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Walgauer Auswanderungsgeschichten

Dieter Petras bei der Eröffnung im Göfner Gemeindekeller
Dieter Petras bei der Eröffnung im Göfner Gemeindekeller ©Christof Egle
Ausstellung zu Gast im Göfner Gemeindekeller.
Wanderaustellung Göfis

Göfis. Eine Auswanderung aus Vorarlberg verbunden mit dem Bewusstsein die Heimat wohl nie wieder zu sehen – ein Umstand, der heute befremdlich und weit weg erscheint, der aber vor gar nicht allzu langer Zeit viele Menschen aus verschiedensten Gründen beschäftigte. In den Jahren zwischen 1700 und 1914 entschlossen sich tatsächlich mehr als 3000 Menschen aus der Region Walgau zu diesem drastischen Schritt. Die meisten freiwillig, manch auch unfreiwillig. Mit diesen durchwegs sehr individuellen und persönlichen Geschichten beschäftigte sich der Historiker Dieter Petras im Rahmen seiner 2015 erschienenen Dissertation, aus der nun im Auftrag der Regio Walgau und in Zusammenarbeit mit Christof Thöny, Geschäftsführer des Vorarlberger Landesmuseumsvereins, eine Wanderausstellung konzipierte die verschiedene Schicksale aus dieser Zeit beschreibt. Beleuchtet werden dabei verschiedene Aspekte, zum einen etwa die zwangsweise Auswanderung, oder besser Ausweisung von verarmten Menschen aus der Dorfgemeinschaft. Dies war im 19 Jahrhundert zwar verboten, der Staat betrachtete die Menschen damals als natürliche Ressource, da die Kommunen aber in einer ersten Art von Sozialsystem für die in Not geratenen Menschen verantwortlich waren und dies für die klammen Gemeindekassen eine große Belastung darstellte, fand man Wege die Betroffenen entsprechend los zu werden. Petras kommt zur Erkenntnis, dass auch freiwillige Auswanderung nur zum geringen Teil zum späteren Glück führte, daher war eine zwangsweise Auswanderung fast gleichbedeutend mit einem Todesurteil.
Ein weiterer Aspekt war der konfessionelle. Vorarlberg war zu dieser Zeit strikt katholisch, eine Auswanderung in protestantische Gemeinden nach Zürich konnte da schon zu einem Schreiben des Dorfpfarrers führen, der darin versicherte, die verwirrte Seele ins Gebet einzuschließen.

Ein großer Trend war damals die Auswanderung in die Vereinigten Staaten, die Petras in einigen Beispielen verdeutlicht, wie etwa das Schicksal des Jakob Häusle aus Schlins, den es in das legendäre Goldgräberstädtchen Deadwood verschlug und der dort Zeitzeuge von Revolverhelden wie etwa Calamity Jane oder Wild Bill Hickok wurde. Oder der Bludescher Florinus Hartmann der wie es der damalige Pfarrer im Totenbuch der Gemeinde vermerkte „Nach einem Brief von seinem Weibe von den Wilden mit Pfeilen erschossen wurde“. Hartmann war eines der ersten Opfer der amerikanischen Ureinwohnerpolitik und eines daraus resultierenden Indianeraufstands.

Die Ausstellung beschreibt noch zahlreiche weitere spannende und teilweise traurige Geschichten von Auswanderern aus dem Walgau und tourt noch bis Anfang des kommenden Jahres durch das Walgau. CEG

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