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Wagner-Chef wirft russischer Armee Flucht aus Bachmut vor

Prigoschin (Bild) spricht von Flucht der russischen Armee, Selenskyj bestätigt ukrainische Geländegewinne.
Prigoschin (Bild) spricht von Flucht der russischen Armee, Selenskyj bestätigt ukrainische Geländegewinne. ©AP
Der Chef der russischen Söldnergruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, hat der russischen Armee vorgeworfen, aus ihren Stellungen bei der ostukrainischen Stadt Bachmut zu "fliehen".
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Die dortigen russischen Verteidigungslinien "brechen auseinander", während der russische Generalstab die Lage "verharmlost", sagte Prigoschin am Freitag in einem Video. Die Kämpfe um Bachmut dauern seit Monaten an, die Wagner-Söldner nahmen auf russischer Seite eine zentrale Rolle in diesem Kampf ein.

Prigoschin hatte zuvor mehrfach vor einem drohenden Kessel, einer Umzingelung der Wagner-Söldner in Bachmut, aufgrund ungesicherter Flanken gewarnt.

Szene aus dem Video, in dem Prigoschin der russischen Armee vorwirft zu fliehen. ©AP

Ukrainer greifen verstärkt an

Die ukrainischen Streitkräfte griffen nach russischen Angaben an einer 100 Kilometer breiten Frontlinie im Osten des Landes an. Die Kämpfe konzentrierten sich demnach auf das Gebiet um Soledar in der Nähe der seit Wochen umkämpften Stadt Bachmut. Ob es sich dabei um den Beginn der angekündigten Früjhahrsoffensive handelte, blieb zunächst unklar. Die stellvertretende ukrainische Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maliar erklärte, dass die ukrainischen Truppen in der Nähe von Bachmut Geländegewinne erzielt hätten.

Wehrschütz zur Gegenoffensive

Soledar im Gebiet Donezk hatten russische Truppen im Jänner nach schweren Kämpfen eingenommen. Es ist der einzige nennenswerte Erfolg der diesjährigen Winterkampagne Moskaus in seinem nunmehr 14 Monate langen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Laut dem Verteidigungsministerium in Moskau wurden am Donnerstag im Gebiet von Soledar insgesamt 26 Vorstöße der Ukrainer registriert, mit mehr als 1000 Soldaten und bis zu 40 Panzern. Die Angriffe hätten zurückgeschlagen werden können, in einigen Orten hätten sich die russischen Soldaten auf "bessere Positionen" zurückgezogen. Reuters konnte die Angaben nicht unabhängig überprüfen. Von der ukrainischen Regierung gab es zunächst keine weitere konkrete Stellungnahme. Allerdings äußerten sich die Verantwortlichen in Kiew auch während vorangegangenen Offensiven zunächst nicht.

Selenskyj: Mehr Zeit vor Offensive

Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ebenfalls Geländegewinne der Armee bei Bachmut bestätigt. "Wir haben den Bericht von General (Olexander) Syrskyj gehört, dessen Einheiten mit übermächtigen Anstrengungen den Feind aufgehalten und sogar an einigen Abschnitten zurückgeworfen haben", teilte der 45-Jährige nach einer Generalstabssitzung am Freitag bei Telegram mit. Die Lage sei auch an den übrigen Frontabschnitten unter Kontrolle. Zuvor hatten russische Kriegsreporter von ukrainischen Vorstößen an den Flanken des Frontabschnitts um Bachmut berichtet.

Russen dementieren "Durchbrüche"

Das russische Verteidigungsministerium wies die Berichte über einen Durchbruch ukrainischer Truppen in Bachmut indes zurück. "Die Erklärungen, die vereinzelte Telegram-Kanäle über "Durchbrüche der Verteidigungslinien" an mehreren Stellen verbreiten, entsprechen nicht der Wirklichkeit", teilte das Ministerium in der Nacht auf Freitag auf Telegram mit. "Die Gesamtlage im Gebiet der Spezialoperation ist unter Kontrolle", betonte die Moskauer Militärführung. Bezüglich Bachmut sprach das Verteidigungsministerium lediglich von der "Fortsetzung der Befreiung des westlichen Teils von Artjomowsk (sowjetische Bezeichnung der Stadt) mit Unterstützung der Luftwaffe und Artillerie". Details gab es aus Moskau nicht.

Zugleich räumte Konaschenkow einen Rückzug russischer Einheiten nordwestlich von Bachmut bei Berchiwka ein. "Um die Verteidigungsfähigkeit zu erhöhen" hätten russische Einheiten eine neue Linie entlang des Berchiwka-Stausees bezogen, sagte der Armeegeneral.

Übereinstimmenden Berichten russischer und ukrainischer Militärs zufolge sind die moskautreuen Truppen bei Bachmut in die Defensive geraten. Rund um die Stadt haben die Ukrainer kleinere Geländegewinne erzielt. Prigoschin warnte vor einer Einkesselung seiner Söldner, sollte es Durchbrüche an den von regulären russischen Einheiten bewachten Flanken geben.

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(APA)

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