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Vorarlbergs Pflegepersonal arbeitet am Limit

Die Betreuung von Corona-Patienten ist besonders pflegeintensiv. Zu sehen am Bild aus einer Intensivstation an der Innsbrucker Uniklinik.
Die Betreuung von Corona-Patienten ist besonders pflegeintensiv. Zu sehen am Bild aus einer Intensivstation an der Innsbrucker Uniklinik. ©APA/TIROL KLINIKEN/SCHWAMBERGER
Unter den Pflegemitarbeitern in Vorarlbergs Spitälern ist die Sorge vor einem weiteren Anstieg der Corona-Infektionszahlen groß.
LH Wallner: "Die Lage ist ernst"

Nach steigenden Corona-Zahlen und der hohen Auslastung an Betten auf Normal- und Intensivstation hat das Land für Freitagnachmittag eine Pressekonferenz im Krankenhaus Dornbirn angesetzt. Daran werden Gerald Fleisch (Geschäftsführer der Vorarlberger Krankenhausbetriebsgesellschaft), Wolfgang List (Leiter der Intensivstation am LKH Feldkirch und Koordinator für die intensivmedizinische Behandlung von Corona-Patienten) und Jakob Köb (Pfleger Intensivstation, KH Dornbirn) teilnehmen. VOL.AT berichtet live von der Pressekonferenz.

200 Ausfälle

Noch sei die Stimmung unter den Mitarbeitern relativ gut, das werde bei längerem Anhalten dieser Arbeitsbelastung und weiter steigenden Fallzahlen aber wohl nicht so bleiben, so Thomas Steurer, Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der Vorarlberger Spitäler. Zudem müsse man derzeit 200 Ausfälle kompensieren.

Es kommt auf das Personal an

Die Belegung der Intensivstationen nehme täglich zu, auch die normalen Covid-Stationen der Krankenhäuser haben Zulauf. "Das bedeutet für die Mitarbeiter: voll vermummtes Arbeiten in Schutzausrüstung, also Schürze, Mantel, Handschuhe, Haube, Schutzbrille. Und die Masken sind so dicht, dass nach 75 Minuten eine Maskenpause empfohlen wird, damit man mal durchatmen kann", zählte Steurer auf. Auf den Intensivstationen müssten Patienten zur Beatmung in Bauchlage gedreht werden, samt der medizinischen Ausrüstung, "das ist sehr anstrengend". Pflegende und Ärzte im Intensivbereich seien Spezialisten. "Das Personal ist der Flaschenhals - nicht die Technik, nicht die Betten, nicht die Ausrüstung", betonte Steurer.

Appell von LH Wallner

Die Kapazitäten gehen aus

Covid-19-Patienten seien recht pflegeintensiv, nicht nur jene auf den Intensivstationen. Derzeit seien zudem 200 Pflegemitarbeiter der Spitäler abgesondert. Vorstellbar wäre für Steurer, dass jene mit negativem Test dennoch eingesetzt werden könnten, sollte sich die Lage verschlechtern. Man behelfe sich derzeit damit, geplante Operationen zu verschieben, um Kapazitäten zu schaffen. Ärzte aus den operierenden Fächern und OP-Fachkräfte unterstützten auf anderen Abteilungen. Im Notspital im Messezentrum, das derzeit aufgebaut wird, könnten auch Krankenpflegeschüler zum Einsatz kommen. Zudem bereite man vor, ehemalige Kräfte, etwa Pensionisten, in den Einsatz zurückzuholen. "Einige melden sich da bereits von sich aus", sagte Steurer.

Bergamo scheint bereits vergessen

"Es geht jetzt noch, aber wir wissen nicht, wie lange", beschrieb er die Gemütslage. Die Mitarbeiter seien motiviert und noch in positiver Grundstimmung. Mit Anhalten des Zustroms an Patienten, der Dauer der zweiten Welle und dem Wissen, dass wohl noch mehr Patienten spitalpflichtig werden, werde das aber nicht so bleiben. "Als Faustregel gilt: Von hundert Positiven landen zehn im Spital und davon einer auf intensiv", zeigte sich der Betriebsrat besorgt. In zwei, drei Wochen könnte sich die Situation also weiter verschärfen. Überrascht zeigte sich Steurer von der Bevölkerung: "Ich habe den Eindruck, man nimmt das alles recht locker. Man scheint die Bilder vom Frühling aus Bergamo schon wieder vergessen zu haben".

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(APA)

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