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Was über Bord geht und was bleibt

Klaus Andreas Amann beschreibt eindrucksvoll das Thema Demenz.
Klaus Andreas Amann beschreibt eindrucksvoll das Thema Demenz. ©Henning Heilmann
Michael Vögel und Klaus Andreas Amann lasen im TaS aus aktuellen Romanen
Literatur im Theater am Saumarkt

FELDKIRCH Zwei besondere Schriftsteller eröffneten das Literaturjahr im Theater am Saumarkt: Während sich Michael Vögels Roman „Quasi Jesus“ um die Beharrlichkeit uralter Traditionen und um aktuelle Konflikte in einem „klassischen Dorfunidyll“ dreht, handelt Klaus Andreas Amanns „Wir lagen vor Madagaskar. Eine Vernehmlassung“ von dem, was bei geliebten Menschen und dem eigenen Vater in der Demenz alles verloren gehen kann. Beide Autoren leben in Vorarlberg, ihre Geschichten spielen sich hier ab.

Umgang mit Demenz

Der Autor Klaus Andreas Amann nimmt das, was vom Gedächtnis seines Vaters übrig geblieben ist, als Ausgangspunkt seines Buchs „Wir lagen vor Madagaskar. Eine Vernehmlassung“. Drei Strophen des berühmten Matrosenlieds und eine unvollständige Strophe eines Verlaine-Gedichts sind das, womit er sich Vers für Vers an das herantastet, was es mit dem Lied, dem Gedicht und dem Leben des an Demenz erkrankten Vaters auf sich haben könnte.

Nicht von ungefähr sind es oft Lieder und Gedichte, an die sich an Demenz erkrankte Menschen oft an am besten erinnern. Dies liegt auch an den enthaltenen Emotionen. „Und täglich ging einer über Bord“ bezeichnete Amann als Metapher des Sterbens. Vieles geht bei Demenz über Bord. Und dennoch stellt sich die Frage, was denn befreiender und entspannender ist im hohen Alter: Sich an allzu vielen Ballast zu erinnern oder eben im wahrsten Sinne des Wortes nur im Moment zu leben?

Eskalation im Dorfidyll

Der Roman „Quasi Jesus“ handelt im Grunde vom Gegenteil des Verloren gehens, denn Michael Vögel beschreibt die Beharrlichkeit dörflicher Traditionen und des Glaubens im Widerspruch mit der modernen Gesellschaft. Ein Autor setzt sich, in der Hoffnung, seine Schreibblockade zu überwinden, in ein kleines Bergdorf ab. Doch während er das Geschehen zunächst nur beobachtet, hört es bald nicht mehr auf zu schneien und er ist schnell in der scheinbaren Dorfidylle mit seinen eigenwilligen Charakteren gefangen.

Marie-Rose Rodewald vom Theater am Saumarkt besprach anschließend mit beiden Autoren ihre Bücher und empfand „Quasi Jesus“ als ein sehr lautes Buch, in dem die Mentalität der Menschen in der Bergprovinz noch immer durch das harte, raue Leben der Vergangenheit geprägt sei. Die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte präge auch „Wir lagen vor Madagaskar“ mit seinen Passagen über das Dritte Reich. HE

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