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Weitere Geiseln freigelassen - Verhandlungen über Feuerpause im Gaza-Krieg gehen weiter

Insgesamt sind bisher 81 Geiseln freigekommen.
Insgesamt sind bisher 81 Geiseln freigekommen. ©Hamas Military Wing/Handout via REUTERS
Nach der Freilassung einer weiteren Gruppe von Geiseln gehen die Verhandlungen über eine erneute Verlängerung der am Donnerstag früh endenden Feuerpause im Gaza-Krieg weiter. 

Darum geht's:

  • Weitere Geiseln wurden freigelassen und Verhandlungen über eine Feuerpause gehen weiter
  • USA arbeiten mit Israel, Katar und Ägypten zusammen, um die Pausen zu verlängern
  • Israel erhält weitere Namen von festgehaltenen Geiseln von der Hamas

Ein Tauziehen um Menschenleben

Die USA kündigten an, man werde weiter mit Israel, Katar und Ägypten zusammenarbeiten, um zu sehen, ob die Pausen weiter ausgedehnt werden könnten. Auch am Mittwoch könnten Geiseln im Austausch mit palästinensischen Häftlingen freikommen.

Israel erhielt laut Medienberichten von der Terrororganisation Hamas eine weitere Liste mit Namen von festgehaltenen Geiseln. Die G7-Staaten forderten ebenfalls eine Verlängerung der Feuerpause.

Am Dienstagabend hatten die Islamisten zehn Israelis sowie zwei Ausländer aus ihrer Gewalt entlassen, darunter auch eine 75-jährige Frau, deren Antrag auf die österreichische Staatsbürgerschaft vor dem Abschluss steht. Sie war mit einem mittlerweile verstorbenen Österreicher verheiratet.

Während der seit Freitag geltenden Kampfpause kamen damit insgesamt 81 Geiseln frei. 61 davon sind Israelis, von denen einige noch andere Staatsbürgerschaften besitzen, und 20 Ausländer. Israel ließ im Gegenzug bisher 180 palästinensische Gefangene aus seinen Gefängnissen.

Das Golfemirat Katar, Ägypten und die USA vermitteln in den Gesprächen über die Feuerpause. Am Dienstag waren CIA-Direktor William Burns und der Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad, David Barnea, nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Doha eingetroffen, um sich mit dem katarischem Ministerpräsidenten Abdulrahman Al Thani über eine Ausweitung der Pause zu sprechen. Katar hat gute Kontakte zu der Organisation. In dem Golfemirat lebt die Hamas-Führungsspitze.

Hoffnung auf Freiheit: Neue Liste mit Geiselnamen

Wie schon in den Tagen zuvor schickte die Hamas laut Medienberichten eine weitere Liste mit Geiseln, die am Mittwoch freigelassen werden sollten. Die "Times of Israel" berichtete unter Berufung auf das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, dass die betroffenen Familien der Geiseln benachrichtigt worden seien, nannte aber keine genaue Zahl. Es wäre die sechste Geisel-Gruppe, die während Kampfpause aus der Gewalt der Islamisten freikäme.

Im Gegenzug zur Freilassung der zwölf Geiseln am Dienstagabend setzte Israel eine weitere Gruppe von Palästinensern aus israelischen Gefängnissen auf freien Fuß. Alle 30 Häftlinge seien aus verschiedenen Gefängnissen freigelassen worden, teilte die israelische Gefängnisbehörde mit. Dabei handelte es sich nach diesen Angaben um 15 weibliche Häftlinge, einige noch jugendlich - und 15 männliche Minderjährige, der jüngste war 14 Jahre alt. Die bisher freigekommenen palästinensischen Häftlinge waren wegen Messerattacken auf Israelis, Brandstiftung sowie Attacken mit Brandbomben oder Steinen verurteilt worden.

Vor dem Auslaufen der Feuerpause sprach sich die Gruppe sieben wirtschaftsstarker Demokratien (G-7) in der Nacht zum Mittwoch für eine Verlängerung des Abkommens aus und forderte die Freilassung aller Geiseln. "Wenn es längere Pausen gibt, die über diese zwei Tage hinausgehen, dann wissen Sie, dass wir dafür sind, und wir werden weiter daran arbeiten", sagte Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats der Vereinigten Staaten, John Kirby. Die US-Regierung wolle, dass alle Geiseln freikommen. Dasselbe forderten die G-7-Außenminister der USA, Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Japans, Großbritanniens und Kanadas.

G7 fordert Verlängerung der Feuerpause und Freilassung aller Geiseln

Washington hoffe, dass weitere Geiseln mit US-Staatsbürgerschaft freikommen, sagte Kirby. Bisher ist ein vier Jahre altes US-amerikanisches Mädchen, das die Ermordung seiner Eltern beim Hamas-Massaker miterlebte, unter den Freigelassenen gewesen. Die Regierung geht davon aus, dass noch zwei weitere Frauen mit US-Staatsbürgerschaft festgehaltenen werden. Weitere sieben mit einem US-Pass gelten als vermisst - es ist nicht klar, ob sie unter den Geiseln sind.

Netanyahu bekräftigte trotz laufender Feuerpause das Ziel der militärischen Zerstörung der Hamas. Wie lange die Feuerpause dauern könne, sagte er nicht. "Wir haben vereinbart, dass die Frauen und Kinder und die ausländischen Geiseln zuerst freigelassen werden. Nachdem das geschehen ist, werden wir die Kämpfe fortsetzen", sagte Netanyahu dem Sender Welt TV in einem am Dienstag veröffentlichten Interview. Die Hamas habe die schlimmsten Morde verübt und werde das wieder tun, sagte der konservative Regierungschef. "Wir haben überhaupt keine Wahl, als die Hamas zu vernichten", sagte er. Dabei werde Israel weiter alles dafür tun, Zivilisten im Gazastreifen möglichst zu schonen. Allerdings sind dort nach Hamas-Angaben schon fast 15.000 Menschen getötet und rund 36.000 verletzt worden. Weitere 7.000 Bewohner des Küstenstreifens gelten als vermisst.

News zum Krieg in Israel auf VOL.AT

(APA)

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