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Warther Hotelprojekt auf Eis

Hinter hohen Schneewänden buchstäblich „auf Eis“ liegt wegen Wassermangels das Neubauprojekt für den „Biberkopf“.
Hinter hohen Schneewänden buchstäblich „auf Eis“ liegt wegen Wassermangels das Neubauprojekt für den „Biberkopf“. ©Peter Strauß
Warth. Die Situation ist paradox: da zählt der Hochtannberg zu den niederschlagsreichsten Regionen weitum und trotzdem ist Trinkwasser in der Gemeinde Warth Mangelware. So sehr, dass größere Bauvorhaben seit Jahren nur dann genehmigt werden, wenn der Bauwerber nachweisen kann, seinen Wasserbedarf durch eigene Quellen decken zu können.

Wie berichtet, soll das Traditionshotel „Biberkopf“ am Dorfplatz abgerissen und durch ein neues modernes Hotel mit etwa doppelt so viel Betten (80 statt 40) ersetzt werden. Auch für die Gemeinde ein sehr interessantes Projekt, wie Bürgermeister Geb­hard Fritz betont, „aber derzeit ist die Wasserversorgung nicht gewährleistet, weshalb es keine Baugenehmigung geben kann.“ Der Gemeindechef verweist dabei auf das Beispiel „Steffisalpe“. Auch dieses Hotel hatte mit Wasserprob­lemen und daraus folgenden Verzögerungen bei der Realisierung zu kämpfen, ehe es gelang, durch Aktivierung privater Quellen und ein ausgeklügeltes Wassersparkonzept „grünes Licht“ für den Bau zu bekommen.

Für die Modernisierung des Hotels „Biberkopf“ reichen solche Maßnahmen nicht mehr aus. „Die gemeindeeigenen Ressourcen sind restlos ausgeschöpft. Wir sind deshalb bemüht, Wasser aus Lech zu bekommen“, so Bgm. Fritz. Ein Projekt für eine rund sechs Kilometer lange Leitung samt Pumpstation (Warth liegt um einiges höher als Lech) ist baureif ausgearbeitet. Etwa zwei Millionen Euro müssen dafür aufgewendet werden, weitere rund 300.000 Euro würden in die Verbesserung des bestehenden Leitungsnetzes investiert. Viel Geld, „aber es wäre natürlich nicht nur für das anstehende Hotelprojekt gedacht, die Wasserversorgung in der Gemeinde würde damit auch auf eine weit sicherere Basis gestellt.“ Mit der Gemeinde Lech ist das Projekt abgestimmt, aber „in Wasserangelegenheiten sind komplizierte Verfahren mit dem Bund erforderlich, und das zieht sich leider“, so Fritz. Er geht davon aus, dass der seit April 2008 geschlossene Betrieb deshalb auch in der Wintersaison 2009/10 eingestellt bleibt.

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