Vorarlberg: Trockenheit erfordert außerordentliche Maßnahmen

©LK Vorarlberg, Bernhard Ammann
Die anhaltende Trockenheit ist für die Landwirtschaft in Vorarlberg eine außerordentliche Situation. Aufgrund von Futter- und Wassermangel auf Alpen, stehen verfrühte Alpabtriebe im Raum, welche jetzt durch die Zufuhr von Wasser und Heu als Ergänzungsfutter zu verhindern versucht werden.
Trockenheit bringt Alpen in Nöte

In manchen Landesteilen, vor allem im Oberland und Rheintal, zeigen sich Totalschäden in den Grasbeständen. Die Situation in der Futterversorgung verschärft sich eklatant, wenn frühzeitig von den Alpen zurückgekehrtes Vieh auch in den Talbetrieben nur spärlich Futter findet. “In der gegenwärtigen Ausnahmesituation lassen Land Vorarlberg und die Landwirtschaftskammer Vorarlberg die Bäuerinnen und Bauern nicht im Stich”, betonen Landesrat Christian Gantner und Kammerpräsident Josef Moosbrugger. Das erfordert auch außerordentliche Maßnahmen und finanzielle Hilfe.

Mögliche Unterstützung

Das Land Vorarlberg erhebt gemeinsam mit Fachleuten der Landwirtschaftskammer Vorarlberg derzeit die Situation der Ernteausfälle der betroffenen Betriebe aufgrund der Trockenheit und prüft, wo notwendig auch in Absprache mit dem Bund, mögliche Unterstützungsleistungen. Insbesondere stehen folgende Maßnahmen im Fokus der Prüfung:

  1. Die Freigabe von Wiesen mit ökologischen Nutzungseinschränkungen und/oder späteren Mähterminen für die zusätzliche Futterproduktion wird derzeit mit der Naturschutzbehörde abgeklärt, damit die Landwirte weniger Heu zukaufen müssen.
  2. Für Bauern mit massiven Einkommensverlusten durch deutliche Ernteausfälle, welche dadurch z.B. ihre Agrarinvestitonskredite nicht bedienen können, wird geprüft, ob die anfallenden Kreditraten zeitlich aufgeschoben werden können, damit sie deswegen keine Existenzängste zu haben brauchen.
  3. In jenen Fällen, wo durch die Trockenheit ein Verlust der Grasnarbe entstanden ist, steht die Gewährung einer Saatgutbeilhilfe für die Neuansaat in Abklärung.

In diesem Zusammenhang weist Landesrat Gantner darauf hin, dass im Rahmen des Programmes der Ländlichen Entwicklung 2014-2020 die Förderung sowohl von Einzelanlagen als auch von Investitionen in die überbetriebliche Bewässerungs- bzw. Beregnungsinfrastruktur für alle landwirtschaftlichen Nutzungsrichtungen offen steht.

Dürreversicherung lohnt sich

Die gegenwärtige Trockenperiode mit ihren unmittelbaren Folgen für die Land- und Alpwirtschaft zeigt auch die Wichtigkeit auf, über einen den betrieblichen Bedürfnissen angepassten Versicherungsschutz zu verfügen. Die Österreichische Hagelversicherung bietet einzigartig in Europa seit 2015 eine Dürreindex-Versicherung im Grünland an.

Die Hälfte der Prämien wird von Bund und Land getragen. Dieses Versicherungsprodukt wurde in den letzten Jahren u.a. auf die Kulturen Mais und Winterweizen ausgeweitet. Ackerkulturen waren schon bisher über die Dürre-Ertragsversicherung versicherbar. Da für die Berechnung der Entschädigung ausschließlich Wetterdaten der ZAMG herangezogen werden, erübrigt sich eine Erhebung vor Ort. Als reine Indexversicherung wird bei Eintritt der Voraussetzungen eine Entschädigung für die versicherten Flächen unabhängig vom einzelbetrieblichen Schaden geleistet.

Nähere Informationen unter www.hagel.at bzw. direkt bei Richard Simma, Telefon 0664/602 591 97 70, E-Mail: simma@hagel.at.

(VLK)

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