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"Flüchtlingskrise weiteres Kapitel der europäischen Schande"

Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer.
Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer. ©Paultisch
Bürgermeister in Lustenau Kurt Fischer (ÖVP) spricht sich angesichts der Flüchtlingskrise in Griechenland für eine"europäische Lösung" aus.
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Die Situation in Griechenland bezeichnet er gegenüber "derstandard.at" als ein "weiteres Kapitel der europäischen Schande". "Es kann nicht sein, dass wir uns daran gewöhnen, dass das Kinderelend dort der Preis ist, den wir zahlen, damit wir Europa gegen eine ungeregelte Zuwanderung schützen", so Fischer. Er ist überzeugt davon, dass es, sollte es so weit kommen, Solidarität in den österreichischen Gemeinden und Städten gebe, "egal welcher politischer Background".

Und tatsächlich erklären sich sowohl grüne, schwarze, als auch rote Bürgermeister in Österreich bereit, einen Teil der Flüchtlinge aufzunehmen. Der grüne Bürgermeister in Innsbruck Georg Willi wäre beispielsweise bereit 200 Flüchtlinge aufzunehmen. Man müsse Griechenland helfen, sagte Willi gegenüber dem "Standard".

FPÖ-Gemeinderat kritisiert Fischer

Der Lustenauer FPÖ-Gemeinderat Martin Fitz spricht sich in einer Aussendung klar dagegen aus, Flüchtlinge in Lustenau aufzunehmen. "Der Migrationsstrom von 2015 belastet unsere Gemeinde nach wie vor, nicht nur finanziell. Eine zusätzliche Aufnahme von Migranten ist deshalb verantwortungslos gegenüber unserer Bevölkerung und kommt für uns sicher nicht in Frage", so Fitz. "Es sind viele Asylanten, die jetzt schon jahrelang bei uns sind, immer noch nicht im Arbeitsprozess eingegliedert und an unseren Schulen haben wir teilweise schon einen Anteil an nicht-deutschsprachigen Schülern von über 70 Prozent. Solange wir diese Probleme nicht gelöst haben, ist eine zusätzliche Aufnahme, so wie sich das der Herr Bürgermeister offenbar wünscht, schlicht und ergreifend ein Wahnsinn", so der FPÖ-Bürgermeisterkandidat.

Thalhammer: "Feldkirch hat Platz und Herz genug"

"Europa kann in so einer Situation nicht länger wegschauen. Europa sind auch wir in Feldkirch. Ich wünsche mir, dass unsere Stadt wie schon 2015 Verantwortung für das Schicksal der Geflüchteten übernimmt", stellt Stadträtin und grüne Bürgermeisterkandidatin Marlene Thalhammer klar. "Feldkirch soll deshalb auch jetzt mutig vorangehen und Quartiersplätze zur Verfügung stellen", fordert Thalhammer.

In Feldkirch leben laut Thalhammer aktuell 88 Menschen in der Grundversorgung. 2015 und 2016 waren es weit über 400. "Feldkirch hat Platz und Herz genug, Verantwortung zu übernehmen und einen kleinen Beitrag für einige Geflüchtete an der griechisch-türkischen und türkisch-syrischen Grenze zu leisten", so die Stadträtin.

Wallner will keine Flüchtlinge aufnehmen

Der Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner spricht sich gegen eine Aufnahme von Flüchtlingen aus. Im VOL.AT Talk zur aktuellen Situation in der Türkei, findet Landeshauptmann Wallner klare Worte: "Das was die Türkei gerade macht, ist der Versuch einer Erpressung auf dem Rücken von Flüchtlingen".

Kurz im VOL.AT-Talk: Dürfen uns nicht erpressen lassen

(Red.)

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