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Wahl als Wendepunkt in Bregenz

In 22 der insgesamt 36 Wahlsprengel lag die FPÖ schluss­endlich vor der SPÖ; allein in der Achsiedlung, einer eigentlich roten Hochburg, verlor die SP ein Drittel ihrer Wähler an die Blauen.

Das rote Debakel markiert damit einen Wendepunkt in der Bregenzer Kommunalpolitik, die in den vergangenen Jahren ausschließlich vom Zweikampf zwischen der ÖVP und der SPÖ geprägt war.

Zwar haben alle Fraktionen mit den Vorarbeiten auf die Gemeindewahl am 14. März 2010 bereits begonnen. Doch ist derzeit völlig unklar, ob es überhaupt zu einem Schlagabtausch zwischen Bürgermeister Markus Linhart und SP-Stadtrat Michael Ritsch kommt – ein Duell, das Linhart im April 2005 ja erst in einer Stichwahl für sich entscheiden konnte.

Entscheidung offen

Er fasse das Ergebnis der Landtagswahl „nicht wirklich als Auftrag“ auf, sich nächs­tes Jahr der Bürgermeister-Direktwahl zu stellen, sagte Ritsch dieser Tage frustriert: „Erst in den nächsten Wochen werde ich mich entscheiden.“ Vor allem die Tatsache, dass bisherige SP-Wähler „zur in Bregenz quasi nicht existenten FPÖ abgewandert“ seien, macht Ritsch „betroffen“. Auch wartet auf den 42-Jährigen in erster Linie Arbeit auf der Landesebene – befindet sich die Vorarlberger SPÖ doch in der schlimmsten Situation ihrer Geschichte.

Bürgermeister Markus Linhart sieht die Situation recht nüchtern: „Heute ist heute, morgen ist morgen.“ Soll heißen: Die Landtagswahl lasse sich mit der Gemeinderatswahl nicht unbedingt vergleichen. Er trete als Bregenzer Bürgermeister an, „um in einer schwierigen Zeit weiterhin für Stadt und Menschen da sein zu können.“ Meinungsforscher Edwin Berndt sieht Ritsch in einer misslichen Lage: „Er ist durch die Landtagswahl, auch durch die Volksabstimmung zum Hafen politisch beschädigt – es ist zum jetzigen Zeitpunkt völlig utopisch, dass er Bürgermeister werden könnte.“ Nur könnten in den Monaten bis zur Wahl die Karten wieder neu gemischt werden.

Stifter tritt für FPÖ an

FPÖ-Stadtparteichef ist Harald Stifter – ein Politiker, der sich kein Blatt vor den Mund nimmt und FP-Chef Dieter Egger nach dem Partei­split 2005 schon einmal öffentlich „fehlendes Charisma“ vorgeworfen hatte. Der bald 42-Jährige, im Zivilberuf Immobilien-Verwalter und Makler, wird die Blauen als Spitzenkandidat in die Wahl führen.

15 bis 20 Prozent betrage das Potenzial der FP bei Gemeindewahlen: „Das wollen wir ausschöpfen.“ Weiteres Ziel: „Verfehlt die VP die Absolute, wollen wir als Ko­alitionspartner zur Verfügung stehen.“ Das wiederum wollen die Grünen verhindern. Sie gehen laut Vize-Bürgermeister Gernot Kiermayr mit dem „Bild einer funktionierenden Zusammenarbeit“ in die Wahl: „Wir würden diese Arbeit sehr gerne fortsetzen.“

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