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Vorarlberger Betriebe produzieren jetzt Schutzmasken

Textilunternehmer Günter Grabher
Textilunternehmer Günter Grabher ©Stiplovsek
Unter Koordination von WISTO und der Smart Textiles Plattform haben sich die Grabher Group, Bandex, Getzner, die Stickerei Hämmerle und Wolford sowie Tecnoplast zusammengeschlossen, um mit der Produktion von Schutzmasken in Vorarlberg zu beginnen.

Von Günther Bitschnau (wpa)

Die Vorarlberger Textilbranche, in den vergangenen Jahren mitunter in Teilen immer wieder ein wirtschaftliches Sorgenkind, steht kurz davor, einen ganz wesentlichen Beitrag im Kampf zur Eindämmung des Corona-Virus zu leisten. Wie die Wirtschaftspresseagentur.com aus dem Branchenumfeld erfahren hat, haben sich in den vergangenen Wochen gleich mehrere Unternehmen und Institutionen mit einem Ziel zusammengeschlossen: Sie wollen in Vorarlberg so schnell wie möglich mit der Herstellung von dringend benötigten Mund-Nasen-Masken (etwa für Krankenhäuser) und Atemschutzmasken der Schutzklasse FFP2 und FFP3 beginnen.

Der Textilunternehmer Günter Grabher bestätigte auf wpa-Anfrage am Freitag, dass mehrere Unternehmen unter der Koordination der Smart Textiles Plattform Austria und der WISTO ihre Kräfte zu einer Taskforce "Schutzmaske" gebündelt hätten. Es handle sich dabei um die Grabher Group, um Bandex Textil, um Getzner Textil, um Wolford, um die Lustenauer Stickerei Harald Hämmerle sowie um das Höchster Unternehmen Tecnoplast. Unterstützt werde das Vorhaben von der Fachgruppe Textilindustrie in der WK Vorarlberg und von Ölz Meisterbäcker, der Verschlussclips als Rollenware liefert. Dazu kommen rund 80 Änderungsschneidereien im Ländle, die von Obfrau Christel Sohm-Feuerstein (Betten Feuerstein) aktiviert werden.

"Wir haben diese Taskforce vor etwa vier Wochen ins Leben gerufen, weil sich schon damals abgezeichnet hat, was da auf uns zukommen wird und dass Schutzmasken Mangelware werden." Deshalb könne man jetzt schnell reagieren. Jedes der Vorarlberger Unternehmen übernehme dabei einen ganz bestimmten Bereich zur Herstellung der Masken. Dabei könne man auf teils jahrzehntealtes Know-how der Branche zurückgreifen.

Aufgabenteilung

Das gelte etwa für die Stickerei-Technologie von Hämmerle, mit der man mehrlagige Bestandteile hochautomatisiert herstellen könne. Die Grabher Group übernehme unter anderem die Plasma-Hydrophobierung der Masken, damit keine Flüssigkeiten durchdringen können. Die Stoffe kommen von Getzner Textil. Bandex stelle die Produktion teilweise um, um elastische und nicht-elastische Bänder für die Masken herzustellen. Wolford steuert elastische Filter-Gestricke und die Masken-Umformung bei. Und Tecnoplast arbeite mit Hochdruck an der Produktion von Kunststoff-Atemventilen und Verschlussteilen.

Produktion der Mund-Nasen-Masken beginnt heute Freitag

Das vorausschauende Handeln der beteiligten Firmen und Partner ermöglicht es, dass heute Freitag bereits mit der Produktion der Mund-Nasen-Masken begonnen wird. "Sie sind technologisch einfacher herzustellen", so Grabher. Ab Mittwoch kommender Woche sollte man dann in der Lage sein, rund 8.000 Mund-Nasen-Masken pro Tag fertigzustellen und dann auszuliefern.

FFP2- und FFP3-Schutzmasken dauern noch etwas länger

Die Herstellung der FFP2- und FFP3-Schutzmasken bedarf allerdings noch etwas an Vorlaufzeit. "Sie sind komplexer aufgebaut und haben mehr Bestandteile", so Grabher. Er rechnet damit, dass dies in den kommenden Wochen der Fall sein werde. Man befinde sich hier in enger Abstimmung mit den Behörden in Wien und hoffe auf eine angesichts der Situation unkomplizierte Vorgehensweise, um nach Abschluss der Entwicklungsarbeiten so schnell wie möglich mit der Produktion auch dieser Schutzmasken beginnen zu können.

(Quelle: Wirtschaftspresseagentur)


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