zu Tag. Wasser, Nahrung, Medikamente, Schutz und Unterkünfte - es fehlt an allem", teilte Huguette Sekpe, Programmdirektorin von CARE im Tschad, mit. Sie hoffe, die internationalen Geberländer erhöhen ihre Hilfen rasch.

(APA/Red)

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