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Vorarlbergs Apotheken starten holprig in den E-Medikation-Vollbetrieb

Technische Schwierigkeiten führen zu Verzögerungen
Technische Schwierigkeiten führen zu Verzögerungen ©APA
Bregenz - Die E-Medikation in Vorarlberg, die seit 1. Februar für niedergelassene Ärzte und Apotheken verpflichtend ist, leidet noch unter technischen "Kinderkrankheiten".
E-Medikation in Vorarlberg

Noch seien nicht alle Apotheken umgestellt. Man sei aber zuversichtlich, dass es in absehbarer Zeit soweit sein werde, so Apothekerkammer-Präsident Jürgen Rehak am Donnerstag. Seitens der Ärzte gibt es dagegen keine derartigen Probleme.

Bei der E-Medikation handelt es sich um eine Funktion der elektronischen Gesundheitsakte ELGA, mit der für jeden Patienten die von den Vertragsärzten verordneten und von den Apotheken abgegebenen Medikamente ein Jahr lang gespeichert werden. Das gilt auch für rezeptfreie Arzneien, die wechselwirkungsrelevant sind. Die Teilnahme ist freiwillig, eine Abmeldung ist jederzeit möglich.

Kampf mit technischen Schwierigkeiten

Zu Anfang der vergangenen Woche war erst etwa ein Viertel der Apotheken auf die E-Medikation umgestellt. “Aber in der Woche ist viel passiert”, betonte Rehak. Die technische Infrastruktur sei inzwischen in nahezu allen Apotheken installiert worden, man kämpfe aber noch mit technischen Schwierigkeiten. Diese sollten in absehbarer Zeit gelöst sein. Es werde aber noch dauern, bis man von Vollbetrieb sprechen könne. Es handle sich um eine große Umstellung für die Apotheken, gab Rehak zu bedenken. Trotz medialer Infokampagnen hätten auch die Kunden noch kein großes Wissen über die neue Funktion.

Niedergelassene Ärzte sind zufrieden

Die niedergelassenen Ärzte dagegen haben laut ihrem Vertreter Ärztekammer-Vizepräsident Burkhard Walla schon lange Erfahrung mit der E-Card. Nach einer Testphase im Herbst habe man kleinere Probleme behoben, die E-Medikation bei den Kassenärzten sei seines Wissens daher gut angelaufen. Der Nutzen der E-Medikation werde größer, je mehr an dem System teilnehmen. “Leider speichern Spitäler und Wahlärzte ihre Rezepte nicht ein, daher ist die E-Medikation nicht lückenlos. Also kann ich mich als Arzt nicht darauf verlassen”, bedauerte Walla. Die Wahlärzte zu beteiligen wäre vernünftig, diese hätten jedoch bisher keine Förderungen für eine Umstellung in Aussicht gestellt bekommen. Krankenhäuser seien von der Verordnung ausgenommen, hier gebe es aber in Vorarlberg positive politische Signale zu einer Teilnahme.

Auch Walla sah den Informationsstand der Patienten zur E-Medikation als nicht hoch an, was sich hoffentlich durch Informationen in den Medien verbessern werde. Viele Patienten glaubten zudem, der Arzt habe nun ohnehin ihre gesamte Krankenakte digital vorliegen, was natürlich nicht stimme.

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