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Vorarlberg und Graubünden bauen Zusammenarbeit aus

Treffen der beiden Regierungen in St. Gerold
Treffen der beiden Regierungen in St. Gerold ©VLK
St. Gerold - Verkehrs- und Sozialfragen aber auch Themen aus den Bereichen Bildung, Hochwasserschutz und Wildökologie standen im Mittelpunkt des gutnachbarschaftlichen Treffens der Regierungen von Vorarlberg und Graubünden am Dienstag, 29. Mai in St. Gerold.

Landeshauptmann Markus Wallner informierte die Graubündner Regierung, die von Regierungspräsidentin Barbara Janom Steiner angeführt wurde, auch über die Klage des Landes gegen das AKW Mühleberg.

Der Landeshauptmann stellte dabei klar, dass die Vorarlberger Klage gegen das Schweizer AKW Mühleberg “kurz vor der Einbringung” steht. Die im Auftrag der Abteilung Nuklearkoordination im Lebensministerium erstellten Gutachten hätten für Vorarlberg eindeutig überdurchschnittliches Gefährdungspotential aufgezeigt. “Es liegt daher im Interesse und in der Verantwortung des Landes, alles Mögliche zu tun, um Gefahren für die Gesundheit sowie für Leib und Leben der Bürgerinnen und Bürger Vorarlbergs abzuwenden. Mit der Klage werden auch die rechtlichen Mittel voll ausgeschöpft”, so der Landeshauptmann.

Die weiteren Themen spannten einen weiten Bogen: Die Vorarlberger Landesregierung informierte über den aktuellen Stand bei “Mobil im Rheintal”. Derzeit werden gemeinsam mit der ASFINAG die nächsten Planungsschritte präzisiert und mit dem Verkehrsministerium die weitere Vorgangsweise verhandelt. Graubünden berichtete über den aktuellen Stand zum Projekt “Bodensee-Rheintal Y“. Dabei geht es vor allem um die Aufwertung und den Ausbau der Schienenverbindung vom St. Galler Rheintal über Rorschach-Romanshorn nach Kreuzlingen/Konstanz.

Vorarlbergs Maßnahmen zu einem kindgerechten Übergang vom Kindergarten in die Volksschule standen ebenso auf dem Programm wie ein Erfahrungsaustausch zur Hotellerieförderung in den beiden Regionen. Vorgestellt wurden auch die Erfahrungen des Landes beim Case- und Care-Management: Maßgebliche Instrumente, mit denen Vorarlberg in allen Landesteilen eine bestmögliche Versorgung für pflege- und betreuungsbedürftige Menschen und deren Angehörige sicherstellen möchte. Auch ein Informationsaustausch über die Blauzone Rheintal – Notentlastungsflächen “Alpenrhein” stand auf dem Programm.

Wildökologische Wechselbeziehungen

Seit Juni 2009 wird im Dreiländereck Vorarlberg, Graubünden und Fürstentum Liechtenstein auf Initiative der Vorarlberger Jägerschaft ein Rotwildbesenderungs- und Markierungsprojekt durchgeführt. Das auf fünf Jahre anberaumte Projekt läuft bisher sehr erfolgreich. In der ersten Phase wurden insgesamt 38 Stück Rotwild im Projektsgebiet mit GPS-GSM-Halsbändern versehen und über ca. 2 Jahre lang die Raumnutzung dieser Tiere verfolgt und wissenschaftlich ausgewertet. Die Ergebnisse dieser objektiven Erhebung und Darstellung der Raumnutzung des Rotwildes im Rätikongebiet soll künftig als Grundlage zur länderübergreifenden Rotwildbewirtschaftung, insbesondere einer wirksamen Bestandesregulierung beim Rotwild sowie der Reduzierung von Wildschäden im Schutz- und Bannwald dienen.

Vorarlberg pflegt mit seinen Nachbarn in der Schweiz und mit Liechtenstein traditionell gute Kontakte. Treffen auf Regierungsebene mit dem Fürstentum Liechtenstein und den Kantonen St.Gallen und Graubünden werden deshalb regelmäßig durchgeführt und finden auf beiden Seiten des Rheins statt.

Für die Graubündner Kantonsregierung nahmen an dem diesjährigen Arbeitsgespräch in St. Gerold Regierungspräsidentin Barbara Janom Steiner, Regierungsvizepräsident Hansjörg Trachsel, die Regierungsräte Mario Cavigelli, Martin Jäger und Christian Rathgeb sowie Kanzleidirektor Claudio Riesen teil. Die Vorarlberger Landesregierung war durch Landeshauptmann Markus Wallner, Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser, die Landesrätinnen Greti Schmid und Andrea Kaufmann, die Landesräte Erich Schwärzler, Siegi Stemer und Rainer Gögele sowie Landesamtsdirektor Günther Eberle ebenfalls komplett vertreten.

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