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Warnung vor Christbaumbränden: Zu Weihnachten auf Nummer sicher gehen

Der Advent ist die feuergefährlichste Zeit des Jahres - im Bild eine Christbaum-Brand-Präsentation
Der Advent ist die feuergefährlichste Zeit des Jahres - im Bild eine Christbaum-Brand-Präsentation ©APA (Sujet)
Zwischen 500 und 800 Wohnungsbrände ereignen sich Jahr für Jahr in der Weihnachtszeit. Viele Menschen sind zu leichtsinnig gegenüber der Feuergefahr - Tipps für sichere Weihnachten ohne Katastrophen finden Sie hier.
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Wie Erhebungen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) seit Jahren zeigen, wird die Brandgefahr in den eigenen vier Wänden generell stark unterschätzt. Dabei ließen sich viele Unfälle durch einfache Vorkehrungen verhindern.

Achtung bei trockenem Reisig

Wer in den nächsten Wochen auf echte Kerzen nicht verzichten möchte, muss besonders vorsichtig sein: Gerade in beheizten Räumen trocknet das Reisig von Adventkränzen und Christbäumen schnell aus. Wenn dann Kerzenflammen auf vertrocknete Äste übergreifen besteht höchste Brandgefahr: „Innerhalb von 20 Sekunden kann ein Christbaum in Vollbrand stehen, in eineinhalb Minuten mitunter die ganze Wohnung. Ähnlich gefährlich sind wegen der starken Hitzentwicklung auch die Stern-Spritzer“, erläutert DI Klaus Robatsch, Leiter des Bereiches Forschung & Wissensmanagement im KFV.

So schnell brennt ein Christbaum

Durchschnittlich 400.000 Nadeln hat ein Weihnachtsbaum von zwei Metern Höhe. Hauptbestandteile der Nadeln sind Zellulose, ätherische Öle und Wasser. Christbäume werden oft schon im Herbst gefällt, zu Weihnachten haben sie ihren Wassergehalt daher schon weitgehend eingebüßt. Übrig bleibt das brennbare Material. Die in den Nadeln enthaltenen ätherischen Öle (Harz) sind leicht entflammbar. Während im warmen Zimmer der Wasseranteil der Nadeln stetig absinkt, verbleiben die Öle länger im Gehölz. Dadurch steigt die Entzündlichkeit der Zweige enorm an ‐ das Brandrisiko erhöht sich mit jedem Tag, an dem der Baum in der geheizten Wohnung steht. Und die 400.000 Nadeln brennen innerhalb von nur 20 Sekunden.

Rauchmelder retten Leben

“Rauchmelder sind Lebensretter. Optische Rauchmelder erkennen frühzeitig den Rauch und warnen durch einen lauten pulsierenden Ton. Durch einen frühzeitigen Alarm durch Rauchmelder haben die Hausbewohner die Chance, rasch die Feuerwehr zu alarmieren, sich und andere zu retten und gegebenenfalls den Brand selbst zu bekämpfen. Ein Rauchwarnmelder, häufig auch Heimrauchmelder oder Homemelder genannt, sollte daher in keinem Haushalt fehlen. Ebenso wichtig ist ein griffbereiter Feuerlöscher oder ein Kübel Wasser“, erklärt Robatsch.

Brandgefahr stark unterschätzt

“Erhebungen der letzten Jahre zeigen, dass die Brandgefahr von Herr und Frau Österreicher generell stark unterschätzt wird. Dabei ereignen sich in Österreich rund 4.000 teils schwere Wohnungsbrände jährlich in Privathaushalten – durchschnittlich 16 bis 30 Menschen sterben dabei. Sechs Kinder unter 15 Jahren starben in den letzten 5 Jahren in den eigenen vier Wänden an den Folgen eines Brandes. Laut KFV-Umfrage ist erst jeder dritte Haushalt mit Kindern unter 15 Jahren in Österreich mit Rauchmeldern ausgestattet – Feuerlöscher besitzen nur die Hälfte dieser Befragten. Ein Rauchmelder gehört in jeden Haushalt! Und wenn man Kinder hat, gehört ein Rauchmelder vor allem auch in das Kinderzimmer“, so Robatsch. Neben offenem Licht und Feuer gelten vor allem nicht richtig gewartete, unbeaufsichtigte oder defekte technische Geräte als Brandauslöser Nummer Eins.

Einfache Tipps für feuerfreie Weihnachten

  • Vorzugsweise elektrische Kerzen (z.B. LED) verwenden, die wenig Wärme erzeugen. Ohne Hitze und offene Flamme ist das Brandrisiko stark reduziert.
  • Wunderkerzen vermeiden! Einmal angezündet können sie nicht mehr gelöscht werden und sprühen in alle Richtungen.
  • Kerzen auf Adventkränzen und Christbäumen rechtzeitig auswechseln, bevor sie niederbrennen und die in beheizten Räumen schnell austrocknenden Äste entzünden.
  • Kerzen sollten immer in einem Abstand von mindestens 50 Zentimetern zu Vorhängen oder anderen brennbaren Materialien aufgestellt werden.
  • Christbaumkerzen im Abstand von mindestens 20 Zentimetern von Ästen und Dekorationsmaterial befestigen.
  • Nicht brennbare Kerzenhalter reduzieren die Brandgefahr ebenso wie Kerzen, die senkrecht mit entsprechendem Abstand zu anderen Ästen und Christbaumschmuck auf stabilen Ästen montiert sind. Kerzen nie unbeaufsichtigt brennen lassen!
  • Zum Aufstellen des Christbaumes nur kippsichere bzw. standfeste Christbaumständer verwenden. Darauf achten, dass der Stamm des Christbaums auch sicher im Ständer befestigt ist. Mit Wasser gefüllte Christbaumständer verhindern ein zu rasches Austrocknen des Baumes und erhöhen damit die Brandsicherheit. Unter den Christbaum am besten eine schwer entflammbare Unterlage, zum Beispiel eine Löschdecke, legen. Bis zum Weihnachtsabend sollte der Baum kühl gelagert werden, beispielsweise am Balkon oder im Keller (und eventuell in einem Kübel mit Wasser), damit er nicht zu schnell austrocknet.
  • Benützen Sie auf keinen Fall Christbaumschnee aus Spraydosen, wenn die Kerzen bereits brennen – durch brennbare Treibmittel können diese regelrecht zu „Flammenwerfern“ werden. Auch der Kunstschnee selber kann brennbar sein, daher auf entsprechende Produkte achten!
  • Einen Feuerlöscher oder einen Kübel Wasser beim Anzünden der Christbaum‐Kerzen immer in Griffweite stellen, damit im Ernstfall keine Zeit verloren geht. Beim Löschen nicht zögern!
  • Kinder nie unbeaufsichtigt in der Nähe von brennenden Kerzen lassen. Streichhölzer oder Feuerzeuge für Kinder unerreichbar aufbewahren.
  • Ein Rauchwarnmelder gehört auch in jedes Kinderzimmer.
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