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Weißes Haus beansprucht Sieg

Bei der US-Präsidentenwahl am Dienstag hat Amtsinhaber George W. Bush die meisten Wählerstimmen erhalten, aber noch keine Mehrheit im entscheidenden Wahlmännergremium errungen.

Sein Stabschef Andrew Card erklärte Bush am Mittwoch in der Früh trotzdem schon zum Sieger. „Wir sind überzeugt, dass Präsident Bush wiedergewählt wurde“, sagte Card vor Journalisten. Dem Republikaner Bush fehlen aber noch 16 Stimmen auf die Mehrheit von 270 Wahlmännern. Die Entscheidung fällt aber im umkämpften Staat Ohio, wo noch mehr als 200.000 Stimmen gezählt werden müssen.

Bushs demokratischer Herausforderer John Kerry war am Mittwoch in der Früh nicht bereit, das Rennen aufzugeben. Er ließ seinen Vizepräsidentschafts-Kandidaten John Edwards erklären: „Wir haben vier Jahre auf diesen Sieg gewartet. Wir können noch eine weitere Nacht warten.“ Man werde um jede Stimme kämpfen. Card sagte dagegen, Bush sei in Ohio „rechnerisch nicht mehr zu schlagen“. Der Präsident wolle seinem Gegenkandidaten aber noch Zeit geben, die Niederlage einzugestehen. Er werde später am Mittwoch eine öffentliche Erklärung abgeben, die aber keine Siegeserklärung sein werde. Bush ging nach der durchwachten Wahlnacht gegen 05:00 Uhr Ortszeit schlafen.

Bush führte nach Bekanntgabe der Ergebnisse von 47 Staaten sowie des Hauptstadtbezirks Washington D.C. mit 254 Wahlmännerstimmen vor Kerry mit 252. Für den Sieg sind 270 Stimmen im Wahlkollegium erforderlich, das im Dezember zur Wahl des Präsidenten zusammentritt. Card sagte, Bush habe mindestens 286 Wahlmänner auf sich vereinigt. Bei den Wählerstimmen lag er deutlich voran. Er erreichte eine absolute Mehrheit von 51 Prozent der Stimmen (über 58 Millionen), während Kerry nur auf 48 Prozent oder 54,6 Millionen Stimmen kam. Bush habe damit mehr Stimmen erhalten „als jeder Kandidat in der Geschichte unseres Landes“, sagte Card.

In Ohio dauerte die Auszählung für die dort zu vergebenden 20 Wahlmännerstimmen an. Um 13.00 Uhr MEZ lag Bush mit 135.000 Stimmen vorn. Die Demokraten hofften dort vor allem auf die über 200.000 so genannten „provisional votes“ für Wähler, die nicht in den Wahllisten aufscheinen. Offen war der Ausgang ferner in den Staaten Iowa (sieben Stimmen) und New Mexico (fünf Stimmen), wo der Amtsinhaber jeweils nur etwa 10.000 Stimmen vor dem Herausforderer lag. In Iowa wurde die Auszählung in der Nacht unterbrochen, nachdem Auswertungscomputer ausgefallen waren.

Bei der Wahl vor vier Jahren stand der Sieger erst nach 36 Tagen fest: Bush wurde damals nach einem Wahlchaos in Florida und einer hauchdünnen Mehrheit von 537 Stimmen nach einem heftigen Rechtsstreit vom obersten Gericht zum Sieger erklärt. Diesmal feierte Bush in Florida einen klaren Sieg mit 52 zu 47 Prozent.

Nach einem erbittert geführten Wahlkampf machten am Dienstag offenbar so viele Amerikaner wie nie zuvor von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Bis zu 120 Millionen gaben ihre Stimme ab, rund 60 Prozent der Wahlberechtigten. Das ist so viel wie seit 40 Jahren nicht mehr. Vor vier Jahren hatten sich 105,6 Millionen Wähler beteiligt. Wegen des Andrangs mussten etwa in Ohio manche Wähler drei Stunden in einer Warteschlange verbringen. Dort und in Florida blieben manche Wahlbüros mehrere Stunden länger geöffnet als geplant.

Bei der Entscheidung zwischen Bush und Kerry ließen sich die Wähler nach einer Umfrage vor allem von den Themen Terrorgefahr, Wirtschaft und moralische Werte leiten. In der Sicherheitspolitik vertrauten die meisten Wähler eher Bush, während sie Kerry die besseren Fähigkeiten in der Wirtschaftspolitik zuschrieben. Als wahlentscheidende Eigenschaften der Kandidaten wurden Führungsstärke und die Fähigkeit zum Wandel hervorgehoben.

Bei den Kongresswahlen verteidigten die Republikaner ihre Mehrheit. In beiden Kammern baute Bushs Partei ihre Stellung sogar noch aus. Nach vorläufigen Ergebnissen stellen die Republikaner künftig 53 der 100 Senatoren und besetzen mindestens 228 der 435 Mandate im Repräsentantenhaus. Der demokratische Minderheitsführer im Senat, Tom Daschle, verfehlte seine Wiederwahl. Daschle unterlag seinem republikanischen Rivalen John Thune im Rennen um den Senatssitz des Bundesstaates South Dakota.

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