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Welche Auswirkungen die Zollabfertigung neu mit sich bringt

©VN/NEUE/APA/Canva
Die österreichische Zollabfertigung soll vollständig digitalisiert werden, Laufzettel sollen ab 2024 verschwinden. Zusätzliche Verbesserungen sollen Anpassungen beim Kreisverkehr zur Autobahnauffahrt Dornbirn-Nord bringen.

Das ist das Ziel eines Projekts zur Sanierung und Modernisierung der Vorarlberger Zollstellen. Im Mittelpunkt steht eine Verbesserung der Situation am Güterbahnhof in Wolfurt. Bis Jahresende sollen eine Bedarfsanalyse und ein infrastrukturelles Grobkonzept vorliegen. Die Investition wird einen zweistelligen Millionenbetrag ausmachen.

Beim Güterbahnhof Wolfurt - dem zweitgrößten Güterbahnhof Österreichs - ist das einzige Binnenzollamt an einer EU-Außengrenze angesiedelt. Dort wird ein Viertel aller Zollabfertigungen Österreichs abgewickelt. Erledigt werden in Wolfurt sowohl die Zollmodalitäten für Österreich als auch für die Schweiz, anschließend werden die abgefertigten Lkw über die Zollgrenzstellen Höchst-St. Margrethen, Lustenau-Au, Hohenems-Diepoldsau und Mäder-Kriessern geführt. Die Zollabfertigung beim Güterbahnhof hat sich in den vergangenen Jahren aber auch immer mehr als Nadelöhr erwiesen.

Herausforderungen und Entlastung

Wurden bis vor 20 Jahren täglich etwa 100 Lkw dort abgefertigt, so sind es jetzt bis zu 600. Die steigenden Abfertigungszahlen stellen eine große Herausforderung für die Parkplatzkapazität dar, auch ist die Verkehrssituation rund um den Güterbahnhof sehr unzufriedenstellend. Nun soll mit verschiedenen Maßnahmen Abhilfe geschaffen werden. Der "Endausbau" soll 2027 erreicht werden, sagte Heike Fetka-Blüthner, Vorständin des "Zollamts Österreich" bei einer Pressekonferenz.

Zum einen wird das Zollgebäude in Wolfurt umfassend saniert, wie Finanzminister Magnus Brunner und Landeshauptmann Markus Wallner (beide ÖVP) informierten. Zum anderen soll die Digitalisierung der Prozesse Entlastung bringen und den Zollverkehr künftig effizienter und schneller machen.

Autobahnknoten Lauterach-Wolfurt

"Die Vorarlberger Wirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten stark entwickelt", verwies Vorarlbergs Wirtschaftslandesrat Marco Tittler (ÖVP) auf eine Vervierfachung des Exportvolumens seit dem dem EU-Beitritt Österreichs auf nunmehr zwölf Milliarden Euro. Vorarlbergs Bruttoregionalprodukt hat sich in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt. "Wir wollen auch die Verlagerung auf die Schiene ermöglichen", betonte Tittler, aber auch der Verkehr werde zunehmen. Zusätzliche Verbesserungen sollen Anpassungen beim Kreisverkehr zur Autobahnauffahrt Dornbirn-Nord und die Erweiterung des Autobahnknotens Lauterach-Wolfurt in einen Vollanschluss bringen. Ebenso hofft Tittler weiter auf die Realisierung einer hochrangigen Straßenverbindung in die Schweiz.

Wirtschaftskammer reagiert

Es ist besonders erfreulich – sowohl für den gesamten Wirtschaftsstandort Vorarlberg als auch die staugeplagte Bevölkerung – dass mit der heute angekündigten „Zollabfertigung neu“ auf vielen Ebenen zukunftsfitte und dem modernen Stand der heimischen Wirtschaft entsprechende Lösungen in Sachen Zollabwicklung und Güterverkehr auf die Beine gestellt werden. „Es ist mehr denn je Zeit, kräftige Investitionen zu tätigen, den Standort weiter zu ertüchtigen und damit unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken“, betont Michael Tagwerker, Spartengeschäftsführer Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Vorarlberg.

Den Erfordernissen der heimischen Wirtschaft und insbesondere der Transportwirtschaft werde mit den angekündigten umfassenden Neuerungen und Effizienzsteigerungen – darunter etwa ein breit angelegter Digitalisierungsprozess an allen Zollstellen sowie längst überfällige bauliche Maßnahmen am Zollstandort Wolfurt – entsprochen, führt Tagwerker aus: „Die angekündigten Maßnahmen sparen unserer exportorientierten Wirtschaft nicht nur viel Zeit und Geld. Durch die zu erwartende weitere Auffächerung des Verkehrsaufkommens sollten damit auch die Staus vor allem im Umfeld des Zollamts Geschichte sein. Das bringt auch eine Erleichterung für die im unteren Rheintal ansässige Bevölkerung mit sich.“

(APA)

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