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Warum Schubladendenken passé ist

Dr. Jutta Hartmann war zu Gast im Kulturcafé Schlachthaus.
Dr. Jutta Hartmann war zu Gast im Kulturcafé Schlachthaus. ©Veranstalter
 Die Perspektiven einer Pädagogik vielfältiger geschlechtlicher und sexueller Lebensweisen wurden aufgezeigt und diskutiert.
Vortrag Koje, Amazone, OJAD

 

Dornbirn. Wer kennt sie nicht, die althergebrachten Rollenbilder und Klischees? Rosa ist die Farbe für Mädchen, Blau für Jungs, er spielt Fußball und sie geht shoppen, Mädchen sind zickig und Jungs weinen nicht. „Die Liste lässt sich fortsetzen“, sagt Martina Nachbaur von der Offenen Jugendarbeit Dornbirn (OJAD): „Er wird Mechaniker und sie Frisörin, Frauen kümmern sich um die Kinder, Männer gehen arbeiten, sie liebt ihn, er liebt sie.” Dazu ergänzt Thomas Dietrich, Geschäftsführer der koje: “Dass diese Rollenbilder und Stereotype überholt sind, zeigen gesellschaftliche Realitäten heute in allen Lebensbereichen“. In unseren Köpfen sei geschlechterspezifisches Denken jedoch vielfach noch präsent, gibt er zu bedenken. Wenn auch junge Frauen dazu ermutigt werden, einen technischen Beruf zu erlernen, bleiben jene, die sich dafür entscheiden, eher die Ausnahme. Eine Tatsache sei auch, dass Sexismus und Heteronormativität oft Konsens seien – in der Werbung und in Medien, am Arbeitsplatz, im Spielzeugladen oder sogar im Bekanntenkreis.

Klischees aufzeigen und hinterfragen

Die im Alltag verankerten Stereotype aufzubrechen, macht sich Jutta Hartmann, Professorin für Allgemeine Pädagogik und Soziale Arbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin, zur Aufgabe. Die international anerkannte Expertin für Gender & Queer Studies, kritische Bildungstheorie und eine Pädagogik für vielfältige Lebensweisen, sprach dazu im Kulturcafé Schlachthaus vor mehr als 60 Teilnehmenden.

„Fester Bestandteil einer modernen Pädagogik muss es sein, Lernprozesse für Kinder und Jugendliche zu ermöglichen, ohne (ungewollt) Stereotype und hierarchische Verhältnisse zwischen Lebensweisen zu reproduzieren“, so Hartmann. Wie solche Lernprozesse angeregt und begleitet werden, um eben diverse Lebensarten zu ermöglichen, war Gegenstand ihres Vortrags „Gendersensible Jugendarbeit – Vielfalt leben“, der kürzlich im Kulturcafé Schlachthaus stattfand. Jutta Hartmann sprach über pädagogische Herangehensweisen, stellte aktuelle Forschungsergebnisse vor und ging anschließend in eine rege Diskussion mit den Teilnehmenden. „Ganz klar ging daraus unter anderem hervor, dass das Schubladendenken ein Relikt der Vergangenheit ist und dafür in der modernen Gesellschaft kein Platz ist“, resümiert Thomas Dietrich.

Die koje – Koordinationsbüro für Offene Jugendarbeit und Entwicklung – veranstaltete den Vortrag in Kooperation mit dem Verein Amazone und der Offenen Jugendarbeit Dornbirn.

 

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