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Vorarlberger ist Österreichs Zivildiener des Jahres

Fabian Salzgeber, hier links im Bild, mit Florian.
Fabian Salzgeber, hier links im Bild, mit Florian. ©VOL.AT/Sturn
Göfis – Fabian Salzgeber ist Österreichs Zivildiener des Jahres 2012. Er setzte sich damit unter zwölf Landessiegern durch. Der gelernte Maschinentechniker überzeugte die Jury mit zwei genialen Erfindungen, die den Arbeitsalltag seiner Kollegen im Sunnahof Göfis erheblich erleichtern.
Fabian Salzgeber im Portrait
"Besondere Rahmenbedingungen"

Zunächst konstruierte Salzgeber eine Geh- und Arbeitsunterstützung für Florian, einen der Beschäftigten im Landwirtschaftssegment des Sunnahof. Florian hat motorische Probleme, besitzt kein gutes Gleichgewichtsgefühl. Deswegen stand er knapp davor, seine Tätigkeit aufgeben zu müssen.

Die simple, aber geniale Idee von Salzgeber: er baute eine Schubkarre auf drei Rädern. Das Gefährt dient jetzt gleichzeitig als Arbeitsgerät und Rollator. Die Jury im Bundesministerium für Inneres hob in ihrer Entscheidung insbesondere diese Schubkarre hervor.

1,3 Millionen Holzwürfel auf zwei Maschinen

Salzgebers zweiter Streich ist nicht minder einfallsreich: Es handelt sich um zwei Distanzhaltermaschinen für die Tischlerei des Sunnahof. Sie ermöglichen den Bediensteten, kleine Holzwürfel in der Größe ein mal ein Zentimeter anzufertigen. Anschließend werden diese Würfel in Kohleaktivfilter eingebaut.

„Die Herausforderung bei dieser Konstruktion war, dass jeder in der Tischlerei diese Maschine bedienen kann.“ Keine einfache Aufgabe, leiden doch alle Kollegen an einer kleinen Beeinträchtigung. Salzgeber meisterte sie dennoch mit Bravour. Jetzt werden jährlich 1,3 Millionen Würfel auf seinen Maschinen zugeschnitten.

Von der Privatwirtschaft in den Sozialbereich

Seine Erfindungen hat der heute 28-Jährige selbstverständlich in seiner Freizeit erdacht und zusammengebaut. Die notwendigen Fertigkeiten brachte er schon in den Zivildienst mit: Salzgeber arbeitete davor mehrere Jahre als Maschinentechniker. Nach zwei Nachmusterungen begann er seinen Dienst im Sunnahof im Alter von 26 Jahren. Zu Beginn sei es schon eine Umstellung gewesen, erzählt er rückblickend.

Irgendwann hat er dann aber begonnen, die Vor- und Nachteile von Sozialberuf und Privatwirtschaft gegeneinander abzuwiegen: „Dabei ist als Ergebnis ganz klar für mich herausgekommen, dass Geld nicht alles ist und ich mich im sozialen Bereich wohler fühle als in einer Hektik-geplagten Privatwirtschaft.“ Im Sunnahof werde ihm nun jene Wertschätzung zuteil, die ihm in der Privatwirtschaft immer gefehlt habe. Deswegen entschloss er sich, nach seiner Zivildienstzeit in Göfis zu bleiben.

Sunnahof schon zum zweiten Mal ausgezeichnet

Auch Salzgebers Chef Thomas Lampert freut sich über den Erfolg seines Schützlings. Schon vor drei Jahren stellte der Sunnahof den Landessieger Vorarlberg. Das Schwesterunternehmen Lebenshilfe Vorarlberg steuerte zwei weitere Auszeichnungen bei. Als Grund macht Lampert die besonderen Rahmenbedingungen das Sunnahof aus, die es jungen Männern erlauben würden, „ihre Talente ins Unternehmen einzubringen, wodurch solche besonderen Leistungen überhaupt erst möglich werden.“

Die viel diskutierte Abschaffung der Wehrpflicht sieht er übrigens sehr kritisch: „Uns als soziales Dienstleistungsunternehmen würden sehr viele wertvolle Mitarbeiter verloren gehen, weil immer wieder Zivildiener bei uns ‚hängenbleiben‘ und als wertvolle Mitarbeiter über viele Jahre mit dabei sind.“ So auch Fabian Salzgeber.

Fabian Salzgeber im Portrait:

Geschäftsführer Thomas Lampert vom Sunnahof:

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