Wales-Rallye: Co-Pilot gestorben

Die zur WM zählende Rallye Wales ist am Sonntag von einem tödlichen Unfall überschattet worden. Die Rallye-Familie trauert um den britischen Co-Piloten Michael Park, der bei einem Unfall im Auto von Markko Märtin ums Leben kam.

Der Este, der selbst unverletzt blieb, war mit dem Peugeot 307 WRC auf der 15. und drittletzten Sonderprüfung bei Margam mit der Beifahrerseite gegen einen Baum geprallt. Park (39), der seit elf Jahren als Beifahrer im Rallyesport engagiert war und seit 2000 gemeinsam mit Märtin in diversen Teams gefahren war, hinterlässt eine Frau und zwei Kinder. Der zwölfte WM-Lauf wurde abgebrochen, die Siegesfeier abgesagt. Märtin lag zum Zeitpunkt des Unfalls an sechster Stelle. “Er ist kurz nach dem Start mit voller Geschwindigkeit von der Strecke abgekommen. Das Auto hat einen Baum touchiert, der sich ins Wageninnere gebohrt hat. Michael dürfte auf der Stelle tot gewesen sein”, erklärte Jean-Piere Nicolas, der Direktor von Peugeot Sport, nach dem ersten tödlichen Unfall in einem WM-Lauf seit zwölf Jahren. “Die WM ist nichts im vergleich zu einem Menschenleben. Wir stehen unter Schock”, sagte Nicolas.

Peugeot hat als Zeichen der Trauer den zweiten Wagen mit dem Finnen Marcus Grönholm aus dem Rennen genommen. Weil der aktuelle WM-Zweite und Dritte von Wales damit punktelos geblieben wäre, hätte der Franzose Sebastien Loeb als Sieger seinen zweiten WM-Titel vorzeitig sicher gehabt. Doch der Citroen-Pilot wollte unter diesen Umständen nicht Champion werden. Loeb passierte daher die Zeitkontrolle in Swansea zwei Minuten vor der festgesetzten Zeit und erhielt dafür zwei Strafminuten. Damit belegte er in der Wertung, die für alle völlig unwichtig war, den dritten Rang hinter Petter Solberg (NOR/Subaru) und Francois Duval (FRA/Citroen) und steht noch nicht als Weltmeister fest.

Auch im OMV-Rallye-Team trauerte man um den beliebten Michael Park. Über den achten Platz von Manfred Stohl und einen WM-Punkt konnte keine Freude aufkommen. “Das Risko ist im Motorsport immer da. Diese Veranstaltung war durch die trockenen Verhältnisse extrem schnell. Und gerade zu Saisonende will jeder zeigen, was er kann. Manchmal sind dann gerade jene Sonderprüfungen sehr gefährlich, die schon lange im Programm sind. Da fühlst du dich vielleicht zu sicher. Es tut mir unendlich leid”, sagte der Wiener. Auch Stohls Co-Pilotin Ilka Minor kämpfte im Servicepark in Cardiff mit den Tränen: “Es ist für mich ein Denkanstoß, dass man sich nie zu sicher sein darf und das Risiko immer einkalkulieren muss. Ich bin sehr betroffen. Wir haben einen tollen Menschen verloren.”

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